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München wollte genug eigenen Ökostrom: Warum das Ziel nun wackelt

München wollte ab 2025 rechnerisch so viel Ökostrom erzeugen, wie die ganze Stadt verbraucht. Genau dieses Ziel steht nun wieder in der Diskussion. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung haben die Stadtwerke München 2025 tatsächlich 5,44 Terawattstunden klimaneutralen Strom ins Netz eingespeist. Der Münchner Stromverbrauch lag demnach bei geschätzt 6,2 Terawattstunden. Damit wäre das Ziel um gut zwölf Prozent verfehlt worden.
Die Stadtwerke selbst stellen den Erfolg anders dar. Öffentlich verweisen sie darauf, dass sie seit 2025 nominal so viel Ökostrom in eigenen Anlagen erzeugen können, wie München verbraucht. In einer Mitteilung zum Jahresabschluss 2025 sprechen die Stadtwerke von einem erreichten Ausbauziel. Entscheidend ist also die Frage, worauf man schaut: auf die rechnerische Erzeugungskapazität oder auf die tatsächlich eingespeiste Strommenge.
Warum der Unterschied wichtig ist
Für Verbraucher klingt dieser Unterschied technisch. Er ist aber entscheidend. Eine Anlage kann theoretisch eine bestimmte Strommenge erzeugen. In der Praxis hängt die tatsächliche Einspeisung jedoch von Wetter, Netzengpässen, technischen Problemen und Projektverzögerungen ab.
Laut SZ-Bericht lagen die Stadtwerke bei Photovoltaik besonders deutlich hinter dem Plan. Bei Solarstrom sei das Ziel um gut 47 Prozent verfehlt worden, bei Wasserkraft um 16 Prozent und bei Windkraft um knapp elf Prozent. Als Gründe werden unter anderem Verzögerungen bei PV-Projekten, Windschwäche, Abregelungen und Trockenheit genannt.
Ökostrom bleibt wichtig, aber der Tarif zählt trotzdem
Für Münchner Haushalte bedeutet das nicht, dass plötzlich weniger Strom aus der Steckdose kommt. Das Stromnetz bleibt stabil, und Ökostromtarife können weiterhin sinnvoll sein. Der Fall zeigt aber: Wer Ökostrom bucht, sollte genau hinschauen, was der Tarif verspricht. Geht es um Herkunftsnachweise, um eigene Anlagen des Versorgers oder um einen zusätzlichen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien?
Auch der Preis bleibt wichtig. Laut SZ ist die Zahl der SWM-Ökostromkunden seit 2021 von gut 232.000 auf gut 192.000 gesunken. Die verkaufte Ökostrommenge sei sogar um knapp 30 Prozent zurückgegangen. Die Stadtwerke erklären das mit höherem Energiebewusstsein und größerer Preissensibilität.
Wer seinen Stromvertrag ohnehin prüft, sollte deshalb nicht nur auf das Wort „Ökostrom“ achten. Entscheidend sind Arbeitspreis, Grundpreis, Vertragslaufzeit und die Frage, wie der Anbieter den Ökostrom nachweist. Unter www.stromvermittlung.de/strompreisvergleich bieten wir Ihnen die Möglichkeit, Ihren bestehenden Stromvertrag kostenlos und unverbindlich in wenigen Schritten zu überprüfen.
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