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Herkunftsnachweis (HKN)

Ein Herkunftsnachweis (HKN) belegt, dass eine bestimmte Strommenge aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde – ein Nachweis je Megawattstunde. Über HKN wird Ökostrom den Kunden bilanziell zugeordnet. Verwaltet werden sie vom Umweltbundesamt im Herkunftsnachweisregister.

Was ist ein Herkunftsnachweis?

Strom aus dem Netz ist immer ein Mix – man sieht einer Kilowattstunde nicht an, ob sie aus Wind oder Kohle stammt. Der Herkunftsnachweis löst dieses Problem: Für jede erzeugte Megawattstunde Ökostrom wird ein digitales Zertifikat ausgestellt. Damit lässt sich die „grüne" Eigenschaft getrennt vom physikalischen Strom handeln und einem Kunden zuordnen.

Wie funktioniert das HKN-System?

Der Erzeuger einer EE-Anlage erhält je MWh einen Herkunftsnachweis. Ein Stromanbieter kauft diese Nachweise und entwertet sie in Höhe des an seine Ökostromkunden gelieferten Stroms. So ist garantiert, dass für Ihren Verbrauch die entsprechende Menge erneuerbar erzeugt wurde. Geführt wird das alles im Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes.

Herkunftsnachweis und Ökostrom

Herkunftsnachweise sind die Grundlage jedes Ökostromtarifs: Sie machen aus bilanzieller Sicht 100 % erneuerbaren Strom. Auf der Stromkennzeichnung erscheint der so ausgewiesene Anteil.

Kritik am Herkunftsnachweis-System

Weil HKN getrennt vom Strom gehandelt werden, kann ein Anbieter günstigen Graustrom mit billig zugekauften Nachweisen – oft aus alter norwegischer Wasserkraft – als „Ökostrom" verkaufen, ohne dass eine neue Anlage entsteht. Echten Mehrwert bringen daher vor allem Tarife mit anspruchsvollen Gütesiegeln, die den Ausbau fördern.

Häufige Fragen zu Herkunftsnachweis (HKN)

Was ist ein Herkunftsnachweis?
Ein digitales Zertifikat, das belegt, dass eine Megawattstunde Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde. Über Herkunftsnachweise wird Ökostrom bilanziell den Kunden zugeordnet.
Wie funktioniert das Herkunftsnachweis-System?
Erzeuger erhalten je MWh einen Nachweis. Anbieter kaufen diese und entwerten sie für den an ihre Ökostromkunden gelieferten Strom. Geführt wird alles im Register des Umweltbundesamtes.
Wer verwaltet die Herkunftsnachweise?
Das Umweltbundesamt im Herkunftsnachweisregister. Dort werden Nachweise ausgestellt, übertragen und entwertet.
Was hat der Herkunftsnachweis mit Ökostrom zu tun?
Er ist die Grundlage jedes Ökostromtarifs. Erst durch entwertete Herkunftsnachweise gilt der gelieferte Strom bilanziell als 100 Prozent erneuerbar.
Warum wird das HKN-System kritisiert?
Weil Nachweise getrennt vom Strom gehandelt werden. Ein Anbieter kann Graustrom mit billig zugekauften Nachweisen als Ökostrom verkaufen, ohne dass neue Anlagen entstehen.
Sind alle Ökostromtarife gleich gut?
Nein. Reine Herkunftsnachweis-Tarife bringen wenig Mehrwert. Anspruchsvolle Gütesiegel verlangen zusätzlich Investitionen in neue Anlagen und fördern so die Energiewende.
Ist ein Herkunftsnachweis dasselbe wie die Stromkennzeichnung?
Nein. Der Herkunftsnachweis ist das Zertifikat je MWh. Die Stromkennzeichnung ist die gesetzliche Angabe auf der Rechnung, wie sich der gelieferte Strom zusammensetzt.
Woher stammen die meisten Herkunftsnachweise?
Häufig aus europäischer Wasserkraft, etwa aus Norwegen. Diese Nachweise sind günstig, fördern aber keinen Neubau von Anlagen.
Bekomme ich mit Ökostrom physikalisch grünen Strom?
Nein. Aus der Steckdose kommt immer der gemischte Netzstrom. Der Herkunftsnachweis stellt nur bilanziell sicher, dass die entsprechende Menge erneuerbar erzeugt wurde.

Verwandte Begriffe

Quellen: Herkunftsnachweise je MWh und das Herkunftsnachweisregister: Umweltbundesamt. Kritik an der getrennten Handelbarkeit: Verbraucher- und Umweltverbände.

Redaktion stromvermittlung.de