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Negative Strompreise trotz Iran-Krise: Was das für Ihre Rechnung wirklich heißt

Hochspannungsleitung zur Energieübertragung

An der Strombörse sind die Preise in dieser Woche zeitweise wieder in den negativen Bereich gerutscht. Solche Phasen treten vor allem im Frühjahr häufiger auf, wenn viel Solarstrom ins Netz kommt und gleichzeitig der Wind kräftig liefert. Dann ist kurzfristig mehr Strom verfügbar, als gerade nachgefragt wird. Das drückt den Börsenpreis, in einzelnen Viertelstunden bis unter null.

Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Terminmärkte, dass der Markt derzeit eher mit moderaten Großhandelspreisen für die kommenden Monate rechnet. Für April wurden zuletzt rund 91 Euro je Megawattstunde und für Mai rund 85 Euro je Megawattstunde ausgewiesen, jeweils ohne Steuern und Abgaben.

Warum der Strompreis an der Börse ins Minus rutschen kann

Negative Preise entstehen nicht, weil Strom „wertlos“ wäre, sondern weil das System in bestimmten Stunden unflexibel ist. Viele Anlagen speisen weiter ein, während die Nachfrage nicht im gleichen Tempo mitgeht. Wenn dann Wind und Sonne gleichzeitig stark sind, entsteht kurzfristig ein Überschuss, der am Spotmarkt sichtbar wird.

Wichtig ist dabei: Das hat nur begrenzt mit geopolitischen Risiken zu tun. Zwar können Konflikte über den Gasmarkt die Strompreise anheben, etwa wenn Gas teurer wird. Aktuell gab es bei Gaspreisen durch die Nahostlage starke Ausschläge. Doch im Tagesgeschäft der Strombörse entscheidet oft zuerst das Wetter darüber, ob es extrem teuer wird oder extrem günstig.

Was Verbraucher davon haben und was nicht

Negative Börsenpreise bedeuten nicht automatisch, dass Haushalte „Geld fürs Stromverbrauchen“ bekommen. Die meisten Verbraucher zahlen weiterhin ihren vertraglich vereinbarten Arbeitspreis plus Grundpreis, dazu kommen Netzentgelte und Abgaben.

Direkt spürbar sind solche Börsenphasen vor allem bei dynamischen Tarifen, bei denen der Preis an den Börsenstrom gekoppelt ist. Dann können Sonnenstunden sehr günstig sein, während es in Abendspitzen gleichzeitig teuer werden kann. Für klassische Fixpreistarife wirkt so etwas höchstens indirekt, etwa bei Neuabschlüssen oder nach Ablauf einer Preisbindung.

Bei Neukundentarifen liegt der bundesweite Durchschnitt derzeit grob im Bereich von rund 27 Cent pro Kilowattstunde, inklusive Preisbestandteilen wie Grundpreis und Boni je nach Vergleichslogik.

So können Haushalte jetzt sparen

Wer einen dynamischen Tarif nutzt, kann am meisten profitieren, wenn große Verbraucher in günstige Stunden wandern, etwa Waschmaschine, Trockner oder das Laden eines E-Autos. Wer einen Fixpreisvertrag hat, sollte vor allem prüfen, ob der eigene Tarif noch zeitgemäß ist. Denn selbst wenn die Börse gerade billig ist, sitzen viele Haushalte weiterhin in teuren Altverträgen oder zahlen unnötig hohe Grundpreise.

Ein Strompreisvergleich auf unserer Seite zeigt, welche Tarife in Ihrer Region aktuell günstiger sind und ob sich ein Wechsel trotz schwankender Börsenpreise lohnt.

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