In den vergangenen Tagen sind die Strompreise an der Börse mehrfach auf null oder sogar darunter gefallen. Am 1. Mai 2026 rutschte der Preis am Großhandelsmarkt zeitweise sogar auf rund minus 499 Euro je Megawattstunde. Auslöser waren viel Solarstrom, Windenergie und eine vergleichsweise geringe Nachfrage.
Für Verbraucher klingt das fast absurd: Strom ist im Handel so günstig, dass Abnehmer rechnerisch Geld bekommen können. Doch für die meisten Haushalte ändert sich dadurch zunächst wenig. Wer einen klassischen Stromtarif hat, zahlt weiter seinen vereinbarten Arbeitspreis pro Kilowattstunde.
Warum Gratisstrom nicht automatisch auf der Rechnung landet
Der Grund liegt im Aufbau des Strommarkts. Die niedrigen Preise entstehen zuerst an der Börse. Dort kaufen vor allem Versorger und größere Marktteilnehmer Strom ein. Der Haushaltsstrompreis besteht aber nicht nur aus dem Börsenpreis, sondern auch aus Netzentgelten, Steuern, Abgaben, Umlagen und Vertriebskosten.
Deshalb kann Strom an der Börse kurzfristig kostenlos sein, während Haushalte trotzdem ihren normalen Tarif zahlen. Direkter profitieren können nur Kunden mit dynamischem Stromtarif. Dann folgt der Preis stärker dem Markt. Seit 2025 müssen Stromlieferanten solche Tarife anbieten, sie unterscheiden sich aber deutlich von Festpreistarifen.
Flexibler Verbrauch wird wichtiger
Besonders interessant sind dynamische Tarife für Haushalte mit E-Auto, Wärmepumpe oder Batteriespeicher. Wer größere Verbraucher in günstige Stunden verschieben kann, hat bessere Chancen auf Einsparungen. Ein E-Auto kann zum Beispiel mittags laden, wenn viel Solarstrom im Netz ist.
Ohne flexible Verbraucher ist der Vorteil kleiner. Denn Börsenpreise können nicht nur fallen, sondern auch steigen. Wer Strom vor allem abends benötigt, kann in teureren Stunden landen.
Sinkende oder sogar negative Börsenstrompreise sind spannend, ersetzen aber keinen aktiven Tarifcheck. Ein Strompreisvergleich zeigt, ob Ihr Tarif noch passt und wo Sie sparen können.










