Dynamische Stromtarife 2026: Vergleich, Anbieter und Voraussetzungen
Börsenstrompreis live, alle in Deutschland buchbaren Börsenpreis-Tarife im Überblick und was Sie vor dem Wechsel wissen müssen. Datenstand: 10.07.2026.
- Bei dynamischen Stromtarifen folgt der Arbeitspreis dem Börsenstrompreis und ändert sich stündlich bzw. viertelstündlich. Heute liegt er im Tagesmittel bei 12,37 ct/kWh (Tief 3,74, Spitze 18,67 ct/kWh, reiner Börsenpreis).
- Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). Seit 2025 haben Haushalte einen Anspruch auf den Einbau, die Kosten sind gesetzlich gedeckelt.
- In Deutschland sind aktuell 22 dynamische Tarife von 22 Anbietern direkt buchbar (Stand 10.07.2026). Seit Januar 2025 muss jeder Stromanbieter einen dynamischen Tarif anbieten.
- Verglichen wird über die Grundgebühr und den Aufschlag, nicht über einen festen Arbeitspreis. Es lohnt sich vor allem mit E-Auto, Wärmepumpe oder Heimspeicher.
Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem klassischen Stromtarif zahlen Sie einen festen Arbeitspreis pro Kilowattstunde, egal wann Sie den Strom verbrauchen. Bei einem dynamischen Tarif ist das anders: Der Arbeitspreis folgt dem Day-Ahead-Preis der Strombörse EPEX SPOT. Dort wird jeden Tag gegen 13 Uhr der Strompreis für jede Stunde (seit Oktober 2025 für jede Viertelstunde) des Folgetags festgelegt. Ihr Anbieter reicht diese Börsenpreise an Sie durch und verdient über eine feste Grundgebühr oder einen kleinen Aufschlag pro Kilowattstunde.
Sie wissen also jeden Nachmittag, was Strom morgen in jeder Stunde kostet, und können planen: Das E-Auto lädt nachts oder in der Mittagssonne, die Spülmaschine läuft in der günstigsten Stunde. Abgerechnet wird Ihr tatsächlicher Verbrauch je Stunde, deshalb ist ein Smart Meter Pflicht.
Nicht verwechseln: Variable Tarife passen den Preis nur monatlich an ein Börsenmittel an und brauchen kein Smart Meter, bieten dafür aber keinen Anreiz zur Lastverschiebung.
Börsenstrompreis heute
Reiner Börsenpreis (netto) ohne Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Anbieter-Aufschlag. Quelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de (EPEX SPOT Day-Ahead, Marktgebiet Deutschland/Luxemburg), abgerufen am 10.07.2026, wird täglich aktualisiert.
Wie sich Ihr Preis zusammensetzt
Der Börsenpreis ist nur ein Teil dessen, was Sie pro Kilowattstunde zahlen. Dazu kommen bei jedem dynamischen Tarif:
- Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen: je nach Region zusammen meist 17 bis 20 ct/kWh, davon sind nur die Netzentgelte regional verschieden. Diese Bestandteile sind fix und fallen auch in „kostenlosen" Börsenstunden an.
- Grundgebühr bzw. Aufschlag des Anbieters: aktuell zwischen rund 13,39 und 19,35 Euro im Monat bei den überregionalen Anbietern; manche berechnen zusätzlich einen Aufschlag von 1 bis 3 ct/kWh auf den Börsenpreis.
Als Faustregel: Bei einem Börsenmittel von 10,73 ct/kWh landet der Endpreis inklusive aller Bestandteile typischerweise bei 27 bis 32 ct/kWh, in günstigen Stunden deutlich darunter, in teuren darüber.
Voraussetzungen: Smart Meter ist Pflicht
Ohne intelligentes Messsystem (iMSys) kann kein Anbieter Ihren Verbrauch stundengenau abrechnen. Das brauchen Sie konkret:
- Smart Meter mit Gateway: ein digitaler Zähler mit Kommunikationsmodul, das die Viertelstundenwerte an den Messstellenbetreiber übermittelt. Ein einfacher digitaler Zähler („moderne Messeinrichtung") reicht nicht.
- Einbau durch den Messstellenbetreiber: in der Regel Ihr örtlicher Netzbetreiber. Seit 2025 haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf den Einbau („Smart Meter auf Bestellung"), der Messstellenbetreiber hat dafür vier Monate Zeit.
- Gedeckelte Kosten: für Haushalte bis 6.000 kWh in der Regel 20 Euro pro Jahr, beim Wunscheinbau einmalig bis zu 30 Euro zusätzlich. Mit steuerbarer Anlage nach § 14a EnWG (Wallbox, Wärmepumpe) höchstens 50 Euro pro Jahr.
Einige Anbieter (etwa Tibber oder Octopus) vermitteln den Smart-Meter-Einbau auch selbst oder arbeiten mit wettbewerblichen Messstellenbetreibern zusammen, dann geht es oft schneller.
Anbieter und Tarife in Deutschland
Seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Stromlieferant in Deutschland einen dynamischen Tarif anbieten (§ 41a Abs. 2 EnWG). Direkt online abschließbar sind aktuell 22 Tarife von 22 Anbietern (Stand 10.07.2026). Wichtig beim Vergleich: Bei dynamischen Tarifen gibt es keinen festen Arbeitspreis, verglichen wird über Grundgebühr und Aufschlag. Geschätzte Jahreskosten aus Vergleichsrechnern beruhen immer auf vergangenen Börsenpreisen.
| Anbieter | Tarif | Grundgebühr Ø* | Verfügbarkeit** |
|---|---|---|---|
| tado EnergyÖkostrom | tado home Monthly | 13,39 €/Monat | 100 % der PLZ |
| EMSÖkostrom | ENTEGA Ökostrom dynamisch | 13,78 €/Monat | 93 % der PLZ |
| SimplyGreenÖkostrom | SimplyGreen dynamisch | 13,80 €/Monat | 93 % der PLZ |
| EWS SchönauÖkostrom | Ökostrom Vario | 13,90 €/Monat | 99 % der PLZ |
| goldstromÖkostrom | natürlich flex Strom | 14,75 €/Monat | 98 % der PLZ |
| OstromÖkostrom | Ostrom SimplyDynamic Monthly | 14,82 €/Monat | 100 % der PLZ |
| Octopus EnergyÖkostrom | dynamicOctopus monthly | 14,94 €/Monat | 99 % der PLZ |
| TibberÖkostrom | Smart Dynamic | 16,13 €/Monat | 82 % der PLZ |
| GASAGÖkostrom | GASAG | STROM Flex | 16,24 €/Monat | 20 % der PLZ |
| EMB BrandenburgÖkostrom | STROM | Flex | 16,28 €/Monat | 19 % der PLZ |
| immergrün! Energie | EnerFlex Prime IG | 19,35 €/Monat | 100 % der PLZ |
* Durchschnitt über alle Postleitzahlen, die Grundgebühr enthält teils regionale Bestandteile und variiert je nach Wohnort. ** Anteil der von uns abgefragten Postleitzahlen, an denen der Tarif buchbar ist. Datenstand 10.07.2026, Quelle: eigene Tarifdatenbank (Verivox-Tarifdaten).
Dazu kommen regionale dynamische Tarife, vor allem von Stadtwerken, darunter Gw Kirkel, SB Luckenwalde, Stadtwerk am See, Stadtwerke Bliestal, Stadtwerke Bochum, Stadtwerke Göttingen. Auch große Versorger wie Vattenfall, E.ON oder GASAG führen eigene dynamische Tarife; ob ein solcher Tarif an Ihrer Adresse verfügbar ist, zeigt der Vergleich für Ihre Postleitzahl.
Welche dynamischen Tarife gibt es an Ihrer Adresse? Alle an Ihrem Wohnort buchbaren Börsenpreis-Tarife mit Grundgebühr und geschätzten Jahreskosten vergleichen:
Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
Das Sparpotenzial hängt fast ausschließlich davon ab, wie viel Verbrauch Sie in günstige Stunden verschieben können:
- E-Auto: der stärkste Hebel. Wer regelmäßig 200 bis 300 kWh im Monat lädt und das Laden automatisch in die günstigsten Nacht- oder Mittagsstunden legt, spart gegenüber einem Fixtarif oft mehrere Hundert Euro im Jahr.
- Wärmepumpe: mit Pufferspeicher oder trägem Gebäude lässt sich die Heizlast in günstige Stunden vorziehen. Vergleichen Sie auch spezielle Wärmepumpentarife, die mit reduzierten Netzentgelten arbeiten.
- PV-Anlage mit Speicher: der Speicher kann sich im Winter in günstigen oder negativen Börsenstunden aus dem Netz laden und teure Abendstunden überbrücken.
- Standard-Haushalt ohne steuerbare Verbraucher: geringes Potenzial. Spülmaschine und Waschmaschine zu verschieben spart nur wenige Euro im Monat, dafür tragen Sie das volle Preisrisiko.
Das Risiko gehört dazu
Dynamische Tarife geben nicht nur günstige, sondern auch teure Stunden weiter. In der Dunkelflaute am 12. Dezember 2024 stieg der Day-Ahead-Preis in der Spitze auf 93,63 ct/kWh (936,28 €/MWh, Quelle: SMARD), für die betroffenen Abendstunden mehr als das Fünffache des Üblichen. Wer solche Phasen nicht durch Lastverschiebung abfedern kann, sollte den Puffer im Haushaltsbudget haben oder bei einem Fixpreistarif bleiben. Monatliche Abschläge glätten die Schwankungen nur in der Zahlung, nicht in den Kosten.
Häufige Fragen zu dynamischen Stromtarifen
Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem dynamischen Stromtarif ist der Arbeitspreis nicht fest, sondern folgt dem Börsenstrompreis der Strombörse EPEX SPOT. Der Preis ändert sich stündlich bzw. viertelstündlich und wird meist am Vortag gegen 13 Uhr für den Folgetag veröffentlicht. Dazu kommen eine feste Grundgebühr des Anbieters sowie Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Wer seinen Verbrauch in günstige Stunden verschieben kann, spart; wer das nicht kann, trägt das Risiko teurer Stunden.
Welche Anbieter haben dynamische Stromtarife?
Überregional buchbar sind aktuell unter anderem Tibber, Octopus Energy, Ostrom, tado Energy, ENTEGA, EWS Schönau und immergrün. Dazu kommen regionale Angebote von Stadtwerken sowie die dynamischen Tarife großer Versorger wie Vattenfall, E.ON oder GASAG. Seit Januar 2025 ist jeder Stromlieferant in Deutschland gesetzlich verpflichtet, einen dynamischen Tarif anzubieten (§ 41a EnWG). In unserer Datenbank sind derzeit 22 dynamische Tarife von 22 Anbietern erfasst.
Was kostet ein dynamischer Stromtarif?
Die Kosten bestehen aus drei Teilen: dem stündlichen Börsenpreis (Ø der letzten 30 Tage: 10,73 ct/kWh), einem festen Aufschlag oder einer Marge des Anbieters sowie Netzentgelten, Steuern und Abgaben von zusammen meist 17 bis 20 ct/kWh. Die Grundgebühren der überregionalen Anbieter liegen aktuell zwischen rund 13,39 und 19,35 Euro im Monat. Ein fester Arbeitspreis lässt sich nicht angeben, genau das ist das Prinzip.
Welche Voraussetzungen brauche ich für einen dynamischen Stromtarif?
Sie brauchen ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), also einen digitalen Stromzähler mit Kommunikationsmodul (Smart-Meter-Gateway). Den Einbau übernimmt der Messstellenbetreiber, in der Regel der örtliche Netzbetreiber. Seit 2025 haben Haushalte einen gesetzlichen Anspruch auf den Einbau. Die Kosten sind gedeckelt: für Haushalte bis 6.000 kWh in der Regel 20 Euro pro Jahr, beim Wunscheinbau einmalig bis zu 30 Euro zusätzlich, mit steuerbarer Anlage nach § 14a EnWG bis zu 50 Euro pro Jahr.
Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
Am meisten profitieren Haushalte, die große Verbraucher zeitlich steuern können: ein E-Auto, das nachts oder mittags lädt, eine Wärmepumpe mit Pufferspeicher oder ein Heimspeicher, der sich in günstigen Stunden aus dem Netz lädt. In den letzten 30 Tagen war der Börsenpreis in 67 Stunden sogar negativ. Wer seinen Verbrauch nicht verschieben kann, hat wenig Sparpotenzial und trägt das Preisrisiko teurer Stunden.
Wie hoch ist der Börsenstrompreis heute?
Heute (10.07.2026) liegt der Day-Ahead-Börsenpreis im Tagesmittel bei 12,37 ct/kWh, die günstigste Stunde bei 3,74 ct/kWh, die teuerste bei 18,67 ct/kWh (Quelle: Bundesnetzagentur/SMARD). Hinzu kommen beim Endpreis Netzentgelte, Steuern, Abgaben und der Aufschlag des Anbieters.
Was passiert bei negativen Strompreisen?
Bei sehr viel Wind- und Solarstrom fällt der Börsenpreis zeitweise unter null. In diesen Stunden wird der reine Energiepreis Ihnen gutgeschrieben, Sie zahlen dann nur Netzentgelte, Steuern und Abgaben. Komplett kostenlos ist der Strom also nicht, aber deutlich günstiger. In den letzten 30 Tagen gab es 67 Stunden mit negativen Börsenpreisen.
Was ist der Unterschied zwischen dynamischen und variablen Tarifen?
Ein dynamischer Tarif gibt die stündlichen Börsenpreise direkt weiter, Sie sehen jeden Tag im Voraus die Preise für jede Stunde. Ein variabler Tarif passt den Preis nur in größeren Abständen an, etwa monatlich auf Basis eines Monatsmittels der Börse. Variable Tarife brauchen kein Smart Meter, bieten aber auch keinen Anreiz, den Verbrauch in günstige Stunden zu verschieben.
Bereit für den Vergleich? Postleitzahl eingeben und alle dynamischen Tarife an Ihrer Adresse sehen:
