Wer aktuell einen neuen Stromvertrag abschließen will, trifft auf spürbar höhere Preise als noch vor wenigen Wochen. Nach einer Auswertung von Verivox sind die günstigsten Neukundentarife im bundesweiten Durchschnitt seit Beginn des Iran-Kriegs um rund 16 Prozent gestiegen.
Verivox nennt als Beispiel einen Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Lag das günstigste Angebot mit zwölfmonatiger Preisgarantie im Februar 2026 noch bei rund 24,2 Cent pro Kilowattstunde, liegen die günstigsten Angebote im Bundesschnitt aktuell bei etwa 28 Cent pro Kilowattstunde.
Warum der Strompreis trotz viel Wind und Sonne steigen kann
Der Preissprung hat laut Verivox vor allem mit den gestiegenen Gaspreisen seit Anfang März zu tun. Auch wenn Erdgas nur einen begrenzten Anteil an der gesamten Stromerzeugung ausmacht, können Gaskraftwerke an der Börse in vielen Stunden preisbestimmend sein. Dadurch schlagen Gasbewegungen über den Großhandelsmarkt schneller auf neue Stromangebote durch, weil Neukundentarife häufig kurzfristiger kalkuliert werden.
Für Bestandskunden sieht Verivox aktuell noch keinen flächendeckenden Anstieg. Sollte das hohe Preisniveau bei Gas und Strom im Großhandel aber länger anhalten, könnten auch Bestandskunden im Laufe der Zeit Preiserhöhungen erhalten, etwa bei Vertragsverlängerungen oder nach Ablauf von Preisgarantien.
Sparpotenzial bleibt, weil Grundversorgung oft deutlich teurer ist
Trotz gestiegener Neukundentarife bleibt das Sparpotenzial für viele Haushalte groß, weil die Grundversorgung in vielen Regionen deutlich über den günstigsten Angeboten liegt. Verivox verweist darauf, dass der Abstand zwischen Grundversorgung und günstigen Tarifen in der Praxis mehrere Hundert Euro pro Jahr betragen kann, je nach Verbrauch und Wohnort.
Gerade jetzt lohnt es sich deshalb, nicht nur auf Schlagzeilen zu reagieren, sondern den eigenen Tarif nüchtern zu prüfen: Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit und Art der Preisgarantie entscheiden, ob der Vertrag auch bei unruhigen Märkten noch passt.
Ein Strompreisvergleich auf unserer Seite zeigt, welche Tarife aktuell in Ihrer Region verfügbar sind und ob sich ein Wechsel trotz der jüngsten Preisbewegung rechnet.










