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Börsenstrompreis: Was Strom gerade wirklich kostet

Redaktion stromvermittlung.de · Börsendaten: Bundesnetzagentur | SMARD.de (EPEX SPOT Day-Ahead, Marktgebiet DE/LU), abgerufen 30.07.2026, 13:40

An der Strombörse kostet eine Kilowattstunde heute im Mittel 12,13 ct. Zwischen der günstigsten und der teuersten Stunde des Tages liegen dabei 20,43 ct — von 0,27 ct bis 20,70 ct. Genau diese Spanne ist es, die dynamische Stromtarife nutzbar machen.

Heute im Mittel
12,13
ct/kWh
Günstigste Stunde heute
0,27
ct/kWh
Teuerste Stunde heute
20,70
ct/kWh
Mittel der letzten 30 Tage
10,61
ct/kWh
Stunden mit negativem Preis, 30 Tage
79
Stunden

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Börsenpreis ist nicht Ihr Strompreis. Er macht nach unserer Rechnung rund 35 % des Arbeitspreises aus, der Rest sind Netzentgelte, Steuern, Abgaben und die Marge des Anbieters.
  • Der Preis schwankt im Tagesverlauf regelmäßig: mittags günstig durch Solarstrom, abends teuer. Zwischen der im Mittel günstigsten und teuersten Stunde liegen 19,40 ct/kWh.
  • In den letzten 30 Tagen war der Preis in 79 Stunden negativ — dann kostet die reine Energie nichts.
  • Die Preise für den Folgetag stehen jeden Nachmittag fest. Wer stundengenau abrechnet, kann einen Tag im Voraus planen.
  • Alle Zahlen hier erheben wir selbst und rechnen sie bei jedem Seitenaufruf neu.

Verlauf der letzten Tage

Jeder Punkt ist eine Stunde. Gut zu erkennen: Der Tagesrhythmus wiederholt sich, aber die Höhe der Ausschläge nicht — sie hängt vom Wetter ab.

-2 3 8 13 18 23 28 24.07. 25.07. 26.07. 27.07. 28.07. 29.07. 30.07. unter null ct
Day-Ahead-Preis je Stunde, 23.07. bis 30.07.2026. Tiefster Wert -1,23 ct, höchster 26,37 ct, 15 Stunden unter null. Quelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de (EPEX SPOT Day-Ahead, Marktgebiet DE/LU). Eigene Auswertung.

Der typische Tag

Interessanter als ein einzelner Tag ist das Muster. Wir haben deshalb für jede Stunde den Mittelwert über die letzten 7 Tage gebildet — das zeigt, welche Stunden regelmäßig teuer und welche regelmäßig günstig sind. Nur damit lässt sich planen.

0 5 10 15 0 6 12 18 23 ct
  • günstigste Stunde: 14 Uhr, 0,10 ct/kWh
  • teuerste Stunde: 20 Uhr, 19,49 ct/kWh
  • übrige Stunden, Achse in Uhrzeit
Mittelwert je Stunde über 7 Tage. Quelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de (EPEX SPOT Day-Ahead, Marktgebiet DE/LU). Eigene Auswertung.

Das Muster ist die Handschrift der Photovoltaik. Um die Mittagszeit speist so viel Solarstrom ein, dass der Preis auf 0,10 ct/kWh fällt. Am Abend um 20 Uhr fehlt die Sonne, gleichzeitig wird gekocht und geheizt: 19,49 ct/kWh. Wer Verbrauch verschieben kann, verschiebt ihn genau zwischen diesen beiden Punkten.

Was davon auf Ihrer Rechnung ankommt

Hier trennt sich die Datenseite vom Werbeversprechen. Der Börsenpreis ist nicht Ihr Strompreis, sondern nur dessen kleinerer Teil.

Wir können das mit zwei eigenen Messwerten belegen. Der Börsenpreis liegt im Mittel der letzten 30 Tage bei 10,61 ct/kWh. Der durchschnittliche Arbeitspreis günstiger Tarife, den wir täglich in rund 13.000 Postleitzahlen erheben, liegt bei 30,56 ct/kWh. Dazwischen liegen 19,95 ct.

Diese Differenz sind Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Umlagen und die Marge des Anbieters. Sie fällt an, egal was die Börse macht. Der Börsenpreis macht damit rund 35 Prozent des Arbeitspreises aus.

Praktische Folge: Halbiert sich der Börsenpreis, halbiert sich nicht Ihre Rechnung. Wer mit einem dynamischen Tarif sparen will, spart am beweglichen Teil — und der ist kleiner, als die großen Schlagzeilen zum Börsenpreis vermuten lassen. Was ein Wechsel bei Ihnen bringt, zeigt der Vergleich für Ihre Postleitzahl.

Beide Werte aus eigener Erhebung. Börsenpreis: Mittel der letzten 30 Tage, Quelle Bundesnetzagentur | SMARD.de (EPEX SPOT Day-Ahead, Marktgebiet DE/LU). Arbeitspreis: Durchschnitt günstiger Tarife, Stand 30.07.2026. Die Aufteilung der Differenz auf ihre Bestandteile weisen wir bewusst nicht einzeln aus — sie unterscheidet sich je Netzgebiet und Anbieter. Netzentgelte je Bundesland stehen unter Netzentgelte.

Wenn der Preis unter null fällt

An sonnigen, windigen Tagen mit geringem Verbrauch wird mehr Strom erzeugt als gebraucht. Weil sich viele Kraftwerke nicht beliebig schnell herunterfahren lassen, kippt der Preis dann ins Minus: Erzeuger zahlen dafür, dass ihr Strom abgenommen wird.

In den letzten 30 Tagen war das in 79 Stunden der Fall, allein 15 davon in den letzten 7 Tagen.

Für Haushalte mit stundengenauem Tarif heißt das: Die reine Energie kostet in diesen Stunden nichts oder wird gutgeschrieben. Netzentgelte, Steuern und Abgaben fallen trotzdem an — die Stunde wird also günstig, aber selten gratis.

Woher die Daten stammen

Grundlage ist der Day-Ahead-Markt der Strombörse EPEX SPOT für das Marktgebiet Deutschland und Luxemburg. Dort wird jeden Tag am frühen Nachmittag der Preis für jede Stunde des Folgetags festgelegt. Veröffentlicht werden die Ergebnisse über SMARD, das Datenportal der Bundesnetzagentur.

Wir holen diese Werte mehrmals täglich ab und rechnen daraus, was auf dieser Seite steht: Tagesmittel, günstigste und teuerste Stunde, das Stundenprofil und den 30-Tage-Schnitt. Nichts davon ist von Hand eingetragen; ändert sich die Datenlage, ändert sich die Seite beim nächsten Aufruf.

Daten zitieren? Gern, mit Quellenangabe. stromvermittlung.de: Börsenstrompreis je Stunde, Stand 30.07.2026, 13:40. Eigene Auswertung auf Basis von Bundesnetzagentur | SMARD.de (EPEX SPOT Day-Ahead, Marktgebiet DE/LU). https://www.stromvermittlung.de/dynamische-stromtarife/boersenpreis/

Häufige Fragen zum Börsenstrompreis

Wie hoch ist der Börsenstrompreis heute?
Am 31.07.2026 liegt der Day-Ahead-Preis im Tagesmittel bei 12,13 ct/kWh. Die günstigste Stunde kostet 0,27 ct, die teuerste 20,70 ct. Über die letzten 30 Tage liegt das Mittel bei 10,61 ct/kWh.
Zahle ich diesen Preis?
Nein, er ist nur ein Teil davon. Der Börsenpreis deckt die reine Beschaffung. Dazu kommen Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Umlagen und die Marge des Anbieters. Zum Vergleich: Der Börsenpreis liegt im 30-Tage-Mittel bei 10,61 ct/kWh, der durchschnittliche Arbeitspreis günstiger Tarife nach unserer eigenen Erhebung bei 30,56 ct/kWh. Die Differenz von rund 19,95 ct fällt unabhängig vom Börsengeschehen an.
Warum ist Strom mittags günstiger als abends?
Weil dann viel Solarstrom im Netz ist. Im Mittel der letzten Tage war 14 Uhr die günstigste Stunde mit 0,10 ct/kWh, 20 Uhr die teuerste mit 19,49 ct/kWh. Abends fehlt die Sonne, gleichzeitig wird gekocht und geheizt — dann müssen teurere Kraftwerke einspringen.
Was bedeutet ein negativer Börsenpreis?
Er entsteht, wenn mehr Strom erzeugt wird, als gebraucht wird — typisch an sonnigen, windigen Tagen mit geringem Verbrauch. Erzeuger zahlen dann dafür, dass ihr Strom abgenommen wird. In den letzten 30 Tagen war der Börsenpreis in 79 Stunden negativ. Für Haushalte mit dynamischem Tarif heißt das: In diesen Stunden kostet die reine Energie nichts, Netzentgelte, Steuern und Abgaben fallen aber weiter an.
Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?
Vom Marktstammdatenportal SMARD der Bundesnetzagentur, das die Day-Ahead-Preise der Strombörse EPEX SPOT veröffentlicht. Wir holen die Daten mehrmals täglich ab und rechnen daraus Tagesmittel, Stundenprofil und den 30-Tage-Schnitt. Die Tarifpreise, mit denen wir vergleichen, stammen aus unserer eigenen Abfrage in rund 13.000 Postleitzahlen.
Kann ich den Preis von morgen schon sehen?
Ja, sobald er feststeht. Die Day-Ahead-Auktion wird jeden Tag am frühen Nachmittag abgewickelt, danach stehen die Preise für alle Stunden des Folgetags fest. Wer einen stundengenauen Tarif hat, kann seinen Verbrauch damit einen Tag im Voraus planen.
Über diese Seite. Die Börsenpreise stammen von SMARD (Bundesnetzagentur) und geben den Day-Ahead-Preis der EPEX SPOT für Deutschland und Luxemburg wieder. Tagesmittel, Stundenprofil und 30-Tage-Schnitt rechnen wir selbst und bei jedem Seitenaufruf neu. Die Tarifpreise, mit denen wir vergleichen, stammen aus unserer eigenen Abfrage in rund 13.000 Postleitzahlen. Die Diagramme sind eigene Darstellungen ohne fremde Bibliotheken; alle Werte stehen als Text im Seitenquelltext. Mehr zu Herkunft und Lesart unserer Zahlen unter Methodik & Transparenz. Alle Angaben ohne Gewähr.