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Hoch- & Niedertarif (HT/NT)

Beim Doppeltarif gibt es zwei Arbeitspreise: den Hochtarif (HT) tagsüber – teurer – und den Niedertarif (NT) in lastschwachen Zeiten (meist nachts, teils am Wochenende) – günstiger. Gemessen wird mit einem Doppeltarifzähler, der HT und NT getrennt zählt (OBIS 1.8.1 und 1.8.2).

HT/NT-Stromkosten berechnen
Jahreskostenpro MonatØ Preis pro kWh

HT-Verbrauch × HT-Preis + NT-Verbrauch × NT-Preis + Grundpreis × 12.

Das Wichtigste in Kürze

  • HT/NT ist ein Doppeltarif mit zwei Arbeitspreisen: Hochtarif (tagsüber, teurer) und Niedertarif (nachts/teils Wochenende, günstiger).
  • Erforderlich ist ein Doppeltarifzähler; HT trägt die Kennzahl 1.8.1, NT die 1.8.2 – beide Stände ablesen und melden.
  • Die Schaltzeiten legt der Netzbetreiber fest und sind regional unterschiedlich – es gibt keine bundesweit einheitlichen Zeiten.
  • Lohnen tut sich HT/NT nur, wenn viel Verbrauch in die NT-Zeit fällt (z. B. Nachtspeicher, Wärmepumpe, E-Auto-Ladung).

Was unterscheidet Hoch- und Niedertarif?

Der Unterschied sind Preis und Zeitfenster. Der Hochtarif (HT) gilt zu den nachfragestarken Tagesstunden und ist teurer. Der Niedertarif (NT) – früher oft „Nachtstrom" – gilt in lastschwachen Zeiten und ist günstiger. Der Sinn dahinter: Verbrauch in Zeiten verlagern, in denen im Netz Strom „übrig" ist, und so Netz und Kraftwerke gleichmäßiger auslasten.

Wann ist Hochtarif und wann Niedertarif?

Typischerweise gilt der Niedertarif nachts (etwa von 22 bis 6 Uhr) und teilweise am Wochenende, der Hochtarif tagsüber. Verbindlich sind diese Zeiten aber nicht: Sie werden vom Netzbetreiber bzw. Anbieter festgelegt und unterscheiden sich von Region zu Region. Die für Sie gültigen Zeiten stehen in Ihrem Vertrag oder beim Netzbetreiber.

Wie erkenne ich HT und NT – und wo stehen die Kürzel?

Sie haben HT/NT, wenn ein Doppeltarifzähler verbaut ist. Dieser hat zwei Zählwerke, die im Display mit HT und NT bzw. mit den OBIS-Kennzahlen 1.8.1 (Hochtarif) und 1.8.2 (Niedertarif) bezeichnet sind. Auf der Stromrechnung erscheinen entsprechend zwei Arbeitspreise.

Stromzähler ablesen: HT und NT angeben

Beim Doppeltarifzähler lesen Sie beide Werte ab und melden sie: den Stand bei 1.8.1 (HT) und bei 1.8.2 (NT). Geben Sie beide getrennt an – nur so kann korrekt abgerechnet werden. Wie das Ablesen genau funktioniert, steht unter Zählerstand.

Wie funktioniert das Umschalten von HT auf NT?

Das Umschalten erledigt der Zähler automatisch. Gesteuert wird es vom Netzbetreiber – klassisch über einen Rundsteuerempfänger (ein Signal über das Stromnetz) oder eine Zeitschaltuhr. Zur eingestellten Uhrzeit wechselt der Zähler vom HT- auf das NT-Zählwerk und zurück; Sie müssen nichts tun.

Wie wird der Stromverbrauch abgerechnet?

Getrennt nach Tarif: HT-Verbrauch × HT-Preis + NT-Verbrauch × NT-Preis, dazu der monatliche Grundpreis. Mit dem Rechner oben sehen Sie Ihre Jahreskosten und den durchschnittlichen Preis pro kWh.

HT/NT und Wärmepumpe

Für Wärmepumpen und früher für Nachtspeicherheizungen gibt es eigene Heizstromtarife, oft mit günstigem Niedertarif. Seit der Reform der steuerbaren Verbraucher (§ 14a EnWG) kommen reduzierte Netzentgelte hinzu, wenn der Netzbetreiber die Wärmepumpe bei Bedarf steuern darf. Ein separater Zähler oder ein Doppeltarifzähler ist dafür üblich.

Lohnt sich ein Hoch-/Niedertarif noch?

Nur unter zwei Bedingungen: Sie können viel Verbrauch in die NT-Zeit verlagern (Nachtspeicher, Wärmepumpe, E-Auto-Ladung nachts) und der NT-Preis ist deutlich günstiger, ohne dass der HT-Preis überzogen ist. Für normale Haushalte ist oft ein günstiger Eintarif die bessere Wahl – und mit Smart Meter übernehmen zunehmend dynamische Tarife die Rolle des Nachtstroms. Den günstigsten Tarif für Ihre PLZ finden Sie im Stromrechner.

Häufige Fragen zu Hoch- & Niedertarif (HT/NT)

Was unterscheidet Hoch- und Niedertarif?
Der Unterschied sind Preis und Zeitfenster: Der Hochtarif gilt tagsüber und ist teurer, der Niedertarif gilt nachts und teils am Wochenende und ist günstiger.
Wann ist Hochtarif und wann Niedertarif?
Typisch ist der Niedertarif nachts, etwa von 22 bis 6 Uhr, sowie teilweise am Wochenende, der Hochtarif tagsüber. Die genauen Zeiten legt aber der Netzbetreiber fest und sie unterscheiden sich regional.
Wie erkenne ich HT und NT?
An einem Doppeltarifzähler mit zwei Zählwerken, die mit HT und NT beziehungsweise den Kennzahlen 1.8.1 und 1.8.2 bezeichnet sind. Auf der Rechnung stehen zwei Arbeitspreise.
Was bedeutet 1.8.1 und 1.8.2 beim Stromzähler?
1.8.1 ist der Zählerstand im Hochtarif, 1.8.2 der Stand im Niedertarif. Beim Doppeltarifzähler lesen Sie beide Werte ab und melden sie getrennt.
Wo sind die Kürzel HT und NT zu finden?
Im Display des Doppeltarifzählers neben dem jeweiligen Zählwerk sowie auf der Stromrechnung bei den beiden Arbeitspreisen.
Wie lese ich einen Stromzähler mit HT und NT ab?
Sie notieren beide Zählerstände: den Wert bei 1.8.1 für den Hochtarif und den Wert bei 1.8.2 für den Niedertarif, und melden beide getrennt an Anbieter oder Netzbetreiber.
Muss ich beim Stromzähler HT oder NT angeben?
Beides. Bei einem Doppeltarifzähler werden HT- und NT-Stand getrennt erfasst, daher geben Sie immer beide Werte an.
Wie funktioniert das Umschalten von HT auf NT?
Der Zähler schaltet automatisch um. Gesteuert wird das vom Netzbetreiber, klassisch über einen Rundsteuerempfänger oder eine Zeitschaltuhr.
Wann schaltet der Zähler von HT auf NT?
Zu den vom Netzbetreiber festgelegten Zeiten, meist abends in den Niedertarif und morgens zurück in den Hochtarif. Die genauen Uhrzeiten stehen im Vertrag.
Wie wird der Stromverbrauch bei HT/NT abgerechnet?
Getrennt: Hochtarif-Verbrauch mal Hochtarif-Preis plus Niedertarif-Verbrauch mal Niedertarif-Preis, dazu der monatliche Grundpreis.
Was ist der Sinn von Hoch- und Niedertarif?
Verbrauch in lastschwache Zeiten zu verlagern, um Netz und Kraftwerke gleichmäßiger auszulasten. Früher vor allem für Nachtspeicherheizungen, heute zunehmend von dynamischen Tarifen abgelöst.
Lohnt sich Hoch-/Niedertarif bei einer Wärmepumpe?
Oft ja, wenn ein günstiger Heizstrom- oder Wärmepumpentarif mit Niedertarif genutzt wird, häufig kombiniert mit reduzierten Netzentgelten nach Paragraf 14a. Voraussetzung ist eine entsprechende Zählerkonfiguration.
Lohnt sich ein Hoch-/Niedertarif noch?
Nur wenn viel Verbrauch in die günstige Niedertarif-Zeit fällt und der NT-Preis deutlich niedriger ist. Für normale Haushalte ist ein günstiger Eintarif meist die bessere Wahl.

Im Ratgeber weiterlesen

Verwandte Begriffe

Quellen: Schaltzeiten für Hoch- und Niedertarif werden vom Netzbetreiber festgelegt und sind regional unterschiedlich. OBIS-Kennzahlen 1.8.1 (HT) und 1.8.2 (NT): Branchenstandard. Beispielwerte im Rechner sind Richtwerte.

Redaktion stromvermittlung.de