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Ist Gewerbestrom günstiger als Privatstrom?

Von , Redaktion stromvermittlung.de · Datenstand

Die kurze Antwort

  • Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen meist ja. Brutto liegen beide nah beieinander (aktuell rund 30,29 ct/kWh Gewerbe vs. 31,78 ct/kWh Privat), aber für Betriebe zählt der Nettopreis: rund 25,45 ct/kWh.
  • Der Grund: Die 19 % Umsatzsteuer holt sich ein Unternehmen als Vorsteuer zurück – im Privattarif fällt sie endgültig an.
  • Zusätzlich sinkt der Arbeitspreis pro kWh mit steigendem Jahresverbrauch.
  • Nicht immer: Bei sehr kleinem Verbrauch oder ohne Vorsteuerabzug (Kleinunternehmer) lohnt der direkte Vergleich beider Tarifarten.

Gewerbe- vs. Privatstrompreis: die aktuellen Zahlen

Aus unseren beiden eigenen Erhebungen (jeweils die günstigsten Fix-Tarife) ergibt sich aktuell folgendes Bild – Stand 14.06.2026:

GewerbestromPrivatstrom
Preis pro kWh (brutto)30,29 ct31,78 ct
Preis pro kWh (netto, relevant für Betriebe)25,45 ct26,70 ct*
Modellverbrauch7.000 kWh3.500 kWh
Preisstellungnetto relevantbrutto

*Privathaushalte sind nicht vorsteuerabzugsberechtigt – für sie gilt der Bruttopreis; der Nettowert dient nur dem direkten Vergleich. Unterschiedliche Modellverbräuche bedingen abweichende kWh-Preise. Quellen: eigenes Gewerbe- bzw. Privatstrom-Barometer. Details: Gewerbestrompreise.

Warum Gewerbestrom für Unternehmen günstiger ist

  • Nettopreis statt Bruttopreis: Die 19 % Umsatzsteuer sind für vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe ein durchlaufender Posten – wirtschaftlich zählt der Nettopreis, rund 25,45 ct/kWh. Das ist der größte Hebel.
  • Verbrauchsdegression: Je höher der Jahresverbrauch, desto niedriger der Arbeitspreis pro kWh – Gewerbebetriebe verbrauchen meist mehr als Haushalte.
  • Eigenes Lastprofil: Gewerbetarife werden über das Gewerbe-Lastprofil kalkuliert und oft netto beworben.
  • Raus aus der Grundversorgung: Der mit Abstand größte Spareffekt entsteht beim Wechsel aus der teuren Grundversorgung in einen günstigen Sondervertrag.

Wann sich Gewerbestrom nicht (mehr) lohnt

  • Kein Vorsteuerabzug: Kleinunternehmer nach § 19 UStG zahlen wie Privatkunden den Bruttopreis – der USt.-Vorteil entfällt.
  • Sehr kleiner Verbrauch / Heimbüro: Läuft der Betrieb über den privaten Haushaltszähler, ist oft der Privattarif die einfachere Lösung (anteilig als Betriebsausgabe). Mehr dazu: Gewerbestrom oder Privatstrom.
  • Im Zweifel beides vergleichen: Welche Tarifart für Sie günstiger ist, hängt von Verbrauch und Netzgebiet ab – der Quervergleich kostet nichts.

Wie viel können Sie sparen?

Die konkrete Ersparnis hängt von Verbrauch, Netzgebiet und Ihrem aktuellen Tarif ab. Den größten Effekt bringt der Wechsel aus der Grundversorgung. Den exakten Preis für Ihre Adresse zeigt der Gewerbestrom-Rechner; eine Übersicht der aktuellen Preise finden Sie unter Gewerbestrompreise.

Gewerbestrom vergleichen → Privatstrom gegenchecken →

Voraussetzung: ein angemeldetes Gewerbe

Gewerbestrom setzt ein angemeldetes Gewerbe bzw. eine freiberufliche Tätigkeit und einen betrieblich genutzten Stromanschluss voraus. Wie der Bezug abläuft, erklärt der Ratgeber Wie kann ich Gewerbestrom beziehen?

Häufige Fragen

Ist Gewerbestrom günstiger als Privatstrom?

Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen meist ja. Brutto liegen Gewerbe- und Privatstrom oft nah beieinander (aktuell rund 30,29 vs. 31,78 ct/kWh), aber für Betriebe zählt der Nettopreis (ohne 19 % USt.) – netto rund 25,45 ct/kWh. Zudem sinkt der Arbeitspreis pro kWh mit steigendem Verbrauch.

Um wie viel ist Gewerbestrom günstiger?

Den größten Unterschied macht der Nettopreis: Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen sparen die 19 % Umsatzsteuer, die im Privattarif endgültig anfällt. Wie viel Sie konkret sparen, hängt von Verbrauch, Netzgebiet und Ihrem aktuellen Tarif ab – am meisten bringt der Wechsel aus der teuren Grundversorgung.

Ist Gewerbestrom auch für Kleinunternehmer günstiger?

Kleinunternehmer nach § 19 UStG ohne Umsatzsteuerausweis haben keinen Vorsteuerabzug – für sie zählt wie bei Privatkunden der Bruttopreis. Der Vorteil aus dem Lastprofil und der Verbrauchsdegression kann trotzdem bestehen; hier lohnt der direkte Vergleich beider Tarifarten.

Ab welchem Verbrauch lohnt sich Gewerbestrom?

Schon ab wenigen tausend kWh im Jahr lohnt der Vergleich. Je höher der Verbrauch, desto stärker wirkt der niedrigere Arbeitspreis. Bis 100.000 kWh/Jahr ist der Online-Vergleich problemlos möglich; darüber gilt die registrierende Leistungsmessung (Industriestrom).

Methodik & Quellen: Preisvergleich aus eigener Erhebung – Gewerbestrom über das Gewerbe-Lastprofil (Barometer, günstige Fix-Tarife, Modellbetrieb 7.000 kWh), Privatstrom über das Privat-Barometer (Modellhaushalt 3.500 kWh), jeweils die günstigsten Fix-Tarife, Stand 14.06.2026. Netto = brutto ÷ 1,19. Unterschiedliche Modellverbräuche bedingen abweichende kWh-Preise; der Vergleich dient der Orientierung. Steuerliche Aussagen ersetzen keine Steuerberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.