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EU will Strompreise dämpfen: Das plant von der Leyen für Haushalte

Hochspannungsleitungen zur Stromübertragung

Die EU-Kommission bereitet neue Schritte vor, um die zuletzt gestiegenen Energiepreise zu dämpfen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen skizziert in einem Schreiben an die Staats- und Regierungschefs, an welchen Stellen die EU ansetzen will, damit Strom für Haushalte wieder bezahlbarer wird. Im Mittelpunkt stehen vier Bereiche, die den Endpreis auf der Rechnung prägen: Erzeugungskosten, Netzentgelte, Steuern und Abgaben sowie CO₂-Kosten.

Mehr günstiger Strom, weniger Gas als Preistreiber

Ein zentraler Hebel bleibt der Ausbau erneuerbarer Energien und der Netze. Hintergrund ist die Preislogik an der Strombörse: Häufig bestimmt das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage noch benötigt wird, den Preis. In vielen Stunden sind das Gaskraftwerke. Wenn Gas teuer ist, kann das Strompreise nach oben ziehen. Von der Leyen will deshalb den Anteil günstiger, heimischer Erzeugung erhöhen und zugleich Instrumente stärken, die Preise planbarer machen. Dazu zählen langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA), deren Nutzung erleichtert werden soll.

Zudem signalisiert die Kommission, dass bestehende Kernkraftwerke aus ihrer Sicht nicht vorschnell vom Netz gehen sollten. Parallel prüft Brüssel, ob in Ausnahmesituationen auch kurzfristige Eingriffe wie befristete Unterstützungsmaßnahmen für Gas zur Stromerzeugung möglich wären, ohne den Binnenmarkt zu verzerren.

Netzentgelte und Steuern sollen stärker in den Blick

Auch bei den Netzentgelten sieht die Kommission Ansatzpunkte. Investitionen in die Infrastruktur bleiben notwendig, gleichzeitig soll das bestehende Netz effizienter genutzt werden, um teure Ausbauschritte dort zu vermeiden, wo es Alternativen gibt. Dazu kündigt die Kommission weitere Vorschläge an.

Beim Thema Steuern und Abgaben verweist von der Leyen darauf, dass Strom in manchen Ländern im Verhältnis zu fossilen Energieträgern deutlich stärker belastet wird. Brüssel wirbt deshalb dafür, dass Mitgliedstaaten Spielräume nutzen, um die Abgaben auf Strom zu senken, damit die Elektrifizierung nicht durch hohe Stromnebenkosten ausgebremst wird.

ETS bleibt, soll aber Preisschwankungen besser abfedern

Am europäischen Emissionshandelssystem (ETS) hält die Kommission fest. Gleichzeitig steht im Raum, Preisschwankungen stärker zu begrenzen. Dazu wird unter anderem über Änderungen an der Marktstabilitätsreserve gesprochen, also dem Mechanismus, der Zertifikate zeitweise aus dem Markt nehmen oder zurückführen kann. Nach entsprechenden Signalen aus Brüssel reagierten die CO₂-Preise bereits spürbar.

Was Haushalte jetzt daraus ableiten können

Viele dieser Punkte sind politische Vorhaben, deren Wirkung erst nach und nach auf Rechnungen ankommen dürfte. Für Verbraucher bleibt deshalb der schnellste Hebel weiterhin der eigene Vertrag. Gerade wenn Märkte nervös sind, können Preisunterschiede zwischen Tarifen wieder größer werden.

Ein Strompreisvergleich auf unserer Seite zeigt, welche Tarife aktuell zu Ihrem Haushalt passen und wo sich beim Strompreis direkt sparen lässt.