Viele Haushalte fragen sich, warum Strom in Deutschland trotz wachsender erneuerbarer Energien oft teuer bleibt. Ein aktueller Strommarktreport von McKinsey liefert dazu eine klare Einordnung: Im Modell bleiben die Kosten des Gesamtsystems bis 2035 in allen untersuchten Szenarien hoch. Das kann dazu beitragen, dass Strompreise im internationalen Vergleich strukturell auf einem höheren Niveau bleiben.
McKinsey beziffert die jährlichen Systemkosten in den untersuchten Szenarien auf rund 87 bis 90 Milliarden Euro. Gemeint sind dabei nicht nur Erzeugungskosten, sondern auch die Kosten für ein Stromsystem, das Versorgungssicherheit, Netze, Reservekapazitäten und den Umbau der Infrastruktur abbilden muss.
Warum Entlastungen nicht automatisch dauerhaft günstigen Strom bedeuten
In den letzten Jahren gab es politische Maßnahmen, die bestimmte Gruppen entlasten sollten, etwa über reduzierte Abgaben oder Zuschüsse zu Netzentgelten. Laut McKinsey können solche Eingriffe kurzfristig stabilisieren, ändern aber wenig an der grundlegenden Kostenstruktur. Die Studie spricht deshalb von Entlastung, die eher punktuell wirkt, statt die Systemkosten dauerhaft zu senken.
Für Haushalte heißt das: Selbst wenn einzelne Preisbestandteile zeitweise gedämpft werden, können Kostenfaktoren wie Netz- und Systemausbau weiterhin Druck auf die Gesamtrechnung ausüben. Gerade Netzentgelte und Infrastrukturinvestitionen spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie über viele Jahre finanziert werden müssen.
Mehr Strombedarf durch KI und Rechenzentren erhöht den Druck
McKinsey sieht zusätzlich wachsenden Wettbewerb um günstigen Strom. Ein Treiber ist der steigende Strombedarf durch Rechenzentren und KI-Anwendungen. Der Report verweist darauf, dass der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren von rund 600 TWh im Jahr 2025 auf etwa 1.600 TWh bis 2030 steigen könnte. Für Deutschland nennt McKinsey bis 2030 eine mögliche Rechenzentrumsleistung von rund 5 GW und eine Stromnachfrage von etwa 37 TWh.
Je stärker die Nachfrage steigt, desto wichtiger wird die Frage, wie effizient Netze betrieben werden, wie schnell neue Kapazitäten dazukommen und wie gut das System insgesamt organisiert ist.
Was Verbraucher daraus ableiten können
Die Studie ist keine Prognose für den Preis auf der einzelnen Stromrechnung. Sie liefert aber einen wichtigen Hinweis: Wenn Strom strukturell teuer bleibt, werden Unterschiede zwischen Tarifen für Haushalte umso relevanter. Wer in einem teuren Altvertrag bleibt, spürt Preisniveaus stärker als Haushalte, die regelmäßig prüfen und wechseln.
Gerade in einem Umfeld mit dauerhaft hohen Systemkosten lohnt sich deshalb der Blick auf den eigenen Vertrag besonders. Ein Strompreisvergleich auf unserer Seite zeigt, welche Tarife aktuell zu Ihrem Haushalt passen und wo sich bei Arbeitspreis, Grundpreis und Vertragsbedingungen sparen lässt.










