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Streit um teuren Strom: Sind wirklich die Erneuerbaren schuld?

Warum ist Strom in Deutschland so teuer, und wann wird er endlich günstiger? Genau darüber ist jetzt ein politischer Streit entbrannt.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche rechnet zwar mittelfristig mit sinkenden Strompreisen. Spürbare Entlastungen erwartet die CDU-Politikerin nach eigenen Angaben aber erst in den 2030er Jahren. Zugleich verteidigt sie ihre Reformpläne für das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Netzpaket. Das Bundeskabinett hatte die EEG-Novelle und ein Netzanschlusspaket Ende Juli beschlossen. Ziel sei ein stärker marktorientierter und netzverträglicher Ausbau der erneuerbaren Energien.
Kritik an Reiches Strompreis-Ausblick
Aus der SPD kommt deutliche Kritik. Die energiepolitische Sprecherin Nina Scheer wirft Reiche vor, bei den Strompreisen nur die Förderkosten der Erneuerbaren zu betonen, aber Entlastungseffekte und fossile Subventionen nicht gegenzurechnen. Die Erzählung vom teuren Strom wegen der Erneuerbaren bezeichnete sie als „Fake News“, wie top agrar berichtet.
Auch aus dem Mittelstand kommt Druck. Unternehmen müssten ihre Stromrechnungen heute bezahlen, nicht erst in zehn Jahren. Gefordert wird deshalb eine schnellere Entlastung, etwa über eine Senkung der Stromsteuer für alle.
Was Haushalte daraus mitnehmen sollten
Für Verbraucher ist der politische Streit vor allem deshalb wichtig, weil er zeigt: Eine schnelle, breite Strompreis-Entlastung ist nicht sicher. Die Bundesregierung will den Strommarkt umbauen, Netzausbau und Förderung neu ordnen und Erneuerbare stärker an Markt- und Netzsignalen ausrichten. Gleichzeitig hält sie am Ziel fest, bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch zu erreichen.
Auf der Stromrechnung zählen kurzfristig aber weiter andere Punkte: Arbeitspreis, Grundpreis, Netzentgelte, Steuern und Vertragsbedingungen. Wer nicht bis in die 2030er Jahre auf Entlastung warten will, sollte den eigenen Vertrag prüfen.
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