Eigenverbrauch (PV)
Eigenverbrauch ist der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den Sie direkt im Haushalt nutzen, statt ihn einzuspeisen. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den teuren Netzbezug von rund 30–40 ct – deutlich mehr als die Einspeisevergütung (knapp 8 ct). Deshalb ist ein hoher Eigenverbrauch der wichtigste Hebel für die Rentabilität einer PV-Anlage.
Ersparnis = selbst genutzte kWh × Strompreis. Mit Speicher steigt die Eigenverbrauchsquote oft von ~30 % auf 60–80 %.
Was versteht man unter Eigenverbrauch?
Eine PV-Anlage erzeugt Strom, der entweder sofort selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist wird. Der selbst genutzte Teil ist der Eigenverbrauch. Zwei Kennzahlen sind wichtig:
- Eigenverbrauchsquote: Anteil des erzeugten Stroms, den Sie selbst nutzen (ohne Speicher oft nur ~30 %).
- Autarkiegrad: Anteil Ihres Strombedarfs, den Sie durch die PV-Anlage decken.
Auf Englisch heißt Eigenverbrauch self-consumption.
Welcher Strompreis wird beim Eigenverbrauch angesetzt?
Der Wert jeder selbst genutzten kWh entspricht dem vermiedenen Netzbezug – also Ihrem normalen Arbeitspreis von rund 30–40 ct/kWh. Genau das macht den Eigenverbrauch so wertvoll: Er „spart" rund 30 ct, während die Einspeisung nur knapp 8 ct bringt. Mit dem Rechner oben sehen Sie Ihre jährliche Ersparnis.
PV-Eigenverbrauch mit Speicher
Ohne Speicher fällt viel Solarstrom mittags an, wenn niemand zu Hause ist – die Eigenverbrauchsquote liegt dann oft nur bei rund 30 %. Ein Batteriespeicher verschiebt den Strom in den Abend und hebt die Quote auf typischerweise 60–80 %. Auch Wärmepumpe, Wallbox und steuerbare Geräte erhöhen den Eigenverbrauch.
Ist der Eigenverbrauch steuerpflichtig?
Für die meisten privaten Anlagen nein – die Steuerregeln wurden stark vereinfacht:
- Einkommensteuer: Seit 2022 sind Einnahmen und Eigenverbrauch von PV-Anlagen bis 30 kWp (Einfamilienhaus) bzw. 15 kWp je Einheit (max. 100 kWp) steuerfrei. Es ist also nichts mehr zu versteuern.
- Umsatzsteuer: Seit 2023 gilt beim Kauf kleiner Anlagen der Nullsteuersatz (0 %). Damit entfällt auch die frühere Versteuerung des Eigenverbrauchs als „unentgeltliche Wertabgabe".
Wie hat das Finanzamt den Eigenverbrauch früher berechnet? Bei umsatzsteuerpflichtigen Anlagen über den Wiederbeschaffungswert bzw. den Strompreis. Für neue, steuerbefreite Anlagen ist das gegenstandslos. Im Zweifel hilft eine Steuerberatung.
Steuerliche Angaben sind allgemeine Hinweise (Einkommensteuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG, Nullsteuersatz Umsatzsteuer seit 2023) und ersetzen keine Steuerberatung.
Welche Nachteile hat die Nulleinspeisung?
Bei der Nulleinspeisung gibt die Anlage gar keinen Strom ins Netz ab – Überschüsse werden abgeregelt. Der Nachteil: Der nicht genutzte Solarstrom geht verloren, es gibt keine Einspeisevergütung und der Ertrag sinkt. Sinnvoll ist Nulleinspeisung daher meist nur, wenn eine Einspeisung technisch oder genehmigungsrechtlich nicht möglich ist. Für die meisten Haushalte ist die Überschusseinspeisung wirtschaftlicher.
PV-Eigenverbrauch: der Schaltplan in Kürze
Vereinfacht fließt der Strom so: Solarmodule → Wechselrichter → Hausverteilung. Von dort wird zuerst der Eigenbedarf gedeckt; ein Speicher nimmt Überschüsse auf, und was dann noch übrig ist, fließt über den Zweirichtungszähler ins Netz. Reicht der Solarstrom nicht, bezieht der Haushalt Strom aus dem Netz.
Kann ein Vermieter den Strom als Eigenverbrauch an Mieter weitergeben?
Nein – sobald der Strom an Dritte (Mieter) geliefert wird, ist es rechtlich kein Eigenverbrauch mehr, sondern eine Stromlieferung. Dafür gibt es das eigene Modell Mieterstrom mit besonderen Pflichten und einer eigenen Förderung. Eigenverbrauch im steuerlichen Sinn ist nur der selbst genutzte Strom des Anlagenbetreibers.
Den günstigsten Tarif für den Reststrom aus dem Netz finden Sie im Stromrechner; mehr zur Technik im Ratgeber Photovoltaik.
Häufige Fragen zu Eigenverbrauch (PV)
Was versteht man unter Eigenverbrauch?
Welcher Strompreis wird beim Eigenverbrauch angesetzt?
Ist Eigenverbrauch steuerpflichtig?
Wie wird der Eigenverbrauch besteuert?
Wie berechnet das Finanzamt den Eigenverbrauch einer PV-Anlage?
Wie hoch ist die Eigenverbrauchsquote ohne Speicher?
Was bringt ein Speicher beim Eigenverbrauch?
Welche Nachteile hat die Nulleinspeisung?
Wie sieht der Schaltplan für PV-Eigenverbrauch aus?
Was heißt Eigenverbrauch auf Englisch?
Kann ein Vermieter den PV-Strom als Eigenverbrauch an Mieter weitergeben?
Lohnt sich ein hoher Eigenverbrauch?
Im Ratgeber weiterlesen
Verwandte Begriffe
Quellen: Steuerliche Angaben (Einkommensteuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG für Anlagen bis 30 kWp seit 2022, Nullsteuersatz Umsatzsteuer seit 2023) sind allgemeine Hinweise und ersetzen keine Steuerberatung. Ertrags-, Quoten- und Preiswerte im Rechner sind Richtwerte.
