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Standardlastprofil & Lastgang

Ein Standardlastprofil (SLP) ist eine genormte, typische Verbrauchskurve, mit der Netzbetreiber und Lieferanten den zeitlichen Stromverbrauch von Kunden ohne eigene Messung abschätzen – etwa Haushalte. Der Lastgang ist dagegen der tatsächlich gemessene Verlauf (meist in 15-Minuten-Schritten), Pflicht bei großen Verbrauchern und mit Smart Meter möglich.

Was ist ein Standardlastprofil (SLP)?

Ein normaler Haushaltszähler wird nur einmal im Jahr abgelesen – wann genau der Strom verbraucht wurde, ist daraus nicht ersichtlich. Lieferanten müssen den Strom aber passend zum Verbrauchsverlauf einkaufen und bilanzieren. Dafür nutzen sie Standardlastprofile: genormte Kurven, die den typischen Tages- und Jahresverlauf einer Kundengruppe abbilden. Die gängigen Profile stammen vom BDEW, zum Beispiel:

ProfilKundengruppe
H0Haushalte
G0–G6Gewerbe (verschiedene Branchen)
L0–L2Landwirtschaft

Was ist der Lastgang (Lastgangmessung)?

Der Lastgang ist der real gemessene Stromverbrauch im Zeitverlauf – üblicherweise in 15-Minuten-Werten. Diese registrierende Leistungsmessung (RLM) ist bei großen Verbrauchern ab rund 100.000 kWh im Jahr Pflicht. Mit einem Smart Meter kann auch ein Haushalt einen Lastgang erhalten – Grundlage für dynamische Tarife.

Standardlastprofil oder Lastgang – der Unterschied

Standardlastprofil (SLP)Lastgang (RLM)
Für wenkleinere Verbraucher (z. B. Haushalte)große Verbraucher bzw. Smart-Meter-Kunden
Verbrauchsverlaufgenormt geschätzttatsächlich gemessen
Auflösungtypische Kurve15-Minuten-Werte
Abrechnungnach Jahresverbrauch (kWh)nach gemessenem Verlauf

Was bedeutet das für mich als Haushalt?

Solange Sie mit Standardlastprofil abgerechnet werden, zählt nur Ihre Jahresmenge in kWhwann Sie verbrauchen, spielt für den Preis keine Rolle. Lastverschiebung in günstige Stunden bringt dann nichts. Erst mit einem Smart Meter, das Ihren Lastgang erfasst, und einem dynamischen Tarif wirkt sich der Zeitpunkt des Verbrauchs auf die Kosten aus.

Lastprofil, Grundlast und Spitzenlast

Das Lastprofil ist allgemein die Verbrauchskurve über die Zeit. Darin unterscheidet man die Grundlast – den dauerhaften Sockelverbrauch, der praktisch immer anliegt – und die Spitzenlast – die kurzzeitigen Verbrauchsmaxima. Beim Standardlastprofil sind diese Verläufe für die Kundengruppe typisiert, beim Lastgang individuell gemessen.

Den günstigsten Tarif für Ihren Jahresverbrauch finden Sie unabhängig vom Messverfahren im Stromrechner.

Häufige Fragen zu Standardlastprofil & Lastgang

Was ist ein Standardlastprofil?
Eine genormte, typische Verbrauchskurve, mit der Netzbetreiber und Lieferanten den zeitlichen Stromverbrauch von Kunden ohne eigene Messung abschätzen, zum Beispiel von Haushalten. Sie dient der Strombeschaffung und Bilanzierung.
Wofür braucht man Standardlastprofile?
Haushalte werden nur einmal im Jahr abgelesen, daher ist der zeitliche Verlauf unbekannt. Über das Standardlastprofil schätzen Lieferanten, wann der Strom verbraucht wird, um ihn passend einzukaufen.
Welche Standardlastprofile gibt es?
Gängig sind die BDEW-Profile, etwa H0 für Haushalte, G0 bis G6 für verschiedene Gewerbe und L0 bis L2 für die Landwirtschaft.
Was ist ein Lastgang?
Der Lastgang ist der tatsächlich gemessene Stromverbrauch im Zeitverlauf, üblicherweise in 15-Minuten-Werten. Er wird über eine registrierende Leistungsmessung erfasst.
Was ist der Unterschied zwischen Standardlastprofil und Lastgang?
Das Standardlastprofil ist eine genormte Schätzung des Verbrauchsverlaufs für eine Kundengruppe. Der Lastgang ist der individuell gemessene Verlauf in 15-Minuten-Schritten.
Ab wann ist eine Lastgangmessung Pflicht?
In der Regel ab einem Jahresverbrauch von rund 100.000 kWh. Solche großen Verbraucher werden über eine registrierende Leistungsmessung abgerechnet.
Habe ich als Haushalt ein Standardlastprofil oder einen Lastgang?
Mit einem normalen Zähler werden Sie über ein Standardlastprofil abgerechnet. Mit einem Smart Meter kann auch für Haushalte ein Lastgang erfasst werden, Grundlage für dynamische Tarife.
Spielt es bei Standardlastprofil eine Rolle, wann ich Strom verbrauche?
Nein. Solange nach Standardlastprofil abgerechnet wird, zählt nur die Jahresmenge in kWh. Der Zeitpunkt des Verbrauchs wirkt sich erst mit Smart Meter und dynamischem Tarif auf den Preis aus.
Was ist der Unterschied zwischen Grundlast und Spitzenlast?
Die Grundlast ist der dauerhafte Sockelverbrauch, der praktisch immer anliegt. Die Spitzenlast sind die kurzzeitigen Verbrauchsmaxima. Zusammen ergeben sie das Lastprofil.
Was ist ein Lastprofil?
Allgemein die Verbrauchskurve über die Zeit. Beim Standardlastprofil ist sie für eine Kundengruppe typisiert, beim Lastgang individuell gemessen.

Verwandte Begriffe

Quellen: Standardlastprofile (z. B. H0, G0–G6, L0–L2): BDEW. Schwelle für die registrierende Leistungsmessung (Lastgang) bei rund 100.000 kWh/Jahr nach den Vorgaben der Stromnetzzugangsverordnung.

Redaktion stromvermittlung.de