Im Vogelsbergkreis wird über ein ungewöhnlich ambitioniertes Modell diskutiert, das die Stromkosten für private Haushalte künftig deutlich senken könnte. Eine neu gegründete Bürgerinitiative macht darauf aufmerksam, dass die Region einen erheblichen Überschuss an regenerativ erzeugtem Strom produziert – deutlich mehr, als lokale Haushalte verbrauchen.
Nach Angaben der Initiative „Vogelsberger Energie- und Landinitiative für Wärme/Wasser/Strom (VELI-WS)“ wird im Kreisgebiet bereits heute ein Vielfaches dessen erzeugt, was Privathaushalte benötigen. Ziel sei eine lokalere und direktere Nutzung erneuerbarer Energie, statt sie vollständig in überregionale Netze einzuspeisen.
Halbierung der Strompreise – möglich durch dezentrale Konzepte
Die Initiative verweist auf Gemeinden in Deutschland, in denen Bürgerstrommodelle bereits umgesetzt wurden. Dort profitieren Haushalte von deutlich günstigeren Tarifen, weil Energie aus Wind, Sonne oder Biomasse ohne zusätzliche Vermarktungskosten vor Ort genutzt wird.
Das Argument: Wenn Strom nicht vollständig über das überregionale Netz läuft, fallen bestimmte Preisbestandteile weg, insbesondere Teile der Netzentgelte, Steuern und Umlagen. Dies könne laut Initiatoren theoretisch zu spürbaren Entlastungen führen.
Ein Beispiel sei die Gemeinde Feldheim, wo Strompreise lokal unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Dort lag der Preis lange bei rund 12 Cent pro Kilowattstunde.
Warum sind Strompreise so hoch, obwohl so viel Ökostrom erzeugt wird?
Auch im Vogelsbergkreis sind hohe Stromkosten für viele Haushalte weiterhin Realität – obwohl die Region zu den stärksten Erzeugern erneuerbarer Energie in Hessen zählt.
Der Grund:
Selbst Ökostrom aus der Region wird über die Strombörse vermarktet und durchläuft das regulierte Abrechnungssystem. Dadurch bleiben Preisbestandteile bestehen wie:
- Netzentgelte
- Konzessionsabgaben
- EEG- und Offshore-Bestandteile
- Mehrwertsteuer
Diese machen heute mehr als die Hälfte des Strompreises aus.
Warum ein Strompreisvergleich weiterhin sinnvoll ist
Eine potenzielle lokale Reform oder Neuorganisation des Strommarktes wäre komplex und würde Zeit benötigen. Kurzfristig bleibt der beste Hebel für Verbraucher ein Strompreisvergleich, denn Tarife unterscheiden sich regional sehr stark.
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