Dunkelflaute
Eine Dunkelflaute ist eine Phase mit gleichzeitig wenig Wind und wenig Sonne – Wind- und Solaranlagen liefern dann kaum Strom. Der Bedarf wird über andere Quellen gedeckt (Gaskraftwerke, Speicher, Biomasse, Import). Dunkelflauten treten vor allem im Winter auf und treiben vor allem die Börsenpreise – ein Blackout drohte dadurch bislang nicht.
Was ist eine Dunkelflaute?
Der Begriff setzt sich aus „Dunkelheit" (keine Sonne) und „Flaute" (kein Wind) zusammen: In einer Dunkelflaute erzeugen Wind- und Solaranlagen nur wenig Strom. Kommt zusätzlich Kälte und damit hoher Verbrauch dazu, spricht man von einer kalten Dunkelflaute. International wird „Dunkelflaute" oft als deutsches Lehnwort verwendet (sinngemäß „dark wind lull").
Wie oft gibt es eine Dunkelflaute in Deutschland?
Im Schnitt gibt es etwa zwei ausgeprägte Dunkelflauten pro Jahr, die jeweils zwischen rund zwei und acht Tagen dauern – fast immer im Winterhalbjahr. Kürzere Phasen mit wenig Wind und Sonne kommen häufiger vor. Im Winter 2024/25 wurden bis Ende Januar drei Dunkelflauten gezählt – für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich.
Wann war die letzte Dunkelflaute?
Besonders ausgeprägt waren die Phasen 5. bis 7. November 2024 und 11. bis 12. Dezember 2024. Am 11. Dezember 2024 stieg der Börsenstrompreis kurzfristig auf über 1.000 €/MWh. Da Dunkelflauten wetterabhängig sind, treten sie jeden Winter erneut auf – aktuelle Werte zur Erzeugung sehen Sie z. B. auf dem Strommarkt-Portal SMARD der Bundesnetzagentur.
Ist eine Dunkelflaute ein Risiko? Ist ein Blackout möglich?
Bislang führte keine Dunkelflaute zu einem Blackout. Das Stromsystem gleicht die fehlende Wind- und Solarleistung über regelbare Kraftwerke, Speicher und Importe aus. Die spürbare Folge sind hohe Börsenpreise, nicht ein Stromausfall. Ein bundesweiter Blackout ist sehr unwahrscheinlich – Deutschland hat eines der zuverlässigsten Stromnetze der Welt, und die Bundesnetzagentur sieht „keinen Grund zur Panik".
Mythos Dunkelflaute
Die Dunkelflaute wird in der Debatte oft dramatisiert. Tatsache ist: Sie ist eine reale Herausforderung für die Energiewende, aber kein Beleg gegen Ökostrom. Die Lösung liegt nicht darin, weniger erneuerbare Energien zu bauen, sondern in Backup-Kraftwerken, Speichern und Netzen, die die wenigen Tage im Jahr überbrücken.
Lösungen gegen die Dunkelflaute
- Regelbare Backup-Kraftwerke (Gas, künftig wasserstofffähig);
- Speicher – Batteriespeicher und Pumpspeicher;
- Netzausbau und Stromimport aus Nachbarländern;
- Biomasse und steuerbare Lasten;
- flexible Verbraucher über dynamische Tarife und Lastmanagement.
Was bedeutet eine Dunkelflaute für meinen Strompreis?
Vor allem die Börsenpreise schießen in einer Dunkelflaute nach oben. Mit einem dynamischen Tarif wird Strom in diesen Stunden teuer; ein Festpreistarif schützt davor. Über das Jahr gemittelt fällt der Effekt für Haushalte gering aus. Den passenden Tarif für Ihre PLZ finden Sie im Stromrechner.
Was ist das Gegenteil einer Dunkelflaute?
Das informelle Gegenteil ist die „Hellbrise": viel Sonne und viel Wind gleichzeitig. Dann gibt es Strom im Überfluss, die Börsenpreise fallen stark und können sogar negativ werden.
Häufige Fragen zu Dunkelflaute
Was ist eine Dunkelflaute?
Wie oft gibt es in Deutschland eine Dunkelflaute?
Wann war die letzte Dunkelflaute in Deutschland?
Ist eine Dunkelflaute ein Risiko?
Ist ein Blackout in ganz Deutschland möglich?
Was ist eine kalte Dunkelflaute?
Was heißt Dunkelflaute auf Englisch?
Was ist das Gegenteil einer Dunkelflaute?
Welche Lösungen gibt es gegen die Dunkelflaute?
Ist Ökostrom schuld an der Dunkelflaute?
Wie wirkt sich eine Dunkelflaute auf meinen Strompreis aus?
Wo sehe ich die aktuelle Stromerzeugung und Dunkelflauten?
Verwandte Begriffe
Quellen: Häufigkeit, Versorgungssicherheit und Blackout-Einordnung: Bundesnetzagentur. Ausgeprägte Dunkelflauten und Börsenpreis-Rekorde November/Dezember 2024: Übertragungsnetzbetreiber und Strombörsen-Daten (EPEX). Aktuelle Erzeugung: SMARD.
