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Strompreise 2027: Bis zu 94 Euro mehr allein durch Netzgebühren

Paar recherchiert Grundversorger online
Von Ron Boschert · · Lesezeit ca. 2 Min.
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Ob Strom 2027 teurer wird, hängt auch davon ab, wo man wohnt. Das zeigen die jetzt veröffentlichten vorläufigen Netzentgelte für das kommende Jahr. Während Haushalte in einigen Regionen deutlich mehr für die Nutzung des Stromnetzes zahlen könnten, zeichnen sich andernorts Entlastungen ab.

Besonders auffällig ist die Entwicklung in einem bayerischen Netzgebiet: Bei der Überlandzentrale Wörth/Altheim steigen die Netzentgelte für einen Musterhaushalt rechnerisch um rund 94 Euro jährlich. Im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Parchim in Mecklenburg-Vorpommern gehen sie dagegen um etwa 69 Euro zurück.

Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung des Energiedienstleisters Ene’t im Auftrag von Finanztip. Berechnet wurden die Veränderungen für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden.

Ein Stromnetz, ganz unterschiedliche Kosten

Netzentgelte bezahlen Verbraucher für den Transport von Strom durch die Leitungen. Mit dem Geld werden unter anderem Betrieb, Wartung und Ausbau der Netze finanziert.

Wie hoch die Gebühren ausfallen, unterscheidet sich von Region zu Region. Netzbetreiber haben unterschiedliche Investitionskosten, Versorgungsstrukturen und Anforderungen an ihre Infrastruktur. Die jüngsten Daten zeigen, wie groß die Unterschiede inzwischen sind. Im Netzgebiet von Enervie Vernetzt in Nordrhein-Westfalen steigen die vorläufigen Netzentgelte für den betrachteten Haushalt um rund 80 Euro jährlich. Bei den Stadtwerken Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt ergibt sich dagegen eine rechnerische Entlastung von etwa 42 Euro.

Bundesweit bleiben die Stromnetzentgelte nach dieser Auswertung im Durchschnitt nahezu unverändert. Die tatsächliche Entwicklung vor Ort kann davon allerdings erheblich abweichen.

Bedeutet das automatisch eine höhere Stromrechnung?

Nicht unbedingt. Die Netzgebühren sind nur ein Bestandteil des Strompreises. Hinzu kommen die Strombeschaffung, Steuern, Umlagen sowie die Kalkulation des jeweiligen Anbieters.

Steigende Netzentgelte können einen Tarif verteuern. Sinken die Gebühren, kann das umgekehrt Spielraum für günstigere Angebote schaffen. Ob und in welchem Umfang Versorger solche Veränderungen an ihre Kunden weitergeben, ist damit aber noch nicht entschieden. Außerdem handelt es sich bisher um vorläufige Werte für 2027. Die untersuchten Netzgebiete decken einen großen Teil Deutschlands ab, jedoch nicht sämtliche Haushalte.

Für Stromkunden ist deshalb vor allem der Vergleich der tatsächlich angebotenen Jahreskosten entscheidend. Wer wissen möchte, welche Tarife am eigenen Wohnort verfügbar sind, kann unseren kostenlosen und unverbindlichen Stromvergleich nutzen.

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