Strom vergleichen und sparen
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Strom sparen: Was welche Maßnahme wirklich bringt

Redaktion stromvermittlung.de · Preisdaten: eigene Erhebung, Stand

Die meisten Spartipp-Listen behandeln jede Maßnahme gleich. Das führt in die Irre, denn zwischen der wirksamsten und der schwächsten liegt der Faktor 9. Wir haben deshalb jede Maßnahme in Euro pro Jahr umgerechnet, mit Strompreisen aus unserer eigenen Erhebung. Ganz oben steht „Stromtarif wechseln" mit rund 333 €, danach „Glühbirnen und Halogen auf LED umrüsten" mit rund 193 €.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Tarif ist der einzige Hebel, der sofort wirkt und nichts am Alltag ändert: im ersten Jahr rund 333 € für einen Zwei-Personen-Haushalt, danach 42 €.
  • Beim Verbrauch zählen wenige große Posten. Alte Kühlgeräte, Trockner und Beleuchtung machen den Unterschied, nicht die Summe vieler Kleinigkeiten.
  • Standby ist überschätzt. Ein modernes Fernsehgerät kostet im Bereitschaftsbetrieb rund 3,05 € im Jahr, eine Spielkonsole im Ruhezustand rund 36 €.
  • Wer viel Verbrauch verschieben kann — Wärmepumpe, Elektroauto, Speicher — hat einen zusätzlichen Hebel: den Zeitpunkt.
  • Alle Eurobeträge sind gerechnet, nicht geschätzt: Verbrauchsdifferenz mal Arbeitspreis, Stand 11.09.2026.

Die Hebel im Überblick

Sortiert nach Wirkung, nicht nach Beliebtheit. Die Eurobeträge gelten für einen Haushalt, der bereits einen günstigen Tarif hat. Wer in der Grundversorgung steckt, spart bei jeder Zeile mehr, weil dort jede Kilowattstunde 1,46 ct teurer ist.

Was welche Maßnahme im Jahr bringt
Maßnahme Weniger Verbrauch Spart im Jahr Aufwand
Stromtarif wechseln
im ersten Jahr, danach 42 €
333 € einmalig, rund zehn Minuten
Tarife vergleichen
Glühbirnen und Halogen auf LED umrüsten
zehn Lampen, drei Stunden am Tag
569 kWh 193 € einmalig, geringe Anschaffung
Licht und LED
Zweitkühlschrank im Keller abschalten
Altgerät, 15 Jahre und älter
400 kWh 136 € einmalig, kostenlos
Kühlschrank
Wäsche auf der Leine statt im Trockner
sparsames Gerät ganz weglassen
280 kWh 95 € jeden Waschgang, Platz nötig
Trockner
Alten Kondenstrockner ersetzen
gegen ein Wärmepumpengerät
270 kWh 92 € Anschaffung nötig
Trockner
Alten Kühlschrank ersetzen
gegen eine neue Kühl-Gefrierkombination
200 kWh 68 € Anschaffung nötig
Kühlschrank
Spielkonsole aus dem Bereitschaftsbetrieb nehmen
12 Watt rund um die Uhr
105 kWh 36 € einmalig, kostenlos
Standby

Verbrauchswerte: eigene Geräteseiten, Datenbasis Stromspiegel (co2online), jeweils dort mit Annahme ausgewiesen. Umrechnung in Euro: Verbrauchsdifferenz × 33,92 ct/kWh, dem Ø-Arbeitspreis günstiger Tarife aus unserer Erhebung in rund 8.000 Postleitzahlen, Stand 11.09.2026. Der Grundpreis bleibt außen vor, weil er sich durch weniger Verbrauch nicht ändert. Beim Tarifwechsel ändert sich der Verbrauch nicht, dort steht die Preisdifferenz für 2.500 kWh.

Der Tarif: der einzige Hebel ohne Verzicht

Jede andere Maßnahme kostet Geld, Zeit oder Bequemlichkeit. Der Tarifwechsel kostet nichts davon, und er wirkt sofort auf die gesamte Rechnung statt nur auf ein Gerät.

In der Grundversorgung liegt der Arbeitspreis derzeit bei durchschnittlich 35,38 ct/kWh, in günstigen Tarifen bei 33,92 ct/kWh (Stand 11.09.2026, eigene Erhebung in rund 8.000 Postleitzahlen). Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit 2.500 kWh im Jahr sind das 333 € im ersten Jahr.

Dass das erste Jahr günstiger ist als die folgenden, liegt an den Neukunden-Boni. Ab dem zweiten Jahr bleibt die reine Preisdifferenz, in diesem Beispiel 42 €. Wer das nicht mitrechnet, wundert sich später über die Abrechnung — deshalb nennen wir beide Werte.

Was ein Wechsel an Ihrer Adresse bringt, hängt vom örtlichen Grundversorger ab. Der Tarifvergleich für Ihre Postleitzahl zeigt es mit Ihrem eigenen Verbrauch.

Wissen, wo der Strom bleibt

Bevor Sie Geräte tauschen, lohnt eine Stunde Diagnose. Wer seinen Verbrauch nicht kennt, tauscht oft das falsche Gerät und übersieht den Dauerläufer im Keller.

Dafür haben wir eine eigene Themenwelt: Stromverbrauch berechnen zeigt, wie Sie aus dem Zählerstand hochrechnen und einzelne Geräte durchmessen. Stromverbrauch zu hoch? geht die typischen Ursachen in sechs Schritten durch, von der Grundlast bis zum Warmwasser. Und unter Stromverbrauch stehen die Vergleichswerte für Ihre Haushaltsgröße.

Der Unterschied zu dieser Seite hier: Dort steht, wie viel etwas verbraucht. Hier steht, was es bringt, daran etwas zu ändern.

Heizen und Warmwasser

Wo Strom Wärme erzeugt, entsteht der größte Einzelposten. Elektrische Warmwasserbereitung schlägt bei einem Vier-Personen-Haushalt mit mehreren hundert Kilowattstunden je Person zu Buche, eine Wärmepumpe verschiebt den gesamten Heizbedarf in die Stromrechnung.

Wo die Heizung nicht ersetzt werden soll, bleibt die Regelung. Was smarte Thermostate tatsächlich einsparen, wovon das abhängt und warum die sparwirksamen Funktionen bei mehreren Anbietern extra kosten, steht unter smarte Thermostate.

Genau deshalb ist der Tarif hier doppelt wichtig: Bei einem Haushalt mit Wärmepumpe wirkt jeder Cent Preisunterschied auf ein Vielfaches der Kilowattstunden. Für Wärmepumpen gibt es eigene Tarife mit gesondertem Zähler, die wir unter Wärmepumpenstrom vergleichen. Wer eine Nachtspeicherheizung hat, findet die Entsprechung unter Nachtstrom.

Verbrauch verschieben statt vermeiden

Es gibt einen Hebel, den klassische Spartipps nicht kennen: nicht weniger verbrauchen, sondern zu einer anderen Zeit. Bei einem dynamischen Tarif folgt der Arbeitspreis dem Börsenpreis, und der ist niedrig, wenn viel Wind- und Solarstrom im Netz ist.

Das lohnt sich allerdings nur, wenn sich ein nennenswerter Teil des Verbrauchs tatsächlich verschieben lässt. Für einen Haushalt mit Wärmepumpe, Elektroauto oder Heimspeicher ist dieser Anteil groß. Für einen Zwei-Personen-Haushalt, dessen Verbrauch aus Kochen, Licht und Fernsehen am Abend besteht, ist er klein — und der Abend ist ausgerechnet die teure Zeit.

Voraussetzung für die stundengenaue Abrechnung ist ein intelligentes Messsystem. Was es kostet, wer eines bekommt und wie viel Verbrauch Sie verschieben müssen, damit sich die Zählergebühr rechnet, steht unter Smart Meter. Wie ein dynamischer Tarif selbst funktioniert, erklärt der Ratgeber dazu.

Selbst erzeugen und speichern

Wer selbst erzeugt, kauft weniger ein. Der einfachste Einstieg ist ein Balkonkraftwerk: keine Baugenehmigung, überschaubare Anschaffung, und der erzeugte Strom senkt genau den Verbrauch, der sonst zum vollen Arbeitspreis eingekauft würde.

Ob sich ein Batteriespeicher dazu rechnet, hängt an mehreren Annahmen gleichzeitig — Anschaffungspreis, Eigenverbrauchsanteil, Lebensdauer. Wir rechnen das unter Lohnt sich ein Batteriespeicher? durch und benennen, welche Annahme das Ergebnis kippt.

Und wer ein Elektroauto lädt, verschiebt damit den größten steuerbaren Verbrauch im Haushalt. Welcher Tarif dafür passt und wann sich ein eigener Zähler lohnt, steht unter Autostrom.

Kleine Hebel, richtig eingeordnet

Standby, Deckel auf dem Topf, Eco-Programm: Diese Tipps stehen in jeder Liste, und sie sind nicht falsch. Sie sind nur klein.

Ein modernes Fernsehgerät zieht im Bereitschaftsbetrieb rund ein Watt. Über ein ganzes Jahr sind das 3,05 €. Eine Spielkonsole im Ruhezustand zieht zwölf Watt und kommt damit auf rund 36 € — hier lohnt die schaltbare Steckdosenleiste, dort nicht.

Das ist der Punkt: Es geht nicht darum, alles abzuschalten, sondern die wenigen Geräte zu finden, bei denen es sich lohnt. Welche das sind und welche man besser am Netz lässt, steht unter Standby-Kosten. Die vollständige Liste der Alltagstipps führen wir in der Diagnose-Welt unter Verbrauch senken, Preis senken.

Häufige Fragen zum Stromsparen

Was bringt beim Stromsparen am meisten?
Der Tarif. Ein Wechsel aus der Grundversorgung spart einem Zwei-Personen-Haushalt im ersten Jahr im Schnitt 333 € und ab dem zweiten Jahr 42 €, ohne dass sich am Verbrauch etwas ändert. Beim Verbrauch selbst ist der größte Einzelposten meist die Wärme: elektrische Warmwasserbereitung, Wärmepumpe oder alte Trockner. Kleine Verbraucher wie Standby fallen dagegen kaum ins Gewicht.
Wie viel spart ein Anbieterwechsel wirklich?
Nach unserer laufenden Erhebung in rund 8.000 Postleitzahlen kostet die Grundversorgung im Schnitt 35,38 ct/kWh Arbeitspreis, ein günstiger Neukundentarif 33,92 ct/kWh (Stand 11.09.2026). Für 2.500 kWh im Jahr ergibt das im ersten Jahr rund 333 € Unterschied, weil Neukunden-Boni dazukommen. Ab dem zweiten Jahr bleibt die Differenz aus dem reinen Preis, in unserem Beispiel 42 €.
Lohnt es sich, Geräte im Standby abzuschalten?
Weniger, als oft behauptet wird. Ein modernes Fernsehgerät zieht im Bereitschaftsbetrieb rund ein Watt, das sind etwa 3,05 € im Jahr. Bei einer Spielkonsole im Ruhezustand sind es zwölf Watt und damit rund 36 €. Es lohnt sich also gezielt bei wenigen Geräten, nicht als Prinzip. Welche Geräte man besser nicht vom Netz nimmt, steht unter Standby.
Soll ich zuerst den Verbrauch oder den Preis senken?
Den Preis, weil es nichts kostet und nichts am Alltag ändert. Der Verbrauch ist der zweite Schritt und der langsamere: Geräte tauscht man, wenn sie ohnehin fällig sind, nicht auf Verdacht. Wer beides macht, rechnet den Effekt allerdings nicht doppelt — wer weniger verbraucht, spart bei jedem Tarif entsprechend weniger Euro.
Lohnt sich ein neues Gerät, obwohl das alte noch funktioniert?
Das hängt vom Verbrauchsunterschied und vom Anschaffungspreis ab. Beim Kühlschrank liegt der Unterschied zwischen einem 15 Jahre alten Gerät und einer neuen Kühl-Gefrierkombination bei rund 200 kWh im Jahr, also etwa 68 €. Beim Wäschetrockner sind es zwischen Kondensgerät und Wärmepumpentrockner rund 270 kWh oder 92 €. Ob sich der Kauf rechnet, entscheidet dann der Preis des Neugeräts.
Mit welchem Strompreis rechnen Sie hier?
Mit 33,92 ct/kWh, dem durchschnittlichen Arbeitspreis günstiger Neukundentarife aus unserer eigenen Erhebung (Stand 11.09.2026). Das ist bewusst die vorsichtige Annahme: Wer in der Grundversorgung steckt, zahlt im Schnitt 35,38 ct/kWh und spart durch jede eingesparte Kilowattstunde entsprechend mehr. Der Grundpreis bleibt in dieser Rechnung außen vor, weil er sich durch weniger Verbrauch nicht ändert.
Daten zitieren? Gern, mit Quellenangabe. stromvermittlung.de: Strom sparen — Wirkung einzelner Maßnahmen in Euro pro Jahr, Stand 11.09.2026. https://www.stromvermittlung.de/strom-sparen

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Über diese Seite. Die Verbrauchswerte stammen aus unseren Geräteseiten und beruhen auf dem Stromspiegel (co2online); die zugrunde liegende Annahme steht auf der jeweils verlinkten Seite. Die Umrechnung in Euro machen wir selbst: Verbrauchsdifferenz mal Arbeitspreis aus unserer laufenden Tarifabfrage in rund 8.000 Postleitzahlen. Wir rechnen bewusst mit dem günstigen Tarif, damit die Angabe die untere Grenze ist. Für den Tarifwechsel gilt die Erstjahres-Betrachtung inklusive der durchschnittlichen Neukunden-Boni, der Wert ab dem zweiten Jahr steht daneben. Mehr zu Herkunft und Lesart unserer Zahlen unter Methodik & Transparenz. Alle Angaben ohne Gewähr.