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Strom wird 2027 teurer: Netzgebühren steigen wieder

Auf Stromkunden kommen 2027 höhere Netzkosten zu. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben ihre vorläufigen bundeseinheitlichen Netzentgelte für das kommende Jahr veröffentlicht. Danach steigt das Entgelt auf Höchst- und Umspannungsebene von 2,86 Cent auf 3,54 Cent pro Kilowattstunde.
Grund dafür ist unter anderem ein niedrigerer staatlicher Zuschuss. Für 2027 bis 2029 ist ein jährlicher Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro vorgesehen. Im Jahr 2026 lag der Zuschuss noch bei 6,5 Milliarden Euro. Die Entlastung bleibt also bestehen, fällt aber geringer aus.
Was haben Netzentgelte mit der Stromrechnung überhaupt zu tun?
Netzentgelte sind ein wichtiger Bestandteil des Strompreises. Sie finanzieren Betrieb, Ausbau und Instandhaltung der Stromnetze. Dabei gibt es verschiedene Ebenen: Die Übertragungsnetzbetreiber kümmern sich um die großen Stromautobahnen, die regionalen Verteilnetzbetreiber bringen den Strom weiter bis zu Haushalten und Betrieben.
Der Anstieg bei den Übertragungsnetzentgelten bedeutet aber nicht, dass jede Haushaltsrechnung automatisch im gleichen Umfang steigt. Die Kosten fließen in die Kalkulation der regionalen Netzentgelte ein. Wie stark sie am Ende beim Kunden ankommen, hängt vom Netzgebiet, vom Anbieter und vom jeweiligen Tarif ab.
Nach Berechnungen des Verbraucherportals Verivox könnte der Effekt für private Haushalte eher moderat ausfallen. Für einen Musterhaushalt mit 2.800 Kilowattstunden Jahresverbrauch werden Mehrkosten von rund 7 Euro brutto pro Jahr genannt. Bei 4.000 Kilowattstunden wären es etwa 10 Euro, bei 1.500 Kilowattstunden rund 4 Euro.
Preisgarantie schützt nicht immer komplett
Auch Kunden mit Preisgarantie sollten genau hinsehen. Manche Garantien beziehen sich nur auf bestimmte Preisbestandteile. Netzentgelte, Steuern, Umlagen oder Abgaben können je nach Vertrag ausgenommen sein. Ob eine Erhöhung weitergegeben werden darf, steht in den Tarifbedingungen.
Für Haushalte bleibt deshalb wichtig, nicht nur den monatlichen Abschlag zu betrachten. Entscheidend sind Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit, Preisgarantie und mögliche Preisänderungsklauseln. Gerade wenn ohnehin eine Vertragsverlängerung oder ein neues Preisblatt ansteht, lohnt sich ein Vergleich.
Die neuen Netzentgelte zeigen: Auch wenn der Börsenstrompreis nicht allein entscheidet, können staatliche Zuschüsse und Netzkosten die Stromrechnung beeinflussen. Wer den eigenen Vertrag prüfen möchte, findet auf unserer Seite im Bereich Stromvergleich eine kostenlose und unverbindliche Möglichkeit zum Vergleich der Stromkosten.
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