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Flexible Netzanschlüsse: Wie geteilte Stromleitungen die Stromkosten bremsen könnten

Glückliches Paar Strompreisvergleich

Der Ausbau erneuerbarer Energien braucht nicht nur neue Windräder, Solaranlagen, Biogasanlagen und Speicher. Entscheidend ist auch, wie diese Anlagen an das Stromnetz angeschlossen werden. Genau hier setzt ein neues Modell an: Mehrere Erzeuger können sich künftig unter bestimmten Bedingungen denselben Netzanschluss teilen.

Für Verbraucher ist das Thema wichtiger, als es auf den ersten Blick wirkt. Denn jeder Netzausbau kostet Geld. Diese Kosten fließen über die Netzentgelte in die Stromrechnung ein. Wenn vorhandene Anschlüsse besser genutzt werden, kann das helfen, den Kostenanstieg zu begrenzen.

Der Grundgedanke ist einfach: Solarparks liefern vor allem tagsüber Strom, Windanlagen abhängig vom Wetter, Biogasanlagen und Batteriespeicher können gezielter einspringen. Wenn diese Erzeuger nicht gleichzeitig mit voller Leistung einspeisen, muss der Netzanschluss nicht für jede Anlage separat in maximaler Größe bereitstehen.

Pilotprojekte in Schleswig-Holstein testen das Modell

In Schleswig-Holstein sollen entsprechende flexible Netzanschlüsse nun praktisch erprobt werden. An Standorten in Kropp und Tüttendorf geht es darum, bestehende Anschlusspunkte besser auszulasten, statt für jede zusätzliche Anlage neue Netzkapazität zu schaffen.

Besonders interessant ist das für flexible Biogasanlagen. Sie können Strom dann erzeugen, wenn Sonne und Wind weniger liefern. Dafür müssen sie allerdings technisch und vertraglich so gesteuert werden, dass der gemeinsame Netzanschluss nicht überlastet wird. Bei einem Standort kann zum Beispiel die Einspeisung in sonnigen Stunden begrenzt sein, an einem anderen Standort hängt die freie Kapazität stärker von der Windstromproduktion ab.

Für Anlagenbetreiber kann das trotz Einschränkungen attraktiv sein. Wer keinen komplett neuen Netzanschluss beantragen muss, kann Projekte schneller umsetzen. Gleichzeitig verzichten Betreiber möglicherweise auf einen Teil möglicher Erlöse, wenn sie nicht jederzeit einspeisen dürfen. Der Vorteil liegt darin, dass vorhandene Infrastruktur effizienter genutzt wird.

Was das für Haushalte und Strompreise bedeutet

Für private Haushalte zählt am Ende vor allem, ob solche Modelle die Stromrechnung entlasten können. Eine direkte Senkung des Strompreises ist dadurch nicht garantiert. Trotzdem kann ein effizienterer Netzanschluss langfristig helfen, Kosten zu dämpfen, weil weniger zusätzliche Leitungen, Umspannwerke und Anschlusskapazitäten gebaut werden müssen.

Die Netzentgelte machen einen erheblichen Teil des Strompreises aus. Wenn der Ausbau des Stromnetzes günstiger organisiert wird, kann das den Druck auf diese Preisbestandteile verringern. Gerade in Regionen mit viel Wind- und Solarstrom ist das relevant, weil dort viele neue Anlagen ans Netz wollen.

Für Verbraucher bleibt aber wichtig: Selbst wenn solche Maßnahmen die Gesamtkosten der Energiewende bremsen können, unterscheiden sich Stromtarife weiterhin deutlich. Wer beispielsweise 3.500 kWh im Jahr verbraucht, spürt schon kleine Preisunterschiede. Bei nur 3 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich ein Unterschied von 105 Euro pro Jahr.

Geteilte Netzanschlüsse können also ein Baustein sein, um die Stromversorgung günstiger und flexibler zu machen. Eine ruhigere Entwicklung bei Netzentgelten ersetzt aber keinen aktiven Tarifcheck. Ein Strompreisvergleich zeigt, ob Ihr Tarif noch passt und wo Sie sparen können.