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Solarstrom aus Nauen: Warum der neue Park nicht automatisch Haushaltsstrom billiger macht

In Nauen bei Berlin drehen sich jetzt rund 80.000 Solarmodule der Sonne entgegen. Der neue Solarpark von Vattenfall ist offiziell eröffnet und soll pro Jahr rund 47 Gigawattstunden Strom erzeugen. Das klingt nach viel günstiger Energie aus der Region. Für normale Haushalte heißt das aber nicht automatisch, dass die eigen Stromrechnung dadurch sinken wird.
Der Grund ist nämlich, dass der Strom aus dem Solarpark bereits verplant ist. Vattenfall hat für die Anlage einen langfristigen Stromliefervertrag mit der Wieland Gruppe geschlossen. Das Unternehmen aus Ulm nimmt die gesamte Stromproduktion für zehn Jahre ab. Solche Verträge heißen Power Purchase Agreements, kurz PPA.
Warum der Solarstrom direkt zur Industrie geht
Der Solarpark Nauen hat eine Leistung von 46 MWp und wurde nach Angaben von Vattenfall ohne staatliche Förderung gebaut. Möglich wurde das Projekt, weil der langfristige Abnahmevertrag die Einnahmen absichert. Für den Betreiber schafft das Planungssicherheit, für Wieland stabile grüne Strommengen. Für die Industrie kann das wichtig sein. Unternehmen brauchen große Mengen Strom und wollen ihre Produktion planbarer und klimafreundlicher machen. Der Solarstrom aus dem Havelland soll nach Vattenfall-Angaben rund 15 Prozent des Stroms abdecken, den Wieland jährlich für seine deutschen Standorte zukauft.
Welche Erkenntnisse Stromkunden für sich daraus ziehen können
Für Haushalte in Nauen, Berlin oder Brandenburg bedeutet der neue Solarpark zunächst keinen eigenen Sondertarif. Der Strom fließt zwar in das Netz des regionalen Netzbetreibers E.DIS, wirtschaftlich ist er aber über den Vertrag mit Wieland gebunden.
Trotzdem zeigt das Projekt, wohin sich der Strommarkt bewegt. Immer mehr erneuerbare Anlagen werden nicht nur über Förderung, sondern über direkte Lieferverträge finanziert. Für Haushalte bleibt deshalb entscheidend, den eigenen Tarif regelmäßig zu prüfen. Denn ob Solarstrom in der Nähe erzeugt wird, sagt noch nicht, welcher Preis auf der eigenen Rechnung steht.
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