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Neue Kraftwerke fürs Stromnetz: Warum das auch Ihre Stromrechnung betrifft

Hochspannungsleitung zur Energieübertragung
Von Ron Boschert · · Lesezeit ca. 2 Min.
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Bundestag und Bundesrat haben das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz verabschiedet. Damit soll sichergestellt werden, dass Deutschland auch in Zukunft genügend flexible Stromkapazitäten hat. Die Bundesregierung nennt als Ziel eine verlässliche Stromversorgung, auch wenn wenig Wind weht und kaum Solarstrom erzeugt wird.

Kern des Gesetzes ist ein Kapazitätsmarkt. Dabei werden Anbieter nicht nur für tatsächlich gelieferten Strom bezahlt, sondern auch dafür, dass sie Leistung zuverlässig bereithalten. Das soll Investitionen in Anlagen ermöglichen, die nur in bestimmten Situationen gebraucht werden, etwa bei hoher Nachfrage oder sogenannter Dunkelflaute.

In den nächsten zwölf Monaten sollen steuerbare Kapazitäten von insgesamt elf Gigawatt ausgeschrieben werden. Weitere Ausschreibungen sind für 2027 und 2029 vorgesehen. Der Bedarf für sichere Stromversorgung soll damit ab 2031 gedeckt werden.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Für Haushalte ist das Gesetz wichtig, weil die Stromversorgung stärker von wetterabhängiger Erzeugung geprägt wird. Wind- und Solarstrom können an vielen Tagen große Teile des Bedarfs decken. In Zeiten mit wenig Wind und wenig Sonne braucht das Stromsystem aber flexible Reserve.

Diese Reserve kann aus verschiedenen Anlagen kommen, zum Beispiel Kraftwerken, Speichern oder anderen steuerbaren Kapazitäten. Der Vorteil: Wenn solche Leistung verfügbar ist, sinkt das Risiko von Engpässen im Stromsystem.

Für die Stromrechnung ist das Thema trotzdem sensibel. Ein Kapazitätsmarkt schafft Anreize für Vorhaltung von Leistung. Diese Bereitstellung muss finanziert werden. Wie stark sich das langfristig auf Stromkosten auswirkt, hängt von Ausgestaltung, Ausschreibungsergebnissen und Marktpreisen ab. Konkrete Haushaltskosten nennt die Bundesregierung in der Veröffentlichung nicht.

Marktkontext und Handlungsempfehlung

Das Gesetz ergänzt den Ausbau erneuerbarer Energien. Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auf 80 Prozent steigen. Je mehr Wind- und Solarstrom im System ist, desto wichtiger werden Speicher, flexible Verbraucher und gesicherte Leistung für Zeiten mit geringer Einspeisung.

Für Verbraucher heißt das: Versorgungssicherheit bleibt politisch ein zentrales Ziel. Die eigene Stromrechnung wird aber weiterhin vor allem durch Arbeitspreis, Grundpreis, Verbrauch und Vertragsbedingungen bestimmt. Gerade Haushalte in der Grundversorgung oder in alten Verträgen sollten deshalb regelmäßig prüfen, ob ihr Tarif noch passt.

Schon kleine Unterschiede beim Arbeitspreis summieren sich. Bei 3.500 kWh Jahresverbrauch bedeuten 3 ct/kWh Unterschied 105 Euro pro Jahr. Wer seine laufenden Kosten senken möchte, sollte deshalb nicht nur auf politische Entlastungen warten, sondern den eigenen Strompreis prüfen.

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