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Strompreisentwicklung der letzten 10 Jahre

Das erwartet Sie in diesem Artikel

Stand: Juni 2026 · Datenbasis: BDEW-Strompreisanalyse 04/2026

Ob beim Kochen, Heizen oder beim täglichen Scrollen durch den social Media Feed von Instagram, TikTok oder Facebook: Strom ist aus dem Alltag eines jeden Einzelnen nicht wegzudenken. Doch die Kosten dafür sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen – für viele Haushalte in Deutschland sogar dramatisch. Das belastet vorallem Haushalte mit niedrigem Einkommen stark.

Seit 2022 sorgt eine Mischung aus geopolitischen Krisen, steigenden Netzentgelten und gestiegenen Beschaffungskosten für ein historisch hohes Preisniveau.

Die gute Nachricht: Auch wenn sich Verbraucher dem globalen Energiemarkt nicht entziehen können, gibt es konkrete Möglichkeiten, aktiv zu handeln – durch clevere Tarifwahl, gezielten Verbrauch und einen regelmäßige Strompreisvergleich auf unserer Seite. 

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie sich die Strompreise in den letzten zehn Jahren entwickelt haben, was Sie für 2025 und 2026 erwarten können – und wie Sie als Haushalt gezielt gegensteuern können.

+ + + Unsere Studie Prognose der Strompreisentwicklung bis 2042 finden Sie hier + + +

Strompreise im Rückblick: 2015 bis 2025

Ein Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt: Strom ist für Privathaushalte in Deutschland deutlich teurer geworden. Im Jahr 2015 lag der durchschnittliche Preis bei rund 28,7 Cent/kWh, 2025 bei 39,6 Cent/kWh – ein Anstieg von rund 38 % in zehn Jahren. 2026 ist der Preis erstmals wieder gefallen, auf durchschnittlich 37,0 Cent/kWh (BDEW).

Der rasante Anstieg begann jedoch nicht gleichmäßig: Zwischen 2015 und 2020 verlief die Preisentwicklung relativ moderat. Doch ab 2021 setzte ein rasanter Anstieg ein – getrieben durch globale Krisen, explodierende Großhandelspreise und den Umbau der Energieinfrastruktur in Europa.

Entwicklung des Strompreises seit 2005 bis heute

Historische Strompreisentwicklung bis 2024

Was steckt im Strompreis? Zusammensetzung & Einflussfaktoren

Wer versteht, woraus sich der Strompreis zusammensetzt, kann gezielter sparen. Aktuell gliedert sich der Preis pro Kilowattstunde grob in folgende Bestandteile:

  • Netzentgelte: ca. 25–30 %

  • Beschaffung & Vertrieb: rund 35 %

  • Steuern, Abgaben & Umlagen: ca. 30–35 %

Einflussfaktoren im Detail:

  • Großhandelspreise: Der Einkaufspreis für Strom schwankt stark, besonders seit 2022. Gas- und Kohlepreise, internationale Krisen sowie Angebot und Nachfrage bestimmen den Kurs.

  • CO₂-Zertifikate: Produzenten müssen Emissionsrechte kaufen – und geben die Kosten an die Endkunden weiter.

  • Netzentgelte: Die Nutzung der Stromnetze kostet Geld – und variiert regional stark.

  • Steuern & Umlagen: Neben Mehrwertsteuer spielen Konzessionsabgaben, Offshore-Netzumlagen & Co. eine große Rolle.

Die Zusammensetzung des Strompreises ist politisch und wirtschaftlich stark beeinflusst. Entscheidungen auf EU-Ebene, Förderprogramme oder auch klimabezogene Auflagen können den Preis mittelfristig in beide Richtungen lenken.

Regionale Unterschiede & Netzentgelte

Viele Verbraucher:innen wundern sich beim Tarifvergleich immer wieder: Warum kostet Strom in Berlin mehr als in München? Und weshalb ist der Unterschied zwischen benachbarten Städten manchmal enorm?

Die Antwort liegt in den Netzentgelten – also den Gebühren, die für den Transport des Stroms durch das öffentliche Netz anfallen. Diese werden nicht zentral festgelegt, sondern variieren je nach Region und Netzbetreiber deutlich. Faktoren wie die Länge der Leitungen, die Bevölkerungsdichte und der Modernisierungsbedarf spielen dabei eine große Rolle.

Aktuelle Beispiele (2025):

  • Hamburg: Hier zahlen Haushalte mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4.000 kWh netto rund 568 € allein für die Netznutzung – deutschlandweit der höchste Wert.

  • Baden-Württemberg & Saarland: Ebenfalls überdurchschnittlich hohe Netzentgelte mit 467 € bzw. 451 € pro Jahr.

  • Bremen: Hier sind die Netzentgelte mit 322 € vergleichsweise niedrig – das spart rund 20 % im Vergleich zum Bundesschnitt.

Tipp: Gerade in Regionen mit hohen Netzentgelten lohnt sich der Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter doppelt – denn wer den variablen Teil des Preises optimiert, kann die Belastung durch fixe Gebühren zumindest abfedern. Hier geplangen Sie zu unserem Strompreis-Vergleich

Strompreisentwicklung

Eine Studie von stromvermittlung.de Strompreisentwicklung – Analyse & Prognose​ Wie sich...

Der Wegfall der EEG-Umlage – Entlastung oder nicht?

Zum 1. Juli 2022 wurde die EEG-Umlage vollständig abgeschafft – jahrelang einer der größten Preistreiber beim Strom. Viele Verbraucher hofften auf eine spürbare Entlastung. Doch die Realität sieht anders aus.

Tatsächlich sank der Anteil am Strompreis kurzfristig – doch zeitgleich stiegen andere Kosten:

  • Die Netzentgelte erhöhten sich vielerorts um über 20 %.

  • Die Beschaffungskosten schossen durch die Decke.

  • Neue Umlagen und Steuern relativierten die Einsparung durch die EEG-Abschaffung.

Der Wegfall der EEG-Umlage war ein Schritt in Richtung Entlastung – aber er konnte die Preisspirale nicht stoppen.

Gut zu wissen: Auch ohne EEG-Umlage bleiben Steuern und Abgaben ein erheblicher Anteil des Strompreises – über 40 % des Endpreises entfallen auf staatliche Bestandteile.

Was erwartet uns 2026? Erste Trends & Prognosen

Während sich die Großhandelspreise seit 2023 entspannt haben, ist auch der durchschnittliche Haushaltspreis gefallen – 2026 auf rund 37,0 Cent/kWh (BDEW, Stand 04/2026) nach 39,6 Cent 2025. Für den weiteren Verlauf zeichnen sich mehrere Szenarien ab:

  • Energieeffizienz-Offensiven & Förderprogramme könnten dämpfend wirken – etwa durch Wärmepumpen, Solaranlagen oder Smart-Meter-Ausbau.

  • Weltmarktpreise & geopolitische Spannungen bleiben jedoch unberechenbar.

  • Einige Netzbetreiber haben moderate Preissenkungen angekündigt, während andere bereits neue Gebührenerhöhungen diskutieren.

Für Verbraucher heißt das: Auch 2026 bleibt der Strompreis volatil. Wer sparen will, sollte aktiv bleiben – mit Tarifoptimierung, Verbrauchsanalyse und dem Blick auf zukünftige Entwicklungen.

Was Haushalte konkret tun können

Strompreise lassen sich nicht beeinflussen – der eigene Verbrauch schon. Diese Maßnahmen helfen sofort:

  • Verbrauch analysieren: Smart Meter, Apps oder Zwischenzähler machen Stromfresser sichtbar.

  • Tarif vergleichen & wechseln: Wer seinen Anbieter alle 1–2 Jahre überprüft, spart oft mehrere hundert Euro. 

  • Geräte modernisieren: Alte Kühl- oder Heizsysteme verbrauchen teils doppelt so viel Strom wie neue Modelle.

  • Strom clever nutzen: Standby vermeiden, LED einsetzen, Waschmaschine nur voll beladen – einfache Tipps mit spürbarer Wirkung.

Je aktiver Sie mit Ihrem Stromverbrauch umgehen, desto unabhängiger sind Sie von steigenden Preisen.

Tarifvergleich: So finden Sie das passende Angebot

Zwischen Grundversorgung, Ökostrom, Bonus-Tarifen und Preisgarantien kann man schnell den Überblick verlieren. Hier einige Orientierungshilfen:

  • Grundversorgung: meist teurer, aber kurzfristig kündbar. Zu unserem Ratgeber: Grunderversorgung Strom

  • Sondertarife mit Preisgarantie: bieten Planungssicherheit – vor allem bei 12–24 Monaten Laufzeit.

  • Bonus-Tarife: besonders attraktiv im ersten Jahr – danach prüfen, ob sich ein Wechsel lohnt.

  • Ökostrom: nicht immer teurer – viele Anbieter sind inzwischen wettbewerbsfähig. Zu unserem Ökostrom-Vergleich

Tipp: Nutzen Sie regelmäßig Vergleichsrechner mit Angabe Ihres Verbrauchs und Wohnorts – das lohnt sich besonders bei Verbrauch ab ca. 2.000 kWh pro Jahr.