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Strom im Norden günstiger? Länder fordern neue Preisregeln

Die Debatte um regionale Strompreise bekommt neuen Schwung. Hamburg und Schleswig-Holstein werben weiter dafür, den Norden Deutschlands stärker als eigene Stromregion zu behandeln. Hintergrund ist die Frage, ob Regionen mit viel Windstrom stärker von günstiger Erzeugung profitieren sollten.
Bislang gilt Deutschland an der Strombörse als eine gemeinsame Preiszone. Das bedeutet: Der Börsenstrompreis unterscheidet nicht danach, ob Strom gerade im windreichen Norden erzeugt wird oder ob er in anderen Regionen knapp ist. Kritiker halten dieses System für zunehmend unpassend, weil Erzeugung, Verbrauch und Netzengpässe regional sehr unterschiedlich sind.
Warum der Norden andere Regeln will
Im Norden entsteht viel Strom aus Windkraft. Gleichzeitig kann dieser Strom nicht immer problemlos dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird. Genau hier setzen die Forderungen nach neuen Preisregeln an. Eine eigene Strompreiszone im Norden könnte nach Ansicht der Befürworter besser abbilden, wo Strom günstig produziert wird und wo das Netz an Grenzen stößt.
Als Vorbild werden häufig Länder genannt, die bereits mit mehreren Preiszonen arbeiten. In Skandinavien sind regionale Strompreise üblich. Dort können sich Strompreise je nach Netzlage, Erzeugung und Nachfrage unterscheiden.
Befürworter erwarten, dass ein solches Modell den Norden entlasten könnte. Außerdem könnte die Akzeptanz für Windkraft steigen, wenn Verbraucher vor Ort stärker merken, dass erneuerbare Energie in ihrer Region auch Preisvorteile bringen kann.
Für Verbraucher bleibt vieles offen
Für Haushalte wäre eine neue Preiszone aber kein einfacher Garant für dauerhaft niedrigere Stromrechnungen. Der Börsenpreis ist nur ein Teil des Str ompreises. Hinzu kommen Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Umlagen, Grundpreis und die Kalkulation des jeweiligen Anbieters.Zudem hätte eine Aufteilung der deutschen Strompreiszone regionale Gewinner und Verlierer. Während der Norden auf niedrigere Preise hoffen könnte, befürchten andere Regionen höhere Kosten. Die Bundesregierung setzt bislang nicht auf getrennte Strompreiszonen, sondern vor allem auf den Ausbau der Netze.
Für Stromkunden bleibt deshalb vorerst entscheidend, was im eigenen Vertrag steht. Wichtig sind Arbeitspreis, Grundpreis, Vertragslaufzeit und Preisgarantie. Politische Reformen können den Markt verändern, die konkrete Rechnung hängt aber weiterhin vom persönlichen Tarif ab.
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