Im Frühjahr häufen sich in Deutschland oft die Tage, an denen Strom an der Börse vergleichsweise günstig ist. Der Grund ist eine typische Saisonmischung: Die Solarproduktion steigt mit längeren Tagen deutlich an, Wind liefert häufig noch kräftig und gleichzeitig sinkt der Energiebedarf aus Heizstrom gegenüber dem Winter. In Summe ist in vielen Stunden mehr günstiger Strom im System, was das Preisniveau an der Börse dämpfen kann.
Das klingt nach guten Nachrichten, kommt bei vielen Haushalten aber nicht direkt auf der Stromrechnung an.
Mehr Sonne, mehr Wind: Weshalb Strom jetzt öfter günstig ist, aber nicht bei jedem ankommt
Strom wird an der Börse stündlich nach Angebot und Nachfrage gehandelt. Wenn viel Wind- und Solarstrom verfügbar ist, müssen teurere Kraftwerke seltener zur Deckung der Nachfrage eingesetzt werden. Das kann den Preis in vielen Stunden senken. Gerade im Frühjahr passiert das häufiger als in dunklen Winterwochen, weil Photovoltaik deutlich mehr liefert und die Lastspitzen durch Heizbedarf abnehmen.
Für Verbraucher ist wichtig zu verstehen: Das sind Großhandelspreise. Ihr eigener Strompreis hängt davon ab, welchen Vertrag Sie haben und wie der Anbieter kalkuliert.
Warum viele Haushalte von günstigen Stunden kaum profitieren
Die meisten Haushalte zahlen keinen stündlichen Börsenpreis, sondern einen festen Arbeitspreis pro Kilowattstunde plus Grundpreis. Dieser bleibt in der Regel stabil, solange die Preisbindung läuft. Wer in einem teuren Altvertrag oder in der Grundversorgung ist, hat daher selbst in „günstigen Börsenphasen“ oft hohe Kosten.
Hinzu kommt, dass günstige Stunden nur dann wirklich Wirkung entfalten, wenn man sie nutzen kann. Das klappt am besten mit dynamischen Tarifen, Smart-Home-Steuerung, E-Auto-Laden oder anderen flexiblen Verbrauchern. Ohne diese Möglichkeiten bleibt der Effekt im Alltag oft unsichtbar.
Was Haushalte jetzt konkret daraus machen können
Auch ohne dynamischen Tarif gibt es jetzt zwei sinnvolle Schritte, die für viele Haushalte direkt relevant sind.
Erstens lohnt sich nach dem Winter ein Blick auf den Abschlag. Viele Abschläge wurden in den vergangenen Jahren vorsichtshalber hoch angesetzt. Wenn Ihr Verbrauch zurückgegangen ist oder der Tarif inzwischen günstiger wäre, kann ein zu hoher Abschlag unnötig das Monatsbudget belasten.
Zweitens ist Frühjahr ein guter Zeitpunkt für einen Tarifcheck. Nicht weil man jedes Jahr zwingend wechseln muss, sondern weil sich Tarife und Preisniveaus über das Jahr verschieben und viele Verträge nach Ablauf der ersten Preisbindung teurer werden. Wer regelmäßig prüft, ob der eigene Vertrag noch passt, vermeidet oft, lange in einem unnötig teuren Tarif zu bleiben.
Ein Strompreisvergleich auf unserer Seite zeigt, welche Tarife aktuell in Ihrer Region verfügbar sind und ob sich ein Wechsel für Ihren Haushalt lohnt.










