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Wind schwächelt, Solar boomt: So hat sich Deutschlands Strommix 2025 wirklich verändert

Offshore-Windpark

Deutschlands Stromerzeugung hat 2025 ein klares Muster gezeigt: Der Anteil erneuerbarer Energien blieb nahezu unverändert, doch innerhalb des Energiemixes verschoben sich die Gewichte deutlich. Windenergie lieferte trotz zusätzlicher Anlagen weniger Strom als im Jahr zuvor, während Photovoltaik spürbar zulegte und erstmals an der Braunkohle vorbeizog. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Großhandelspreise an der Strombörse was ein Signal dafür ist, dass günstigerer Strom an der Quelle nicht automatisch bei allen Haushalten gleichermaßen ankommt.

Erneuerbare stabil aber unter den Erwartungen

Nach Auswertungen auf Basis der Fraunhofer-ISE-Datenplattform Energy-Charts lag der Anteil erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung 2025 – wie schon 2024 – bei 55,9 Prozent. Im Gesamten kamen Wind, Solar, Wasser, Biomasse und weitere erneuerbare Quellen auf rund 278 Terawattstunden (TWh). Davon wurden 256 TWh ins öffentliche Netz eingespeist, während 22 TWh direkt vor Ort verbraucht wurden etwa in Haushalten und Betrieben mit eigener Erzeugung.

Trotz dieses insgesamt soliden Jahres bleibt ein Abstand zu den Ausbauzielen sichtbar: Die erneuerbare Nettostromerzeugung lag deutlich unter einem für 2025 genannten Zielwert von 346 TWh.
Für die Energiewende ist das vor allem deshalb relevant, weil ein Teil der gewünschten Menge nicht allein über mehr Anlagen erreicht wird, sondern auch über deren tatsächliche Auslastung und die war 2025 nicht in allen Bereichen günstig.

Windkraft bleibt Nummer eins produziert aber weniger

Die Windenergie war weiterhin der stärkste Erzeuger in der öffentlichen Nettostromerzeugung. Trotzdem ging die produzierte Menge zurück: Insgesamt lag Wind 2025 bei rund 132 TWh und damit unter dem Vorjahr. In den Daten wird das vor allem als witterungsbedingt interpretiert mehr Anlagen helfen nur dann, wenn auch ausreichend Windstunden zusammenkommen.

Für Verbraucher klingt das zunächst abstrakt, hat aber einen konkreten Effekt: Wenn Wind weniger liefert, müssen andere Kraftwerke häufiger einspringen, häufig Gaskraftwerke, oder es wird mehr Strom importiert. Beides kann das Preisniveau im Großhandel stützen, selbst wenn erneuerbare Kapazitäten weiter wachsen.

Photovoltaik legt kräftig zu, Eigenverbrauch wird sichtbarer

Ganz anders verlief 2025 für Solar: Photovoltaikanlagen erzeugten rund 87 TWh, ein Plus von etwa 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auffällig ist dabei nicht nur die Einspeisung ins Netz (rund 71 TWh), sondern auch der Eigenverbrauch: etwa 16,9 TWh wurden direkt vor Ort genutzt. Das zeigt, wie stark private und gewerbliche PV-Anlagen inzwischen nicht nur die Statistik, sondern auch die reale Nachfrage im Netz beeinflussen.

Dass Solar erstmals die Braunkohle überholte, ist dabei ein symbolischer Meilenstein für die Stromrechnung einzelner Haushalte ist aber wichtiger, wie gut diese Produktion zeitlich zum eigenen Verbrauch passt. Wer mittags viel Strom benötigt (Homeoffice, Wärmepumpe, E-Auto, Haushaltsgeräte), kann mehr Nutzen aus Eigenstrom ziehen als Haushalte mit Verbrauchsschwerpunkt am Abend.

Börsenstrompreis steigt und Haushaltsstrom folgt eigenen Regeln

Parallel zur Entwicklung im Strommix stieg 2025 der durchschnittliche Day-Ahead-Preis an der Börse auf 86,55 €/MWh (umgerechnet 8,65 Cent/kWh) und lag damit über 2024. Wichtig ist aber die Einordnung: Der Börsenpreis ist nur ein Teil der späteren Haushaltsrechnung. Netzentgelte, Abgaben, Umlagen sowie der konkrete Vertrag bestimmen mit, ob Preisbewegungen im Großhandel überhaupt ankommen und wenn ja, wie schnell.

Genau deshalb profitieren Haushalte sehr unterschiedlich von Marktänderungen: Während neue Tarife oder Sonderverträge Preisvorteile häufig schneller abbilden, bleiben Bestandskunden in älteren Konditionen oft länger auf höheren Preisniveaus sitzen. Das gilt besonders dann, wenn Verträge selten überprüft werden.

Was das für Verbraucher bedeutet

2025 zeigt vor allem eines: Mehr erneuerbare Leistung heißt nicht automatisch sofort mehr erneuerbarer Strom im Netz Wetter, Auslastung, Eigenverbrauch und Netzintegration spielen eine große Rolle. Gleichzeitig können Großhandelspreise steigen, obwohl Solar Rekorde aufstellt, wenn andere Faktoren (z. B. windschwache Phasen oder höherer Einsatz konventioneller Kraftwerke) gegenläufig wirken.

Die Entwicklung im Strommix ist ein wichtiges Signal ersetzt aber keinen aktiven Tarifcheck. Ein Strompreisvergleich auf unserer Seite zeigt, welche Anbieter Preisbewegungen bereits in ihren Tarifen abbilden und wo Haushalte aktuell am meisten sparen können.