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Regelenergie / Regelleistung

Regelenergie (Regelleistung) gleicht kurzfristige Abweichungen zwischen Erzeugung und Verbrauch aus und hält die Netzfrequenz bei 50 Hz. Die Übertragungsnetzbetreiber beschaffen sie am Markt. Man unterscheidet drei Arten nach Reaktionszeit: Primärregelung, Sekundärregelung und Minutenreserve.

Was ist Regelenergie?

Weicht der tatsächliche Verbrauch von der Planung ab – etwa weil der Wind nachlässt oder ein Kraftwerk ausfällt –, muss das sofort ausgeglichen werden. Dafür gibt es Regelenergie: kurzfristig abrufbare Leistung, die die Netzfrequenz wieder auf 50 Hz bringt. Positive Regelenergie fügt Leistung hinzu (zu wenig Strom), negative nimmt sie heraus (zu viel Strom).

Die drei Arten der Regelleistung

ArtReaktionAufgabe
Primärregelung (FCR)innerhalb von Sekundenstoppt die Frequenzabweichung sofort
Sekundärregelung (aFRR)innerhalb von Minutenbringt die Frequenz automatisch zurück auf 50 Hz
Minutenreserve (mFRR)innerhalb von etwa 15 Minutenentlastet die Sekundärregelung bei längeren Abweichungen

Wer liefert Regelenergie?

Klassisch Kraftwerke, zunehmend aber auch Batteriespeicher, Pumpspeicher und gebündelte Verbraucher (virtuelle Kraftwerke). Auch große, steuerbare Lasten können negative Regelenergie liefern, indem sie ihren Verbrauch erhöhen oder senken.

Was kostet Regelenergie?

Die Übertragungsnetzbetreiber beschaffen Regelleistung über Ausschreibungen. Die Kosten fließen in die Netzentgelte ein und stecken damit im Strompreis. Je besser Bilanzkreise geplant werden, desto weniger Regelenergie wird gebraucht.

Häufige Fragen zu Regelenergie / Regelleistung

Was ist Regelenergie?
Kurzfristig abrufbare Leistung, die Abweichungen zwischen Erzeugung und Verbrauch ausgleicht und die Netzfrequenz bei 50 Hz hält. Die Übertragungsnetzbetreiber beschaffen sie am Markt.
Was ist der Unterschied zwischen Regelenergie und Regelleistung?
Regelleistung ist die bereitgehaltene Leistung, Regelenergie die tatsächlich abgerufene Menge. Umgangssprachlich werden beide Begriffe oft gleich verwendet.
Welche Arten der Regelleistung gibt es?
Primärregelung innerhalb von Sekunden, Sekundärregelung innerhalb von Minuten und Minutenreserve innerhalb von etwa 15 Minuten. Sie greifen gestaffelt ineinander.
Was ist positive und negative Regelenergie?
Positive Regelenergie fügt dem Netz Leistung hinzu, wenn zu wenig Strom da ist. Negative nimmt Leistung heraus, wenn zu viel erzeugt wird.
Wer liefert Regelenergie?
Kraftwerke sowie zunehmend Batterie- und Pumpspeicher und gebündelte, steuerbare Verbraucher in virtuellen Kraftwerken.
Wozu dient Regelenergie?
Sie hält die Netzfrequenz stabil bei 50 Hz und damit das Gleichgewicht von Erzeugung und Verbrauch. Ohne sie würde die Frequenz aus dem Lot geraten.
Was kostet Regelenergie?
Die Kosten entstehen über Ausschreibungen der Übertragungsnetzbetreiber und fließen in die Netzentgelte ein, stecken also im Strompreis.
Was ist die Primärregelung?
Die schnellste Stufe. Sie greift innerhalb von Sekunden und stoppt eine Frequenzabweichung sofort, bevor langsamere Reserven übernehmen.
Können Batteriespeicher Regelenergie liefern?
Ja. Batteriespeicher reagieren sehr schnell und werden zunehmend für Primär- und Sekundärregelung eingesetzt.

Verwandte Begriffe

Quellen: Arten der Regelleistung (Primär-, Sekundärregelung, Minutenreserve) und Beschaffung durch die Übertragungsnetzbetreiber: Grundlagen des Strommarkts.

Redaktion stromvermittlung.de