Autostromtarife 2026: E-Auto günstig zu Hause laden

Über den normalen Stromzähler laden oder mit Extra-Zähler pro Kilowattstunde sparen: beide Wege erklärt, mit Vergleich, Rechenbeispiel und Entscheidungshilfe.

Das Wichtigste in Kürze
  • Zu Hause laden ist fast immer deutlich günstiger als öffentliche Ladesäulen. Es gibt zwei Wege: über den vorhandenen Haushaltszähler oder über einen zweiten Zähler mit speziellem Autostromtarif.
  • Mit Extra-Zähler ist der Arbeitspreis dank reduzierter Netzentgelte (§ 14a EnWG) meist 20 bis 30 Prozent niedriger – aktuell gibt es Autostromtarife ab 22,15 ct/kWh. Dafür fallen eine zweite Grundgebühr und einmalige Installationskosten an.
  • Als Faustregel lohnt sich der zweite Zähler ab rund 10.000 km Jahresfahrleistung, die überwiegend zu Hause geladen werden.
  • Ein E-Auto braucht inklusive Ladeverlusten rund 20 kWh je 100 km, bei 10.000 km also etwa 2.000 kWh zusätzlich im Jahr.

Haushalt und E-Auto laufen über einen Zähler: Wir vergleichen normale Stromtarife mit Ihrem Gesamtverbrauch (Haushalt + Ladestrom).

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10.000 km ≈ 2.000 kWh Ladestrom. Bei mehrdeutigen Postleitzahlen fragen wir den Ortsteil ab.

Was ist Autostrom und warum ist er günstiger?

Autostrom (auch Ladestrom) ist Strom für das Laden eines E-Autos an der heimischen Wallbox. Spezielle Autostromtarife sind günstiger als Haushaltsstrom, weil die Wallbox als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG gilt: Der örtliche Netzbetreiber darf die Ladeleistung bei drohender Netzüberlastung vorübergehend drosseln (auf mindestens 4,2 kW, nicht auf null). Im Gegenzug zahlen Sie reduzierte Netzentgelte. Diese Regel gilt seit dem 1. Januar 2024 bundesweit für alle neu installierten privaten Wallboxen.

Bei den Netzentgelten haben Sie die Wahl zwischen einer pauschalen jährlichen Entlastung (Modul 1) und 60 Prozent Rabatt auf den Netzentgelt-Arbeitspreis (Modul 2). Modul 2 setzt einen separaten Zähler für die Wallbox voraus, und genau darauf bauen die speziellen Autostromtarife auf.

Zwei Wege, das E-Auto zu Hause zu laden

Weg 1: Autostrom über den normalen Stromzähler
  • Keine Umbau- oder Zusatzkosten, ein Vertrag für alles
  • Freie Tarifwahl, auch dynamische Tarife möglich
  • Sofort umsetzbar
  • Ladestrom kostet den vollen Haushaltsstrompreis
  • Kein getrennter Nachweis (z. B. für Firmenwagen-Abrechnung)
Weg 2: Günstiger Autostrom dank Extra-Zähler
  • Arbeitspreis meist 20–30 % unter Haushaltsstrom (§ 14a, Modul 2)
  • Getrennte Abrechnung, ideal bei Dienstwagen
  • Zweite Grundgebühr (rund 100–150 € pro Jahr)
  • Einmalige Installation des Zählerplatzes durch den Elektriker (je nach Aufwand einige Hundert Euro)
  • Tarifauswahl kleiner als beim Haushaltsstrom

So kommen Sie an Autostrom über den normalen Stromzähler

Hier ändert sich am Zählerschrank nichts: Die Wallbox wird an den vorhandenen Hausanschluss angeschlossen (Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt der Elektrofachbetrieb), und das Auto lädt zum Preis Ihres normalen Stromtarifs. Entscheidend ist, dass Sie Ihren Tarif auf den neuen Gesamtverbrauch optimieren: Haushalt plus Ladestrom. Wer bisher 2.500 kWh verbraucht hat und 10.000 km im Jahr lädt, landet bei rund 4.500 kWh, und mit dem höheren Verbrauch verschieben sich die Tarif-Rankings spürbar. Nutzen Sie dafür oben die Weiche mit „Gemeinsamer Zähler".

So kommen Sie an günstigen Autostrom mit Extra-Zähler

Für den separaten Autostromtarif braucht die Wallbox einen eigenen Stromzähler. Der Ablauf: Ein Elektrofachbetrieb prüft den Zählerschrank und richtet den zweiten Zählerplatz ein, der Messstellenbetreiber (in der Regel der örtliche Netzbetreiber) setzt den Zähler, die Wallbox wird als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a angemeldet. Danach schließen Sie für diesen Zähler einen eigenen Autostromtarif ab, den Sie oben über die Weiche „Getrennter Zähler" vergleichen können. Einige Anbieter verlangen zusätzlich einen Nachweis über die steuerbare Wallbox.

Wann rechnen sich zwei Zähler? Entscheidungshilfe

Der günstigere Arbeitspreis muss die zweite Grundgebühr und die anteilige Installation hereinholen. Rechenbeispiel: Bei 15.000 km Jahresfahrleistung und 20 kWh je 100 km lädt das Auto 3.000 kWh. Spart der Autostromtarif 6 ct je kWh gegenüber dem Haushaltstarif, sind das 180 Euro im Jahr; nach Abzug einer zweiten Grundgebühr von 120 Euro bleiben 60 Euro pro Jahr, womit sich eine Installation für 500 Euro erst nach mehreren Jahren amortisiert. Bei kleinerer Fahrleistung kippt die Rechnung schnell ins Minus, bei Vielfahrern (20.000 km und mehr) oder ohnehin geplantem Zählerschrank-Umbau sieht sie deutlich besser aus.

Break-even-Rechner: lohnt sich der Extra-Zähler für Sie?

Voreingestellt sind typische Werte, alle Felder lassen sich anpassen. Die Preise finden Sie in den beiden Vergleichen oben.

Alternative: dynamischer Tarif statt zweitem Zähler

E-Autos sind der Idealfall für dynamische Stromtarife: Das Laden lässt sich fast beliebig verschieben, und wer die Wallbox automatisch in den günstigsten Börsenstunden (nachts, mittags bei viel Solarstrom) laden lässt, drückt seinen Ladestrompreis oft stärker, als es ein klassischer Autostromtarif könnte – ganz ohne zweiten Zähler, nur mit Smart Meter. Der Preis schwankt dafür mit der Börse, teure Stunden gibt es auch. Für Vielfahrer mit steuerbarer Wallbox ist die Kombination aus beidem der Königsweg, wird aber erst von wenigen Anbietern angeboten.

Faustregel: Verschiebbares Laden + Smart Meter → dynamischer Tarif prüfen. Fester Tagesrhythmus ohne Flexibilität → klassischer Autostromtarif mit Extra-Zähler oder günstiger Haushaltstarif mit Gesamtverbrauch.

Die günstigsten Autostromtarife (getrennter Zähler)

Beispiel für Berlin (PLZ 10115) bei 2.500 kWh Ladestrom pro Jahr, sortiert nach Jahreskosten im ersten Jahr:

AnbieterTarifArbeitspreisGrundpreisKosten/Jahr*
FriesenWerkÖkostrom Mobil 22,15 ct/kWh 6,65 €/Monat 634 €
MONTANAÖkostrom ÖkoStrom Plus A (12M) 24,35 ct/kWh 14,02 €/Monat 635 €
FriesenWerkÖkostrom Wärme & Mobil 24,35 ct/kWh 6,65 €/Monat 689 €
Green Planet EnergyÖkostrom Autostrom 24 28,08 ct/kWh 8,82 €/Monat 708 €
SimplyGreenÖkostrom SimplyGreen 12 26,50 ct/kWh 11,25 €/Monat 738 €

* Erstes Vertragsjahr inkl. Boni, Bruttopreise. Live-Abruf über die Verivox-Partnerschnittstelle (Profil A0, separater Zähler), wird mehrmals täglich aktualisiert. Die Tarife und Preise an Ihrer Adresse können abweichen.

Welche Autostromtarife gibt es an Ihrer Adresse? Alle buchbaren Tarife für den separaten Zähler mit Ersparnisrechnung:

Zum Ladestrom-Vergleich →

Kurz erklärt: die Wallbox

Eine Wallbox lädt mit üblicherweise 11 kW, also gut zehnmal schneller als eine Haushaltssteckdose, und ist für Dauerlast ausgelegt. Sie muss beim Netzbetreiber angemeldet werden (bis 12 kW genügt die Anmeldung, darüber ist eine Genehmigung nötig); Installation und Anmeldung übernimmt der Elektrofachbetrieb. Das dauerhafte Laden an der normalen Steckdose ist nur eine Notlösung: langsam, verlustreich und für die Leitung auf Dauer riskant. Mieter und Wohnungseigentümer haben seit 2020 einen gesetzlichen Anspruch auf Genehmigung einer eigenen Lademöglichkeit (§ 554 BGB bzw. § 20 WEMoG).

Häufige Fragen zu Autostrom

Was ist ein Autostromtarif?

Ein Autostromtarif ist ein Stromtarif speziell für das Laden eines E-Autos an der heimischen Wallbox. Er setzt einen separaten Stromzähler für die Wallbox voraus. Weil die Wallbox als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG gilt und der Netzbetreiber sie bei Netzengpässen kurzzeitig drosseln darf, fallen reduzierte Netzentgelte an. Dadurch ist der Arbeitspreis meist 20 bis 30 Prozent niedriger als beim Haushaltsstrom.

Kann ich mein E-Auto einfach über den normalen Stromzähler laden?

Ja, das ist der einfachste Weg: Die Wallbox hängt am vorhandenen Haushaltszähler, das Auto lädt zum normalen Haushaltstarif und Sie brauchen weder Umbau noch Zusatzvertrag. Wichtig ist nur, den Gesamtverbrauch realistisch anzusetzen: Haushalt plus Ladestrom. Wer 10.000 km im Jahr fährt, braucht rund 2.000 kWh zusätzlich. Mit dem höheren Gesamtverbrauch lohnt sich fast immer ein Tarifwechsel, weil viele Tarife bei mehr Verbrauch einen günstigeren Arbeitspreis haben.

Wann lohnt sich ein zweiter Stromzähler für Autostrom?

Als Faustregel ab etwa 10.000 Kilometern Jahresfahrleistung, die überwiegend zu Hause geladen werden. Der günstigere Arbeitspreis (rund 20 bis 30 Prozent unter Haushaltsstrom) muss die Zusatzkosten hereinholen: die zweite Grundgebühr von rund 100 bis 150 Euro pro Jahr und die einmalige Installation des Zählerplatzes, die je nach Aufwand einige Hundert Euro kostet. Je mehr Kilometer, desto schneller rechnet sich der Extra-Zähler.

Was bedeutet § 14a EnWG für meine Wallbox?

Seit dem 1. Januar 2024 gelten neu installierte private Wallboxen als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf die Ladeleistung bei drohender Netzüberlastung vorübergehend auf mindestens 4,2 kW dimmen, komplett abschalten darf er sie nicht. Im Gegenzug erhalten Sie reduzierte Netzentgelte: entweder eine pauschale jährliche Entlastung (Modul 1) oder 60 Prozent Rabatt auf den Arbeitspreis der Netzentgelte (Modul 2, nur mit separatem Zähler). Quelle: Festlegungen der Bundesnetzagentur.

Sind dynamische Stromtarife fürs E-Auto besser?

Für viele E-Auto-Fahrer ja. Bei einem dynamischen Tarif folgt der Strompreis stündlich der Börse; wer sein Auto nachts oder in der Mittagszeit automatisch laden lässt, lädt regelmäßig in den günstigsten Stunden. Das funktioniert am normalen Haushaltszähler mit Smart Meter, ganz ohne zweiten Zähler. Die Kombination aus beidem, also ein dynamischer Tarif auf einem separaten Zähler mit § 14a-Rabatt, ist derzeit erst bei wenigen Anbietern erhältlich.

Brauche ich für Autostrom zwingend eine Wallbox?

Für Autostromtarife mit eigenem Zähler ja, denn der Tarif setzt eine fest installierte, steuerbare Ladeeinrichtung voraus. Grundsätzlich lädt ein E-Auto zur Not auch an der Haushaltssteckdose, das ist aber langsam und dauerhaft nicht zu empfehlen, weil normale Steckdosen für stundenlange hohe Last nicht ausgelegt sind. Eine Wallbox (üblich: 11 kW) muss beim Netzbetreiber angemeldet werden; die Installation übernimmt ein Elektrofachbetrieb.

Wie viel Strom verbraucht ein E-Auto pro Jahr?

Rechnen Sie inklusive Ladeverlusten mit rund 20 kWh je 100 Kilometer. Bei 10.000 km im Jahr sind das etwa 2.000 kWh, bei 15.000 km etwa 3.000 kWh, zusätzlich zum Haushaltsverbrauch. Den genauen Verbrauch zeigt der Bordcomputer; für die Tarifwahl zählt nur der Anteil, den Sie zu Hause laden.

Bereit für den Vergleich? Oben in der Zähler-Weiche wählen Sie zwischen gemeinsamem und getrenntem Zähler – wir zeigen jeweils die passenden Tarife.

Methodik & Quellen: Rechtsgrundlagen: § 14a EnWG mit den Festlegungen der Bundesnetzagentur zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (Dimmen auf mindestens 4,2 kW, Netzentgelt-Module). Tarifdaten: Live-Abruf über die Verivox-Partnerschnittstelle (Lastprofil A0, separater Zähler), eigene Aufbereitung. Verbrauchsannahme 20 kWh je 100 km inklusive Ladeverlusten (redaktionelle Faustregel); Kostenspannen für Zählerplatz-Installation und zweite Grundgebühr sind marktübliche Richtwerte, maßgeblich ist das Angebot Ihres Elektrofachbetriebs bzw. Anbieters.