Wärmepumpentarif (Heizstrom)
Ein Wärmepumpentarif (Heizstrom) ist ein spezieller, meist günstigerer Stromtarif für den Betrieb einer Wärmepumpe. Voraussetzung ist in der Regel ein separater Zähler oder die Anmeldung als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG – dann gibt es reduzierte Netzentgelte, im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung bei Engpässen drosseln.
Stromverbrauch = Heizwärmebedarf ÷ JAZ. Eine JAZ von 3,5 macht aus 1 kWh Strom 3,5 kWh Wärme.
Was ist ein Wärmepumpentarif?
Wärmepumpen verbrauchen über das Jahr viel Strom. Damit das Heizen bezahlbar bleibt, bieten viele Versorger einen eigenen Heizstromtarif mit niedrigerem Arbeitspreis an. Hinzu kommen über § 14a EnWG reduzierte Netzentgelte. Der Strom für die Wärmepumpe wird dabei getrennt vom Haushaltsstrom erfasst.
Voraussetzungen und Zähler
Damit ein Wärmepumpentarif möglich ist, braucht es:
- eine separate Messung – meist einen eigenen (zweiten) Zähler nur für die Wärmepumpe;
- die Anmeldung als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG beim Netzbetreiber.
Den Zähler richtet der Messstellenbetreiber ein. Der zweite Zähler verursacht ein zusätzliches Messentgelt, das man gegen die Ersparnis rechnen sollte.
§ 14a: reduzierte Netzentgelte
Seit 2024 erhalten steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen, Wallboxen und Speicher ein reduziertes Netzentgelt. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung bei Netzengpässen kurzzeitig auf mindestens 4,2 kW drosseln – zum Heizen reicht das in aller Regel weiterhin aus.
Wann lohnt sich ein Wärmepumpentarif?
Er lohnt sich, wenn Ihre Wärmepumpe viel Strom verbraucht und der Heizstromtarif samt § 14a-Reduzierung günstiger ist als Ihr normaler Haushaltstarif – und zwar so viel günstiger, dass sich auch der zusätzliche Messpreis für den zweiten Zähler rechnet. Bei geringem Heizbedarf kann ein normaler Tarif (oder ein gemeinsamer Zähler) günstiger sein.
Wie viel Heizkosten sind für eine Wärmepumpe normal?
Faustregel: Stromverbrauch = Heizwärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ). Ein gut gedämmtes Einfamilienhaus mit 12.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,5 braucht rund 3.400 kWh Strom – bei einem Heizstrompreis um 28 ct sind das etwa 950 € im Jahr. Mit dem Rechner oben schätzen Sie Ihre Kosten ab.
Heizbedarf, JAZ und Preise sind Richtwerte (eigene Schätzung) und hängen stark von Gebäude, Wärmepumpe und Nutzung ab.
Ist eine Wärmepumpe im Winter ein Stromfresser?
Im Winter verbraucht sie naturgemäß mehr Strom: Es ist kälter, die Jahresarbeitszahl sinkt. Ein „Stromfresser" ist sie deshalb aber nicht – eine richtig dimensionierte, moderne Wärmepumpe arbeitet mit einer JAZ von 3 bis 4, erzeugt also aus 1 kWh Strom 3 bis 4 kWh Wärme. Entscheidend sind gute Dämmung, niedrige Vorlauftemperaturen und die passende Auslegung.
Anbieter und wie lange es Wärmepumpentarife gibt
Heizstrom- und Wärmepumpentarife bieten viele Grundversorger und große Anbieter an – nicht überall ist jedoch jedes Angebot verfügbar. Die Tarife bleiben relevant; mit Smart Meter, § 14a und dynamischen Tarifen verändern sie sich aber, weil günstiger Strom künftig flexibel statt nur nachts genutzt wird. Den passenden Tarif für Ihre PLZ finden Sie im Stromrechner.
Häufige Fragen zu Wärmepumpentarif (Heizstrom)
Was ist ein Wärmepumpentarif?
Welche Voraussetzungen hat ein Wärmepumpentarif?
Brauche ich für den Wärmepumpentarif einen eigenen Zähler?
Wann lohnt sich ein Wärmepumpentarif?
Wie viel Heizkosten sind für eine Wärmepumpe normal?
Ist eine Wärmepumpe im Winter ein Stromfresser?
Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ)?
Was bringt Paragraf 14a beim Wärmepumpentarif?
Welche Anbieter haben Wärmepumpentarife?
Wie lange gibt es noch Wärmepumpentarife?
Lohnt sich ein dynamischer Tarif für die Wärmepumpe?
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Verwandte Begriffe
Quellen: Reduzierte Netzentgelte für steuerbare Verbraucher nach § 14a EnWG (seit 2024). Heizwärmebedarf, Jahresarbeitszahl und Preise im Rechner sind Richtwerte und hängen stark von Gebäude und Wärmepumpe ab.
