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Stromsteuer 2027: Merz will Entlastung für Millionen Haushalte

Hochspannungsleitung zur Energieübertragung
Von Ron Boschert · · Lesezeit ca. 2 Min.
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Weniger für Strom bezahlen, ohne den Verbrauch zu senken oder den Anbieter zu wechseln: Genau das könnte eine niedrigere Stromsteuer für Millionen Haushalte ermöglichen. Doch obwohl die Bundesregierung eine entsprechende Entlastung angekündigt hat, ist weiterhin offen, ob sie 2027 tatsächlich kommt.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf dem CSU-Parteitag in München erneut auf eine Senkung gedrängt. Er hält eine Umsetzung im kommenden Jahr für möglich. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sieht dagegen Schwierigkeiten bei der Finanzierung.

Für Verbraucher geht es um einen festen Bestandteil ihrer Stromrechnung, der unabhängig vom gewählten Anbieter erhoben wird.

Was eine niedrigere Stromsteuer bringen würde

Private Haushalte zahlen derzeit 2,05 Cent Stromsteuer je Kilowattstunde. Das europäische Mindestniveau liegt bei 0,1 Cent.

Würde die Bundesregierung den Steuersatz entsprechend reduzieren, ergäbe sich einschließlich der niedrigeren Mehrwertsteuer eine rechnerische Entlastung von rund 2,32 Cent je Kilowattstunde.

Eine Analyse von Verivox zeigt, was das bei verschiedenen Verbrauchsmengen ausmachen könnte:

JahresverbrauchMögliche Ersparnis
1.500 kWh35 Euro
2.800 kWh65 Euro
4.000 kWh93 Euro

Für einen Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch würden die durchschnittlichen Stromkosten nach der Modellrechnung von rund 1.375 auf 1.282 Euro sinken.

Deutschlandweit könnten Privathaushalte damit jährlich insgesamt rund drei Milliarden Euro weniger für Strom ausgeben.

Warum die Entscheidung für 2027 noch aussteht

Die Regierungsparteien haben eine Senkung der Stromsteuer für alle Verbraucher bereits in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Bislang profitieren jedoch vor allem bestimmte Wirtschaftsbereiche von den niedrigeren Steuersätzen.

Eine Ausweitung auf private Haushalte würde den Bundeshaushalt zusätzlich belasten. Genau darüber gibt es innerhalb der Regierung unterschiedliche Auffassungen. Während Merz eine Umsetzung weiterhin anstrebt, fordert Klingbeil eine tragfähige Finanzierung. Ein konkreter Termin oder ein verabschiedetes Gesetz für die allgemeine Entlastung liegt noch nicht vor.

Auch wenn die Stromsteuer 2027 sinken sollte, bedeutet das nicht automatisch, dass die gesamte Stromrechnung um sieben Prozent günstiger wird. Höhere Beschaffungskosten oder Netzentgelte könnten einen Teil der Entlastung aufzehren. Die entscheidende Frage bleibt daher, ob die geplante Steuererleichterung rechtzeitig umgesetzt wird und wie sich die übrigen Stromkosten entwickeln.

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