Ökostromvergleich 2026: echten Ökostrom erkennen und günstig vergleichen
Ökostrom ist kein geschützter Begriff. Was einen wirklich nachhaltigen Tarif von einem reinen Zertifikatskauf unterscheidet, welche Labels zählen und wie Sie gezielt danach filtern.
- Jeder Anbieter darf einen Tarif Ökostrom nennen, sobald er passende Herkunftsnachweise vorhält, unabhängig davon, ob er selbst neue Wind- oder Solaranlagen fördert. Der Begriff ist nicht gesetzlich geschützt.
- Verlässlicher erkennbar ist echter Ökostrom an unabhängigen Labels: Das Umweltbundesamt empfiehlt vor allem das Grüner-Strom-Label und das ok-power-Siegel.
- In unserem Live-Beispiel für Berlin trägt nur rund 63 % der als Ökostrom ausgewiesenen Tarife (117 von 185) überhaupt ein erkennbares Zertifikat, der Rest weist keines aus.
- 2025 stammten laut Umweltbundesamt 55,1 % des deutschen Stroms aus erneuerbaren Energien, neuer Höchstwert.
- Im Stromvergleich filtern Sie direkt: Öko (alle ausgewiesenen Ökotarife) oder ÖkoPLUS (besonders nachhaltig zertifiziert).
Stromvergleich
Postleitzahl und Jahresverbrauch eingeben, im Stromtarif-Rechner sehen Sie anschließend die passenden Tarife für Ihre Adresse, sortiert nach Jahreskosten.
„Nur Ökostrom" ist voreingestellt. Für den Vergleich mit allen Tarifen den Schalter einfach ausschalten.
- Nur als Ökostrom ausgewiesene Tarife, oder alle Tarife zum Vergleich
- Zusätzlicher ÖkoPLUS-Filter direkt im Rechner für streng zertifizierte Tarife
- Direkt online abschließbar
Was ist echter Ökostrom?
Physikalisch fließt aller Strom, egal ob aus Windkraft oder Kohle, durch dasselbe Verbundnetz. An der eigenen Steckdose lässt sich nicht unterscheiden, woher die Elektronen gerade kommen. Ökostromtarife funktionieren deshalb vertraglich: Der Anbieter weist über Herkunftsnachweise nach, dass er eine entsprechende Menge Strom aus erneuerbaren Quellen eingekauft oder erzeugt hat.
Das Problem: Diese Herkunftsnachweise, oft über das europäische RECS-System gehandelt, lassen sich unabhängig vom tatsächlich gelieferten Strom kaufen, teils für wenige Euro pro Jahr und Haushalt. Ein Anbieter kann also konventionellen Strom einkaufen, passende Nachweise zukaufen und den Tarif trotzdem als Ökostrom bewerben, ohne selbst einen einzigen Euro in neue Erzeugungsanlagen zu investieren. Weil „Ökostrom" kein gesetzlich geschützter Begriff ist, ist das erlaubt.
Echter Ökostrom im engeren Sinn liegt vor, wenn der Anbieter zusätzlich einen realen Beitrag zur Energiewende leistet, etwa durch Lieferverträge mit neuen, jungen Anlagen oder durch nachweisliche Investitionen in den Ausbau. Genau das prüfen unabhängige Labels.
Von Umweltverbänden getragen, vom Umweltbundesamt empfohlen. Verlangt einen Fördertopf für neue Anlagen und strenge Herkunftskriterien.
Ebenfalls vom Umweltbundesamt empfohlen. Setzt auf Strom aus jungen Anlagen (meist unter sechs Jahren) oder direkte Investitionen in den Zubau.
Weit verbreitet, in unserem Datenbeispiel unten das häufigste Label. Die Anforderungen variieren je nach Zertifikatsvariante und gelten insgesamt als weniger streng als die beiden erstgenannten.
Viele Tarife werben mit „Ökostrom", ohne ein unabhängiges Zertifikat auszuweisen. Das schließt echte Förderung nicht zwingend aus, lässt sich von außen aber nicht prüfen.
Quelle: Umweltbundesamt (Empfehlung Grüner-Strom-Label und ok-power); Zertifikatsnamen und Häufigkeiten unten aus eigenem Live-Datenbeispiel.
Im Stromvergleich oben zeigen wir zu jedem Tarif, ob der Anbieter ihn als Ökostrom kennzeichnet (Öko) und ob er zusätzlich als besonders nachhaltig zertifiziert eingestuft ist (ÖkoPLUS), direkt aus den Tarifdaten unserer Partnerschnittstelle. Das ersetzt keine eigene Prüfung der Herkunftsnachweise, ist aber ein schneller erster Filter.
Die besten ÖkoPLUS-Tarife
Beispiel für Berlin (PLZ 10115) bei 2.500 kWh Jahresverbrauch, nur Tarife mit der strengeren ÖkoPLUS-Einstufung, sortiert nach Jahreskosten im ersten Jahr:
| Anbieter | Tarif | Zertifikat | Arbeitspreis | Grundpreis | Kosten/Jahr* |
|---|---|---|---|---|---|
| EMS | ENTEGA Ökostrom dynamisch | Ökostrom TÜV Nord | 20,06 ct/kWh | 9,29 €/Monat | 613 € |
| SimplyGreen | SimplyGreen dynamisch | Ökostrom TÜV Nord | 20,06 ct/kWh | 9,29 €/Monat | 613 € |
| LichtBlick | ÖkoStrom 24 | Ökostrom Grüner Strom Label | 33,59 ct/kWh | 7,50 €/Monat | 661 € |
| Stadtwerke Karlsruhe | BesserVersorgt Strom fix | Ökostrom ok-power | 31,57 ct/kWh | 13,36 €/Monat | 671 € |
| ENTEGA | ENTEGA Ökostrom eco 24 | Ökostrom ok-power | 33,49 ct/kWh | 9,25 €/Monat | 673 € |
| LichtBlick | ÖkoStrom 12 | Ökostrom Grüner Strom Label | 34,59 ct/kWh | 7,47 €/Monat | 679 € |
* Erstes Vertragsjahr inklusive Boni, Bruttopreise. Live-Abruf über die Verivox-Partnerschnittstelle, wird mehrmals täglich aktualisiert. Die Tarife und Preise an Ihrer Adresse können abweichen.
Ökostromanbieter im Vergleich
Anbieter mit den meisten als Ökostrom ausgewiesenen Tarifen in unserem Berliner Beispiel, sortiert nach Anzahl der ÖkoPLUS-Tarife:
| Anbieter | Ökotarife | davon ÖkoPLUS | Zertifikate | Günstigster Preis/Jahr* |
|---|---|---|---|---|
| Octopus Energy | 5 | 5 | ok-power | 800 € |
| Naturwerke GmbH | 5 | 5 | ok-power | 832 € |
| SimplyGreen | 4 | 4 | TÜV Nord | 613 € |
| LichtBlick | 4 | 3 | Grüner Strom Label | 661 € |
| EWS Schönau | 3 | 3 | TÜV Nord | 904 € |
| Stadtwerke Karlsruhe | 2 | 2 | ok-power | 671 € |
| ENTEGA | 2 | 2 | ok-power | 673 € |
| Mainova | 4 | 2 | Grüner Strom Label | 697 € |
| PLAN-B | 5 | 2 | ok-power | 707 € |
| Green Planet Energy | 2 | 2 | ok-power, Grüner Strom Label | 881 € |
* Günstigster Ökotarif des Anbieters im Berliner Beispiel, Erstjahr inklusive Boni. Live-Abruf über die Verivox-Partnerschnittstelle.
Kostet Ökostrom mehr?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. In unserem Live-Vergleich liegen Ökotarife preislich meist nah an klassischen Tarifen verstreut, einige darunter, einige darüber, die ÖkoPLUS-Auswahl oben zeigt bewusst auch die günstigsten Vertreter dieser strengeren Kategorie. Wer eine Preisobergrenze hat, sollte trotzdem gezielt filtern und vergleichen, statt automatisch den teuersten „Öko"-Tarif zu wählen.
Was bringt der Wechsel fürs Klima?
Erneuerbare Energien haben 2025 laut Umweltbundesamt 55,1 % des deutschen Stromverbrauchs gedeckt, ein neuer Höchstwert und deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Ein einzelner Tarifwechsel verschiebt diesen Anteil nicht direkt, er ist aber ein Nachfragesignal. Besonders wirksam sind dabei Tarife mit echter Förderkomponente, wie sie die Labels Grüner-Strom-Label und ok-power auszeichnen, weil sie über den reinen Zertifikatskauf hinaus tatsächlich neue Erzeugungskapazität unterstützen.
Häufige Fragen zu Ökostrom
Ist Ökostrom automatisch teurer als normaler Strom?
Nein. Ökostrom und konventioneller Strom fließen physikalisch durch dasselbe Verbundnetz, ein Tarif wird nicht allein durch die Ökostrom-Kennzeichnung teurer. Im Vergleich liegen viele Ökotarife preislich nah an klassischen Tarifen, manche darunter, manche darüber. Ein Preisvergleich lohnt sich trotzdem, denn die Spannen sind auch innerhalb der Ökotarife groß.
Was bedeutet es, wenn ein Anbieter nur ein Herkunftsnachweis- oder RECS-Zertifikat kauft?
Ein Herkunftsnachweis (oft über das europäische RECS-System gehandelt) bescheinigt, dass irgendwo in Europa, zum Beispiel bei einem alten norwegischen Wasserkraftwerk, eine bestimmte Strommenge erneuerbar erzeugt wurde. Der Anbieter kauft dieses Zertifikat separat vom tatsächlich gelieferten Strom und darf seinen Tarif dann als Ökostrom bewerben, auch wenn er selbst konventionellen Strom einkauft und nichts in neue Anlagen investiert. Das ist in Deutschland erlaubt, weil der Begriff Ökostrom nicht gesetzlich geschützt ist.
Was ist der Unterschied zwischen Öko und ÖkoPLUS in Ihrem Vergleich?
Öko bezeichnet alle Tarife, die der Anbieter selbst als Ökostrom kennzeichnet. ÖkoPLUS ist eine strengere Kategorie aus derselben Datenquelle für Tarife mit besonders hoher Nachhaltigkeits-Einstufung, etwa mit Förderung des Ausbaus neuer Anlagen. Beide Kennzeichnungen stammen aus der Verivox-Partnerschnittstelle und ersetzen keine eigene Prüfung der Herkunftsnachweise, sie sind aber ein guter erster Filter.
Welche Ökostrom-Siegel sind vertrauenswürdig?
Das Umweltbundesamt empfiehlt vor allem zwei unabhängige Label: das Grüner-Strom-Label und das ok-power-Siegel. Beide verlangen von zertifizierten Anbietern einen echten Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien, etwa durch Lieferverträge mit neuen Anlagen oder Investitionen, statt nur Zertifikate zuzukaufen. TÜV-Zertifikate (etwa TÜV Nord, TÜV Süd, TÜV Rheinland) sind ebenfalls verbreitet, die Anforderungen unterscheiden sich aber je nach Zertifikatsvariante und gelten insgesamt als weniger streng.
Bekomme ich mit einem Ökostromtarif physisch grünen Strom aus der Steckdose?
Nein, das ist technisch gar nicht möglich. Strom aus Wind, Sonne, Kohle oder Gas fließt gemeinsam durch dasselbe Netz und lässt sich an der Steckdose nicht trennen. Ein Ökostromtarif bedeutet, dass der Anbieter vertraglich zusichert, eine entsprechende Menge Ökostrom einzuspeisen oder Herkunftsnachweise dafür vorzuhalten. Der Effekt für die Energiewende hängt stark davon ab, ob damit tatsächlich neue Erzeugungskapazität gefördert wird oder nur Bestandsanlagen umetikettiert werden.
Woran erkenne ich in der Stromkennzeichnung meines aktuellen Anbieters, ob wirklich neue Anlagen gefördert werden?
Anbieter müssen jährlich eine Stromkennzeichnung veröffentlichen, die den Energieträgermix ausweist. Skeptisch sollten Sie werden, wenn dort nur ein pauschaler Hinweis auf gekaufte Herkunftsnachweise steht, ohne Angaben zum Alter der Anlagen oder zu einer Förderkomponente. Ein Blick auf ein unabhängiges Label wie ok-power oder Grüner-Strom-Label ist einfacher als die Kennzeichnung im Detail zu prüfen.
Bereit für den Vergleich? Postleitzahl eingeben und alle Ökotarife an Ihrer Adresse sehen:
isEcoTariff/tariffEcoType sowie das im Tarif hinterlegte Zertifikat), Beispiel PLZ 10115, wird mehrmals täglich aktualisiert.
Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist stets das aktuelle Angebot des jeweiligen Anbieters.
