Wer mit einer Photovoltaikanlage Strom ins öffentliche Netz einspeist, könnte künftig an den Netzkosten beteiligt werden. Die Bundesnetzagentur hat dazu im Rahmen der Reform der Netzentgeltsystematik neue Orientierungspunkte vorgelegt. Im Kern geht es darum, Einspeiser ab 2029 stärker in die Finanzierung der Stromnetze einzubeziehen.
Warum die Bundesnetzagentur das Thema jetzt aufgreift
Hintergrund ist die laufende Reform der Netzentgeltregeln. Die bisherige Stromnetzentgeltverordnung läuft Ende 2028 aus. Ab 2029 soll ein neues System greifen, das besser zur Energiewende und zu den veränderten Lasten im Netz passt. Dazu gehört aus Sicht der Behörde auch die Frage, wer künftig welchen Anteil an den Netzkosten trägt.
Bislang zahlen vor allem Stromverbraucher Netzentgelte. Die Bundesnetzagentur stellt nun zur Diskussion, ob auch Einspeiser künftig einen Beitrag leisten sollen, insbesondere dort, wo hohe Einspeisung den Netzausbau mit antreibt.
Was konkret vorgeschlagen wird
In den Orientierungspunkten spricht sich die Bundesnetzagentur derzeit vor allem für dynamische Netzentgeltkomponenten auch für Einspeiser aus. Gemeint sind Modelle, bei denen die Höhe der Entgelte je nach Zeit oder Netzsituation variieren kann. Die Behörde nennt als Zielzeitpunkt idealerweise das Jahr 2029, sofern die Umsetzung bis dahin möglich ist.
Zusätzlich befürwortet die Bundesnetzagentur einen Baukostenzuschuss für neue Erzeugungsanschlüsse, allerdings nur dann, wenn tatsächlich ein neuer Netzanschluss gebaut werden muss. Auch das ist noch Teil des laufenden Diskussions- und Konsultationsprozesses.
Was das für private Solaranlagen bedeutet
Wichtig ist: Es handelt sich aktuell noch nicht um eine endgültige Regelung, sondern um einen Vorschlag im Reformprozess. Wie genau ein künftiges Einspeiseentgelt ausgestaltet wäre, welche Anlagentypen betroffen wären und ob es Ausnahmen oder Übergangsregeln geben wird, ist noch nicht abschließend festgelegt.
Für Verbraucher mit eigener Solaranlage ist die Entwicklung trotzdem relevant. Wenn Einspeisung künftig stärker bepreist wird, gewinnt der Eigenverbrauch noch mehr an Bedeutung. Wer möglichst viel des selbst erzeugten Stroms direkt im Haushalt nutzt, ist weniger von künftigen Einspeiseregeln abhängig.
Warum der Stromtarif trotzdem entscheidend bleibt
Auch mit eigener PV-Anlage beziehen die meisten Haushalte weiter Strom aus dem Netz, etwa abends oder in sonnenarmen Zeiten. Genau dieser Reststrom entscheidet oft darüber, wie hoch die jährliche Stromrechnung am Ende ausfällt.
Deshalb gilt auch bei wachsender Eigenstromnutzung: Technik und Tarif sollten zusammen gedacht werden. Ein Strompreisvergleich auf unserer Seite zeigt, welche Tarife aktuell zu Ihrem Haushalt passen und wo sich beim verbleibenden Netzstrom weiter sparen lässt.










