Viele Haushalte zahlen ihren Stromvertrag einfach weiter, ohne die Preise regelmäßig zu prüfen. Genau das kann 2026 teuer werden. Denn die Strompreise für Neukunden sind gesunken, während ältere Bestandsverträge oft nicht automatisch günstiger werden.
Die Bundesnetzagentur hat für Januar 2026 einen modellierten Neukundenpreis von 34,9 Cent pro Kilowattstunde ermittelt. Ein Jahr zuvor waren es noch 37,6 Cent. Für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch ergibt sich daraus rechnerisch eine mögliche Entlastung von rund 95 Euro pro Jahr, ohne Boni.
Der aktuelle Anlass im Juni: Viele Haushalte haben inzwischen ihre neuen Abschläge oder Jahresabrechnungen erhalten. Wer jetzt merkt, dass der Strompreis weiter hoch bleibt, sollte nicht bis zur nächsten Preiserhöhung warten.
Treue wird beim Strom nicht immer belohnt
Eine Studie von Octopus Energy und der RWTH Aachen kam im März zu dem Ergebnis, dass langjährige Stromkunden 2025 zusammen rund 11 Milliarden Euro zu viel gezahlt haben sollen. Der Vorwurf: Viele Anbieter werben mit günstigen Einstiegspreisen, während Bestandskunden nach einiger Zeit deutlich mehr zahlen.
Auch im zugrundeliegenden Interview wird kritisiert, dass viele Haushalte ihre Stromrechnung selten prüfen und dadurch hohe Bestandskundentarife weiterlaufen lassen. Besonders betroffen können Menschen sein, die wenig Zeit haben, ältere Verbraucher oder Haushalte, die digitale Vergleichsmöglichkeiten kaum nutzen.
Für Verbraucher ist die Lehre klar: Ein günstiger Tarif bleibt nicht automatisch dauerhaft günstig. Entscheidend sind Arbeitspreis, Grundpreis, Vertragslaufzeit und Preisgarantie. Wer nur auf den alten Anbieter vertraut, verpasst möglicherweise bessere Angebote.
Wechseln ist einfacher geworden
Ein Stromwechsel ist heute meist unkomplizierter als viele denken. Seit Juni 2025 wird der technische Lieferantenwechsel werktäglich innerhalb von 24 Stunden abgewickelt. Das bedeutet nicht, dass Vertragslaufzeiten verschwinden. Aber wenn ein Vertrag kündbar ist, kann der Wechsel technisch deutlich schneller umgesetzt werden.
Gerade 2026 lohnt sich der Blick auf den Markt zusätzlich, weil niedrigere Netzentgelte viele Strompreise beeinflussen. Ein Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll die Netzentgelte dämpfen und damit private Haushalte entlasten. Ob und wie stark das im eigenen Vertrag ankommt, hängt aber vom Anbieter ab.
Wer seinen Strompreis im Juni prüft, verschafft sich also Klarheit für die zweite Jahreshälfte. Unser Strompreisvergleich ist kostenlos und unverbindlich und zeigt, welche Angebote zu Ihrem Verbrauch passen.







