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Balkonkraftwerk

Ein Balkonkraftwerk ist eine steckerfertige Mini-PV-Anlage. Erlaubt sind ein Wechselrichter bis 800 W Einspeiseleistung und Module bis 2.000 Wp je Stromzähler. Seit dem Solarpaket I (2024) genügt eine vereinfachte Eintragung im Marktstammdatenregister – die Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt. Für die meisten Haushalte lohnt es sich.

EinheitWechselrichter max. 800 W · Module bis 2.000 Wp
FormelErsparnis = Ertrag × Eigenverbrauchsanteil × Strompreis
Balkonkraftwerk: Ersparnis & Amortisation
Ersparnis pro JahrAmortisation

Ersparnis = Ertrag × selbst genutzter Anteil × Strompreis. Typischer Ertrag eines Balkonkraftwerks: 600–800 kWh/Jahr.

Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk haben?

Seit dem Solarpaket I (Mai 2024) gilt: Der Wechselrichter darf bis zu 800 Watt ins Hausnetz einspeisen (vorher 600 W), und die installierte Modulleistung darf bis zu 2.000 Wp je Stromzähler betragen. Mehr Module als 800 W Einspeisung sind sinnvoll, weil die Module ihre Spitzenleistung selten erreichen – der Wechselrichter drosselt auf 800 W.

Wann ist ein Balkonkraftwerk meldepflichtig?

Immer – aber nur noch einfach: Pflicht ist die Eintragung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (wenige Angaben, online). Die frühere Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt seit dem Solarpaket I. „Ganz ohne Anmeldung" geht es also auch 2026 nicht – das Marktstammdatenregister bleibt Pflicht. Ein nachgerüsteter Speicher ist ebenfalls einzutragen.

Was bringt ein 800-Watt-Balkonkraftwerk?

Ein typisches Balkonkraftwerk erzeugt im Jahr rund 600–800 kWh, im Tagesschnitt also etwa 1,5–2,5 kWh (im Sommer mehr, im Winter weniger). Den größten Nutzen haben Sie, wenn Sie den Strom tagsüber direkt selbst verbrauchen. Mit dem Rechner oben sehen Sie Ihre Ersparnis und die Amortisationszeit.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk – oder warum nicht?

Für die meisten lohnt es sich: Bei einem Anschaffungspreis um 400–600 € amortisiert es sich oft in 4 bis 8 Jahren. Weniger sinnvoll ist es bei starker Verschattung, reiner Nordausrichtung, wenn tagsüber niemand Strom verbraucht oder wenn ein überteuertes Set gekauft wird. Ein günstiges Komplettset mit guter Südausrichtung rechnet sich dagegen schnell.

Steckdose und Anschluss

Bis zu einer Modulleistung von 960 Wp ist der Anschluss über eine normale Schuko-Steckdose zulässig, darüber ist ein spezieller Wieland-Stecker vorgesehen (neue Produktnorm DIN VDE V 0126-95:2025). Wichtig: eine eigene, geeignete Außensteckdose nutzen, keine Mehrfachsteckdose. Den sicheren Anschluss klärt im Zweifel eine Elektrofachkraft.

Wie viele Module – und sind zwei Balkonkraftwerke erlaubt?

Entscheidend ist nicht die Modulzahl, sondern die Summe: bis 2.000 Wp Module und 800 W Wechselrichter je Zähler. Auch acht kleine Module sind erlaubt, solange diese Grenzen eingehalten werden. Zwei 800-W-Anlagen an einem Zähler überschreiten die Grenze und gelten dann nicht mehr als Bagatelle. Wer mehr als 800 W einspeisen möchte, betreibt eine normale PV-Anlage mit voller Anmeldung.

Balkonkraftwerk mit Speicher nachrüsten

Ein Akku speichert den Mittags-Überschuss für den Abend und erhöht so den Eigenverbrauch deutlich. Das steigert die Ersparnis, kostet aber extra. Der Speicher ist im Marktstammdatenregister anzugeben.

Reicht ein Balkonkraftwerk für den Kühlschrank?

Tagsüber locker: Ein Kühlschrank zieht im Mittel nur etwa 30–50 Watt, ein Balkonkraftwerk liefert bei Sonne ein Vielfaches davon. So deckt es einen guten Teil der Grundlast ab. Nachts liefert es ohne Speicher allerdings nichts.

Mietwohnung, Befestigung und Förderung

Seit 2024 haben Mieter und Eigentümer einen Anspruch auf Zustimmung zum Balkonkraftwerk; verboten werden kann es in der Regel nicht, nur die Ausführung lässt sich mitbestimmen. Wichtig ist eine sichere Befestigung; einen bundesweiten Mindestabstand zum Nachbarn gibt es nicht. Viele Bundesländer und Kommunen fördern Balkonkraftwerke – eine Übersicht für alle Bundesländer finden Sie in unserem Ratgeber Förderung von Balkonkraftwerken. Den günstigsten Tarif für den Reststrom zeigt der Stromrechner.

Häufige Fragen zu Balkonkraftwerk

Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk ohne Genehmigung haben?
Der Wechselrichter darf bis zu 800 Watt einspeisen, die Module dürfen bis 2.000 Wp je Zähler haben. Eine gesonderte Genehmigung ist nicht nötig, nur die Eintragung im Marktstammdatenregister.
Wann ist ein Balkonkraftwerk meldepflichtig?
Immer im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Die frühere Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt seit dem Solarpaket I. Ganz ohne Anmeldung geht es also auch 2026 nicht.
Was bringt ein 800-Watt-Balkonkraftwerk am Tag?
Im Tagesschnitt etwa 1,5 bis 2,5 kWh, im Sommer deutlich mehr, im Winter weniger. Übers Jahr sind es rund 600 bis 800 kWh.
Warum lohnt sich ein Balkonkraftwerk manchmal nicht?
Bei starker Verschattung, reiner Nordausrichtung, wenn tagsüber niemand Strom verbraucht oder bei einem überteuerten Set. Mit guter Ausrichtung und günstigem Preis amortisiert es sich dagegen in wenigen Jahren.
Sind zwei Balkonkraftwerke mit je 800 Watt erlaubt?
Nicht an einem Zähler. Die Grenze von 800 Watt Einspeisung und 2.000 Wp Modulen gilt je Stromzähler. Wer mehr möchte, betreibt eine normale PV-Anlage mit voller Anmeldung.
Was passiert, wenn ich mehr als 800 Watt einspeise?
Der Wechselrichter drosselt automatisch auf 800 Watt. Eine dauerhaft höhere Einspeisung gilt nicht mehr als Balkonkraftwerk und erfordert die volle Anmeldung wie bei einer normalen PV-Anlage.
Ist ein Balkonkraftwerk mit 8 Modulen erlaubt?
Ja, solange die Module zusammen 2.000 Wp und der Wechselrichter 800 Watt nicht überschreiten. Es zählt die Leistung, nicht die Modulzahl.
Ist ein Akku für das Balkonkraftwerk meldepflichtig?
Ja. Ein nachgerüsteter Speicher ist im Marktstammdatenregister anzugeben.
Reichen 800 Watt aus, um einen Kühlschrank zu betreiben?
Tagsüber ja. Ein Kühlschrank zieht im Mittel nur etwa 30 bis 50 Watt, das Balkonkraftwerk liefert bei Sonne ein Vielfaches. Nachts liefert es ohne Speicher allerdings nichts.
Ist es egal, in welche Steckdose das Balkonkraftwerk kommt?
Es sollte eine eigene, geeignete Außensteckdose sein, keine Mehrfachsteckdose. Bis 960 Wp Modulleistung ist eine Schuko-Steckdose zulässig, darüber ein Wieland-Stecker.
Wie weit muss ein Balkonkraftwerk vom Nachbarn entfernt sein?
Einen bundesweiten Mindestabstand gibt es nicht. Wichtig ist eine sichere Befestigung, in Mietobjekten zudem die Abstimmung mit Vermieter oder Eigentümergemeinschaft.
Darf ich als Mieter ein Balkonkraftwerk anbringen?
Ja. Seit 2024 haben Mieter und Eigentümer einen Anspruch auf Zustimmung. Verboten werden kann es in der Regel nicht, über die Ausführung darf der Vermieter mitbestimmen.
Kann ich ein Balkonkraftwerk mit Speicher nachrüsten?
Ja. Ein Akku speichert den Mittags-Überschuss für den Abend und erhöht den Eigenverbrauch. Der Speicher ist im Marktstammdatenregister einzutragen.
Gibt es eine Förderung für Balkonkraftwerke?
Viele Bundesländer und Kommunen fördern Balkonkraftwerke. Eine Übersicht für alle Bundesländer finden Sie in unserem Förder-Ratgeber.

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Verwandte Begriffe

Quellen: Regeln für Balkonkraftwerke (800 W Wechselrichter, 2.000 Wp Module, vereinfachte Anmeldung im Marktstammdatenregister, Wegfall der Netzbetreiber-Anmeldung): Solarpaket I (2024) und Bundesnetzagentur. Steckdosen-/Steckerregel: Produktnorm DIN VDE V 0126-95:2025. Förderübersicht: Ratgeber stromvermittlung.de. Ertrags- und Kostenwerte sind Richtwerte.

Redaktion stromvermittlung.de