Wie unsere Strompreise entstehen

Die meisten Vergleichsportale zeigen, was ihnen ein Partner liefert. Wir erheben unsere Preise selbst, speichern sie in einer eigenen Datenbank und bauen daraus Auswertungen, die es sonst nicht gibt. Diese Seite beschreibt, wie das abläuft, wie oft, und wo die Grenzen liegen.

6.574Postleitzahlen in laufender Rotation
1.087Anbieter mit gepflegten Stammdaten
1.221.578aktuell geführte Tarifzeilen
Weit über eine MillionMesspunkte im historischen Datenbestand

Warum wir überhaupt selbst erheben

Strompreise sind in Deutschland regional. Netzentgelte, Konzessionsabgaben und örtliche Umlagen unterscheiden sich von Postleitzahl zu Postleitzahl, teils sogar innerhalb einer Postleitzahl zwischen zwei Ortsteilen. Ein bundesweiter Durchschnittspreis beantwortet deshalb keine einzige konkrete Frage. Wer wissen will, was Strom bei ihm kostet, braucht eine Abfrage für seinen Ort.

Genau das tun wir, und zwar dauerhaft und nicht nur im Moment der Nutzeranfrage. Dadurch entsteht etwas, das ein reiner Live-Vergleich nicht leisten kann: eine Zeitreihe. Wir können sagen, was ein Tarif heute kostet, was er vor drei Monaten kostete und in welche Richtung sich ein Versorgungsgebiet bewegt.

Der Ablauf

1. Tarife abfragen

Von den 8.187 deutschen Postleitzahlen laufen 6.574 in ständiger Rotation. Die Abfrage läuft rund um die Uhr, jede Postleitzahl in engen Abständen und immer wieder. Abgefragt wird der volle Tarifkatalog, nicht nur der günstigste Treffer: Arbeitspreis, Grundpreis, Boni, Laufzeit, Preisgarantie, Kündigungsfrist, Stromherkunft.

Selbstkontrolle und Plausibilitätsprüfungen sorgen dabei für einen sauberen Datenbestand. Bleibt eine Antwort einmal aus, versucht das System es später erneut, ohne dass eine Region aus der Erhebung fällt.

2. Zusammenführen und rechnen

Die Rohdaten kommen über etablierte Marktdatenschnittstellen der Energiebranche. Was daraus wird, ist unsere Arbeit: Wir führen sie je Postleitzahl, je Stadt, je Landkreis und je Bundesland zusammen, ermitteln den günstigsten Tarif, den Grundversorgungstarif als Vergleichsbasis, Durchschnittswerte und die Spannweite zwischen teuerstem und günstigstem Gebiet.

Alle Jahreskosten beziehen sich auf einen Referenzverbrauch von 3.500 kWh im Jahr, den typischen Wert eines Drei-Personen-Haushalts. Nur mit einem festen Bezugspunkt sind zwei Orte oder zwei Monate überhaupt vergleichbar. Im Rechner selbst tritt an diese Stelle Ihr eigener Verbrauch.

3. Prüfen

Vor der Veröffentlichung greifen Plausibilitätsgrenzen. Ein Haushaltsstrompreis außerhalb eines realistischen Korridors wird nicht übernommen, ebenso wenig ein Wert, der sich gegen den Vormonat sprunghaft ändert, ohne dass sich der Tarif geändert hat. Im Zweifel steht lieber keine Zahl als eine falsche. Auffälligkeiten gehen an die Redaktion und werden von Hand geprüft.

4. Historie aufbauen

Jede Abfrage bleibt gespeichert. So ist ein historischer Datenbestand aus weit über eine Million Messpunkten entstanden, der mit jedem Tag wächst. Er ist die Grundlage für die Preisentwicklung auf jeder Ortsseite, für unsere Strommarkt-Reports und für das Strompreisbarometer, das wir wöchentlich über 100 repräsentative Postleitzahlen erheben, bewusst ohne Verrechnung von Neukundenboni.

Was wie oft aktualisiert wird

DatenRhythmus
Vergleich im Rechnerunmittelbar bei Ihrem Aufruf, als Live-Abfrage
Tarife und Preise je Postleitzahltäglich
Vollständiger Anbieterkatalog der Städtetäglich
Strompreisbarometertäglich erhoben, wöchentlich ausgewiesen
Anbieter-Stammdaten, Kontaktwege, Bewertungenmonatlich
Grundversorger-Zuordnung nach § 36 EnWGhalbjährlich, dazu laufend bei Änderungen
Netzentgelte der Bundesländerjährlich zur Veröffentlichung der Netzbetreiber

Jede Preisangabe auf unseren Seiten trägt ein tagesgenaues Stand-Datum. Steht keines dabei, ist es ein Fehler und wir freuen uns über einen Hinweis.

Was wir bewusst nicht tun

Wir schätzen keine Preise. Liegt für einen Ort kein belastbarer Wert vor, zeigen wir ihn nicht. Eine plausible Zahl zu erfinden wäre einfach und wäre nicht zu bemerken. Genau deshalb tun wir es nicht.

Wir rechnen nicht über Kreuz. Verglichen wird Arbeitspreis gegen Arbeitspreis oder Jahreskosten gegen Jahreskosten bei gleichem Verbrauch. Ein Cent-Wert, der den Grundpreis einrechnet, gilt nur bei genau einem Verbrauch und führt bei jedem anderen in die Irre.

Wir verkaufen keine Platzierungen. Die Reihenfolge im Vergleich richtet sich nach dem Preis. Wie wir Geld verdienen, steht offen unter Methodik & Transparenz.

Wir mischen keine unvergleichbaren Dinge. Tarife mit börsengebundenem Arbeitspreis stehen nie in derselben Liste wie Fixpreistarife. Ihre Jahreskosten sind Schätzwerte aus vergangenen Börsenpreisen und keine Zusage.

Wo die Grenzen liegen

Auch bei sorgfältiger Erhebung bleibt Stoff für Missverständnisse, deshalb offen:

  • Ein Tarif kann zwischen unserer Abfrage und Ihrem Aufruf geändert oder eingestellt worden sein. Verbindlich ist immer der Abschluss beim Anbieter.
  • Für sehr kleine Gemeinden liefert der Markt teils weniger Angebote als für Ballungsräume. Das ist keine Lücke bei uns, sondern das reale Angebot vor Ort.
  • Boni gelten in aller Regel nur im ersten Jahr. Deshalb weisen wir die Kosten ab dem zweiten Jahr getrennt aus, statt sie im Jahrespreis untergehen zu lassen.
  • Eine Postleitzahl kann mehrere Netzgebiete umfassen. Wo das der Fall ist, fragen wir den Ortsteil ab, weil der Preis sonst nicht stimmt.

Seit 2007

Wir beobachten den deutschen Strommarkt seit 19 Jahren. In dieser Zeit haben wir mehrere Generationen von Vergleichsrechnern gebaut und die Erhebung Schritt für Schritt ausgebaut, von einzelnen Stichproben bis zur heutigen dauerhaften Rotation. Was daraus an Werkzeugen entstanden ist und wie es sich weiterentwickelt, steht unter Versionen & Verbesserungen.

Wie die erhobenen Preise zu lesen sind, erklärt Strompreise verstehen. Zur Übersicht: Methodik & Transparenz. Fragen zur Erhebung beantwortet unsere Redaktion, wer dahintersteht lesen Sie unter Über uns.