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Saldierung (PV-Zähler)

Unter Saldierung versteht man die Verrechnung von Strombezug und Einspeisung am Zähler. Moderne Zweirichtungszähler messen phasensaldierend – Einspeisung auf einer Phase wird mit Bezug auf einer anderen sofort verrechnet. Eine zeitliche Saldierung über das Jahr (Net-Metering) gibt es in Deutschland dagegen nicht: Bezug und Einspeisung werden getrennt abgerechnet.

Was bedeutet Saldierung beim Stromzähler?

Wer mit einer PV-Anlage oder einem Balkonkraftwerk Strom erzeugt, bezieht mal Strom aus dem Netz und speist mal ein. Saldierung beschreibt, wie der Zähler beides verrechnet.

Phasensaldierung: über die drei Phasen

Moderne digitale Zähler (und auch alte Ferraris-Zähler) messen saldierend über alle drei Phasen. Speisen Sie also auf einer Phase 200 Watt ein und beziehen gleichzeitig auf einer anderen 200 Watt, ergibt das in Summe null. Das ist praktisch fürs Balkonkraftwerk: Sie müssen nicht alle Verbraucher auf dieselbe Phase legen wie die Einspeisung.

Keine zeitliche Saldierung (kein Net-Metering)

Was es in Deutschland nicht gibt, ist die zeitliche Verrechnung über das Jahr: Man kann überschüssigen Solarstrom nicht „im Netz zwischenlagern" und später kostenlos zurückholen. Stattdessen werden Bezug und Einspeisung getrennt erfasst und unterschiedlich vergütet – der Bezug kostet rund 30 ct/kWh, die Einspeisung bringt nur knapp 8 ct.

Der Zweirichtungszähler

Erfasst werden beide Richtungen über einen Zweirichtungszähler: 1.8.0 zählt den Bezug aus dem Netz, 2.8.0 die Einspeisung. Mehr zum Ablesen unter Zählerstand. Genau weil sich Einspeisung kaum lohnt, ist ein hoher Eigenverbrauch so wichtig.

Häufige Fragen zu Saldierung (PV-Zähler)

Was bedeutet Saldierung beim Stromzähler?
Die Verrechnung von Strombezug und Einspeisung. Moderne Zähler verrechnen Einspeisung und Bezug über die drei Phasen sofort miteinander.
Was ist Phasensaldierung?
Die saldierende Messung über alle drei Phasen. Einspeisung auf einer Phase wird mit Bezug auf einer anderen Phase verrechnet, sodass nur der tatsächliche Netto-Bezug oder die Netto-Einspeisung zählt.
Muss ich beim Balkonkraftwerk auf die Phase achten?
Nein. Da moderne Zähler über alle drei Phasen saldieren, müssen Verbraucher und Einspeisung nicht auf derselben Phase liegen.
Gibt es in Deutschland Net-Metering?
Nein. Eine zeitliche Saldierung über das Jahr gibt es nicht. Bezug und Einspeisung werden getrennt erfasst und unterschiedlich vergütet.
Kann ich Solarstrom im Netz zwischenlagern?
Nein. Überschüssiger Strom wird eingespeist und vergütet, nicht gutgeschrieben. Später bezogener Strom kostet den vollen Preis. Deshalb lohnt sich ein hoher Eigenverbrauch.
Wie werden Bezug und Einspeisung gezählt?
Über einen Zweirichtungszähler. Die Kennzahl 1.8.0 erfasst den Bezug aus dem Netz, 2.8.0 die Einspeisung. Beide werden getrennt abgerechnet.
Warum ist Eigenverbrauch wichtiger als Einspeisung?
Weil jede selbst genutzte Kilowattstunde rund 30 ct Netzbezug spart, während die Einspeisung nur knapp 8 ct bringt. Saldiert wird nur momentan über die Phasen, nicht zeitlich.
Dreht ein alter Zähler bei Einspeisung rückwärts?
Alte Ferraris-Zähler können das technisch, das ist aber nicht zulässig. Bei einer Einspeiseanlage wird ein Zweirichtungszähler gesetzt, der beide Richtungen getrennt zählt.
Was ist der Unterschied zwischen 1.8.0 und 2.8.0?
1.8.0 ist der bezogene Strom aus dem Netz, 2.8.0 der eingespeiste Strom. Beim Zweirichtungszähler erscheinen beide Werte getrennt.

Verwandte Begriffe

Quellen: Phasensaldierende Messung moderner Zähler und getrennte Abrechnung von Bezug (1.8.0) und Einspeisung (2.8.0): Branchenstandard. In Deutschland gibt es kein zeitliches Net-Metering.

Redaktion stromvermittlung.de