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Dynamischer Stromtarif

Bei einem dynamischen Stromtarif richtet sich der Arbeitspreis nach dem stündlichen Börsenpreis – statt eines festen ct/kWh zahlen Sie also je nach Tageszeit mehr oder weniger. Seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Stromanbieter einen solchen Tarif anbieten. Voraussetzung ist ein Smart Meter. Wer Verbrauch in günstige Stunden verschiebt, kann sparen.

Was ist ein dynamischer Stromtarif?

Ein dynamischer Stromtarif koppelt den Strompreis an die Strombörse. Der Energieanteil ändert sich stündlich und folgt dem Day-Ahead-Preis der EPEX-Börse (gehandelt in €/MWh). Ist viel günstiger Wind- und Solarstrom im Netz, sinkt der Preis; bei knappem Angebot steigt er. Klassische Tarife haben dagegen einen festen Arbeitspreis.

Wie funktioniert ein dynamischer Stromtarif?

Die Börsenpreise für den nächsten Tag stehen am Vortag (meist gegen Mittag) fest. Über die App des Anbieters sehen Sie die Stundenpreise im Voraus und können Verbrauch gezielt in günstige Stunden legen. Ein Smart Meter misst Ihren Verbrauch stundengenau; abgerechnet wird jede Stunde mit dem dann gültigen Preis.

Wie setzt sich der Preis zusammen?

Dynamisch ist nur der Beschaffungsanteil (Börsenpreis). Netzentgelte, Steuern, Abgaben und der Anbieteraufschlag sind fest – sie machen den größeren Teil des Strompreises aus und schwanken nicht:

  • Beschaffung & Vertrieb14,48 ct/kWh · 40 %
  • Netzentgelte10,72 ct/kWh · 30 %
  • Steuern, Abgaben & Umlagen5,21 ct/kWh · 14 %
  • Mehrwertsteuer (19 %)5,78 ct/kWh · 16 %

Strompreis gesamt: 36,19 ct/kWh (Durchschnitt Grundversorgung)

Eigene Berechnung, stromvermittlung.de – Basis: Netzentgelte (Bundesnetzagentur), gesetzliche Steuern/Abgaben/Umlagen (Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umlagen) und durchschnittlicher Strompreis. Stand 2025, gerundet.

Beim dynamischen Tarif bewegt sich also vor allem der Energieanteil, während Netzentgelte und Steuern gleich bleiben. Genau deshalb wird Strom bei negativen Börsenpreisen selten komplett kostenlos (siehe unten).

Welche Voraussetzungen haben dynamische Stromtarife?

Sie brauchen ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) – eine einfache moderne Messeinrichtung genügt nicht, weil die stündlichen Werte übermittelt werden müssen. Seit 2025 haben Sie Anspruch, dass der Messstellenbetreiber innerhalb von vier Monaten ein Smart Meter einbaut. Kann jeder einen dynamischen Tarif nutzen? Grundsätzlich ja – sobald ein Smart Meter vorhanden ist.

Dynamisch, klassisch oder variabel – die Unterschiede

TarifartSo funktioniert der Preis
Festpreistarif (klassisch)fester Arbeitspreis je kWh über die ganze Laufzeit
Dynamischer Tarifstündlich wechselnder Preis nach Börse (Smart Meter nötig)
Monatlich variabler TarifAnbieter passt den Preis z. B. monatlich an – kein Stundenpreis

Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?

Vor allem für Haushalte, die ihren Verbrauch zeitlich verschieben können – idealerweise automatisiert:

  • Wärmepumpe, Wallbox/E-Auto, Batteriespeicher – laden bzw. heizen in günstigen Stunden;
  • PV-Anlage mit Energiemanagement;
  • flexible Großverbraucher (Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine timen).

Weniger geeignet ist er für Haushalte ohne Flexibilität oder ohne Smart Meter sowie für alle, die einen kalkulierbaren Festpreis bevorzugen.

Wie viel kann man mit einem dynamischen Stromtarif einsparen?

Das hängt stark davon ab, wie konsequent Sie steuern. Vergleichsportale nennen für aktiv steuernde Haushalte rund 15–25 % Ersparnis gegenüber einem Festpreistarif, ohne Steuerung eher 5–10 %. Eine garantierte Ersparnis gibt es aber nicht: In teuren Stunden zahlen Sie mehr, das Preisspitzen-Risiko tragen Sie selbst.

Negative Strompreise: Bekomme ich Geld fürs Stromverbrauchen?

Bei viel Wind und Sonne und geringer Nachfrage kann der Börsenpreis negativ werden. Im dynamischen Tarif sinkt dann der Energieanteil – „Geld zurück" gibt es aber nur, wenn der negative Börsenpreis die festen Bestandteile (Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Aufschlag) übersteigt. Das ist selten; meist wird Strom in diesen Stunden einfach besonders günstig. Wer dann gezielt verbraucht (laden, heizen), spart am meisten.

Wie nutze ich einen dynamischen Tarif optimal?

Verlagern Sie steuerbare Verbräuche in die günstigen Stunden – oft nachts oder mittags bei PV-Überschuss. Am wirkungsvollsten ist eine Automatisierung über App oder ein Energiemanagementsystem, das Speicher, Wärmepumpe und Wallbox automatisch nach dem Börsenpreis steuert. So profitieren Sie aktiv von der Energiewende.

Wer bietet dynamische Stromtarife an?

Spezialisierte Anbieter wie Tibber, Ostrom, Rabot Charge, Octopus Energy, aWATTar und 1Komma5° waren Vorreiter. Seit 2025 müssen aber alle Versorger – auch die großen Grundversorger – einen dynamischen Tarif im Angebot haben. Welcher ist der beste? Das lässt sich nicht pauschal sagen: Entscheidend sind Grundgebühr, Aufschlag pro kWh, App/Steuerungsmöglichkeiten und Vertragslaufzeit.

Checkliste vor der Wahl eines dynamischen Tarifs

  • Ist ein Smart Meter vorhanden oder beantragt?
  • Können Sie Verbrauch flexibel verschieben (Wärmepumpe, E-Auto, Speicher)?
  • Wie hoch sind Grundgebühr und Aufschlag pro kWh – transparent ausgewiesen?
  • Gibt es eine gute App / Automatisierung?
  • Kurze Vertragslaufzeit (am besten monatlich kündbar) wählen, um flexibel zu bleiben.
  • Können Sie ein gelegentliches Preisspitzen-Risiko tragen?

Vorteile und Nachteile im Überblick

VorteileNachteile
Günstige Börsenstunden direkt nutzbarSmart Meter zwingend nötig
Volle Preistransparenz (Stundenpreise vorab)Preisspitzen-Risiko in teuren Stunden
Ideal mit PV, Speicher, Wärmepumpe, E-AutoErfordert Flexibilität bzw. Automatisierung
Teilhabe an der EnergiewendeKosten schlechter planbar als beim Festpreis

Wenn Sie lieber einen kalkulierbaren Festpreis möchten, finden Sie den günstigsten klassischen Tarif für Ihre PLZ im Stromrechner.

Häufige Fragen zu Dynamischer Stromtarif

Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Ein Tarif, bei dem sich der Arbeitspreis stündlich nach dem Börsenpreis richtet. Statt eines festen ct/kWh zahlen Sie je nach Tageszeit mehr oder weniger. Voraussetzung ist ein Smart Meter.
Wie funktioniert ein dynamischer Stromtarif?
Der Energiepreis folgt dem Day-Ahead-Preis der Strombörse, der am Vortag feststeht. Ein Smart Meter misst den Verbrauch stundengenau, und jede Stunde wird mit dem dann gültigen Preis abgerechnet. Die Stundenpreise sehen Sie vorab in der App.
Welche Voraussetzungen haben dynamische Stromtarife?
Ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). Eine einfache moderne Messeinrichtung reicht nicht. Seit 2025 haben Sie Anspruch, dass der Messstellenbetreiber innerhalb von vier Monaten ein Smart Meter einbaut.
Kann jeder einen dynamischen Stromtarif nutzen?
Grundsätzlich ja, sobald ein Smart Meter vorhanden ist. Seit 1. Januar 2025 muss jeder Stromanbieter mindestens einen dynamischen Tarif anbieten.
Wie setzt sich der Preis bei dynamischen Tarifen zusammen?
Dynamisch ist nur der Beschaffungsanteil, also der Börsenpreis. Netzentgelte, Steuern, Abgaben und der Anbieteraufschlag sind fest und machen den größeren Teil aus.
Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
Vor allem für Haushalte, die Verbrauch verschieben können, etwa mit Wärmepumpe, Wallbox, Batteriespeicher oder PV-Anlage, idealerweise automatisiert. Wer unflexibel ist oder einen Festpreis bevorzugt, fährt mit einem klassischen Tarif besser.
Wie viel kann man mit einem dynamischen Stromtarif sparen?
Mit aktiver Steuerung nennen Vergleichsportale rund 15 bis 25 Prozent gegenüber einem Festpreistarif, ohne Steuerung eher 5 bis 10 Prozent. Garantiert ist die Ersparnis aber nicht, da Sie in teuren Stunden mehr zahlen.
Bekomme ich bei negativen Strompreisen Geld fürs Stromverbrauchen?
Nur wenn der negative Börsenpreis die festen Bestandteile wie Netzentgelte und Steuern übersteigt. Das ist selten. Meist wird Strom in diesen Stunden einfach besonders günstig, sodass sich gezielter Verbrauch lohnt.
Wie nutze ich einen dynamischen Tarif optimal?
Indem Sie steuerbare Verbräuche in günstige Stunden legen, oft nachts oder mittags bei viel Solarstrom. Am wirkungsvollsten ist eine Automatisierung über App oder Energiemanagementsystem.
Wie unterscheidet sich ein dynamischer Tarif von einem klassischen oder variablen Tarif?
Der klassische Festpreistarif hat einen festen Arbeitspreis. Der dynamische Tarif wechselt stündlich nach Börse. Ein monatlich variabler Tarif wird nur in größeren Abständen angepasst und hat keine Stundenpreise.
Wie werden die stündlichen Preisänderungen abgerechnet?
Der Smart Meter erfasst den Verbrauch je Stunde. Diese Mengen werden mit dem jeweiligen Stundenpreis multipliziert. Sie erhalten eine monatliche Abrechnung und zahlen wie üblich Abschläge.
Wer bietet dynamische Stromtarife an?
Spezialisten wie Tibber, Ostrom, Rabot Charge, Octopus Energy, aWATTar und 1Komma5° waren Vorreiter. Seit 2025 müssen alle Versorger einen dynamischen Tarif anbieten.
Welcher dynamische Stromanbieter ist der beste?
Das hängt vom eigenen Verbrauch ab. Vergleichen sollten Sie Grundgebühr, Aufschlag pro kWh, die App und Steuerungsmöglichkeiten sowie die Vertragslaufzeit.
Was ist beim Wechsel in einen dynamischen Tarif wichtig?
Ein vorhandenes oder beantragtes Smart Meter, eine transparente Aufschlags- und Gebührenstruktur, eine kurze Vertragslaufzeit und die Bereitschaft, Verbrauch zu verschieben und ein gewisses Preisspitzen-Risiko zu tragen.

Im Ratgeber weiterlesen

Verwandte Begriffe

Quellen: Pflicht zum dynamischen Tarif seit 1.1.2025: § 41a EnWG / Bundesnetzagentur. Voraussetzung Smart Meter und Einbauanspruch (4 Monate): Messstellenbetriebsgesetz. Sparpotenzial-Spanne (5–25 %): Vergleichs- und Verbraucherportale. Börsenpreis: EPEX Spot Day-Ahead.

Redaktion stromvermittlung.de