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Stromanbieter wechseln mit Prämie: bis zu 422 € Bonus – und was danach kommt

37 % aller Stromtarife in Deutschland zahlen Neukunden eine Prämie, im Schnitt 250 €. Das macht das erste Jahr deutlich günstiger. Was im zweiten Jahr passiert, steht selten im Angebot – bei uns steht es neben jedem Tarif.

„Der Bonus geht, der hohe Strompreis bleibt. Wer nach zwölf Monaten nicht wechselt, zahlt im zweiten Jahr im Schnitt 250 Euro mehr. Deshalb zeigen wir die Kosten für beide Jahre." — Ron Boschert, Redaktion Strommarkt, Tarife & Anbieter
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Sie sehen alle abschließbaren Tarife mit Bonus – und für jeden davon die Kosten im ersten und im zweiten Jahr.

Stand: 4. Oktober 2026. Eigene Auswertung über 507.220 Bonustarife in 6.410 Postleitzahlen, gerechnet auf 3.500 kWh Jahresverbrauch. Die Tarifabrufe sind im Schnitt 5,7 Tage alt.

Strom mit Prämie: die drei Fragen, die zählen

Wie hoch ist meine Prämie?

Über alle ausgewerteten Tarife liegt der Bonus bei 250 € – im Mittel 118 € Sofortbonus und 177 € Neukundenbonus, wobei 64 % der Bonustarife beides zahlen. Wie viel bei Ihnen möglich ist, hängt am Netzgebiet: Netzentgelte und Konzessionsabgaben unterscheiden sich von Ort zu Ort, und nicht jeder Anbieter liefert überall. Ein bundesweiter Durchschnitt beantwortet die Frage also nicht – Ihre Postleitzahl tut es.

Wann erhalte ich sie?

Der Sofortbonus kommt kurz nach Lieferbeginn, in der Praxis meist innerhalb von etwa 60 Tagen. Der Neukundenbonus wird in der Regel erst nach dem ersten vollen Lieferjahr gutgeschrieben, häufig über die Jahresrechnung. Entscheidend ist das Lieferjahr, nicht die Vertragslaufzeit – das ist der häufigste Grund, warum eine Prämie am Ende ausfällt. Mehr dazu weiter unten.

Was kostet mich der Strom insgesamt?

Im ersten Jahr kosten Bonustarife im Schnitt 1.158 € bei 3.500 kWh. Im zweiten Jahr, ohne Bonus, 1.408 €. Die Differenz von 250 € ist der Betrag, den die Prämie im ersten Jahr abgedeckt hat. Beide Zahlen gehören zusammen – deshalb zeigen wir sie zusammen.

Die Bonus-Schere: was im zweiten Jahr passiert

Bonustarife sind so gebaut: ein Arbeitspreis über dem Marktschnitt, dazu eine einmalige Prämie, die ihn im ersten Jahr mehr als ausgleicht. Nach zwölf Monaten fällt die Prämie weg. Der Arbeitspreis bleibt.

1.158 €1.408 €+250 €1. Jahr mit Bonus2. Jahr ohne BonusØ über 507.220 Bonustarife, 3.500 kWh/Jahr, Stand 4. Oktober 2026

Über alle 507.220 Bonustarife gerechnet steigen die Jahreskosten von 1.158 € auf 1.408 € – 250 € beziehungsweise 22 %. Bei 85 % der Bonustarife liegt das zweite Jahr mehr als 10 % über dem ersten, bei 19 % mehr als 30 %.

Das ist kein Betrug, sondern ein Geschäftsmodell mit Verfallsdatum: Anbieter kaufen Neukunden und rechnen damit, dass ein Teil bleibt. Solange Sie wissen, wann das Datum abläuft, zahlen Sie den günstigen Preis und nicht den teuren. Der Termin steht in Ihren Vertragsunterlagen. Tragen Sie ihn ein, sobald die erste Rechnung kommt – elf Monate nach Lieferbeginn, dann haben Sie Luft für den nächsten Vergleich. Mehr ist nicht zu tun.

Ein Beispiel aus unserer Tarifdatenbank

Am 3. Oktober 2026 war der Tarif Strom Bonus 24 von Grünwelt in über 4.000 Postleitzahlen der günstigste Haushaltstarif überhaupt. Die Zahlen: Arbeitspreis 45,35 ct/kWh, Grundpreis 22,63 € im Monat, Bonus 648 € (369 € sofort, 278,83 € nach dem ersten Jahr), Laufzeit 24 Monate.

Bei 3.500 kWh ergibt das 1.211 € im ersten Jahr – ein sehr guter Preis. Im zweiten Jahr, ohne Bonus, 1.859 €. Das sind 648 € mehr, also genau der Bonus, und 53 %. Weil die Laufzeit 24 Monate beträgt, kommt man aus dem zweiten Jahr nicht heraus.

Dieser Tarif stand trotzdem nicht in den Empfehlungen unseres Rechners. Der sortiert aus, was im zweiten Jahr mehr als 10 % über dem ersten liegt – sichtbar bleibt es unter „alle Tarife", empfohlen wird es nicht. Wir schreiben das hierhin, weil genau diese Zahl bis zum 3. Oktober 2026 die Schlagzeile dieser Seite war: „bis zu 648 € Bonus". Richtig gerechnet, und trotzdem der falsche Hinweis. Seitdem wählen wir die Zahl in der Überschrift nach denselben Regeln aus, nach denen der Rechner empfiehlt: höchstens zwölf Monate Laufzeit, Preisgarantie über die ganze Laufzeit, und der Preis muss auch im zweiten Jahr mit dem Markt mithalten.

Stromanbieter mit Prämie im Überblick

Ein hoher Bonus und ein guter Tarif sind zwei verschiedene Dinge. Die Tabelle zeigt beides: was ein Anbieter im Schnitt zahlt – und was seine Bonustarife im zweiten Jahr kosten. Sortieren Sie nach der Spalte „Aufschlag", dann sehen Sie, wer die Prämie als echten Rabatt gibt und wer sie nur vorschiebt.

Anbieter Ø Bonus 1. Jahr 2. Jahr Aufschlag Fairness
Grünwelt 465 € 1.213 € 1.678 € +38 % 57,50
Stadtwerke München 464 € 1.118 € 1.582 € +42 % 62,30
PLUS Strom 427 € 1.088 € 1.515 € +39 % 64,40
immergrün! Energie 403 € 1.086 € 1.489 € +37 % 65,90
MVV Energie 372 € 1.098 € 1.470 € +34 % 58,00
Vonovia Energie 362 € 1.050 € 1.412 € +34 % 67,70
ESWE 340 € 1.105 € 1.445 € +31 % 69,90
eprimo 338 € 1.073 € 1.411 € +32 % 69,30
Citiwerke 336 € 1.087 € 1.424 € +31 % 70,00
E.ON 325 € 1.112 € 1.437 € +29 % 61,20
ENTEGA 317 € 1.052 € 1.369 € +30 % 65,60
NEW Energie & Wasser 316 € 1.081 € 1.397 € +29 % 62,40
E WIE EINFACH 311 € 1.120 € 1.432 € +28 % 70,20
Stadtwerke Troisdorf 300 € 1.093 € 1.393 € +27 % 61,90
Mainova 298 € 1.130 € 1.428 € +26 % 63,70
Stadtwerke Schwerin 298 € 1.193 € 1.491 € +25 % 74,20
Bewag Marke VF 293 € 1.116 € 1.410 € +26 % 62,60
goldstrom 291 € 1.097 € 1.388 € +27 % 62,60
HEW Marke VF 285 € 1.124 € 1.410 € +25 % 62,60
Tchibo 276 € 1.172 € 1.448 € +24 % 74,60

Die 20 Anbieter mit der größten Abdeckung von insgesamt 47, die in mindestens 1.000 Postleitzahlen Bonustarife anbieten. Durchschnittswerte über alle Tarife und Postleitzahlen des Anbieters bei 3.500 kWh; Paket-, Vorkasse- und Kautionstarife sowie dynamische Tarife sind nicht enthalten. Fairness ist unser täglich berechneter Wert für die Vertragsgestaltung, der die Bonus-Schere mit abbildet – Erklärung auf der jeweiligen Anbieterseite. Welche Tarife für Sie abschließbar sind und was sie kosten, hängt an Ihrer Postleitzahl.

Sofortbonus und Neukundenbonus: wann welches Geld kommt

„Unsere wichtigste Lehre aus der Stromvermittlung seit 2007: Beim Bonus zählt das Kleingedruckte. Oft beginnen die entscheidenden zwölf Monate erst mit der Stromlieferung. Wer das mit dem Vertragsbeginn verwechselt, riskiert seinen Bonus." — Ron Boschert, Redaktion Strommarkt, Tarife & Anbieter

Drei Situationen kosten in der Praxis am häufigsten die Prämie. Keine davon ist Pech – alle drei lassen sich vorher erkennen.

  • Der Lieferbeginn ist nicht der Vertragsbeginn. Die Bonusfrist läuft fast immer ab der ersten gelieferten Kilowattstunde. Zwischen Vertragsabschluss und Lieferbeginn liegen aber oft sechs bis acht Wochen, weil erst der alte Vertrag endet. Wer zum Ende der Vertragslaufzeit kündigt, hat das Lieferjahr dann noch nicht voll – und der Neukundenbonus entfällt. Rechnen Sie den Kündigungstermin vom Lieferbeginn aus.
  • Weniger Verbrauch als angegeben. Ist der Bonus an einen Mindestverbrauch gekoppelt, kann er gekürzt werden, wenn Sie darunter bleiben. Ein bereits ausgezahlter Sofortbonus wird dann teils nachträglich verrechnet. Geben Sie deshalb den Verbrauch Ihrer letzten Jahresrechnung an, nicht einen gerundeten Wunschwert.
  • Umzug im ersten Lieferjahr. Mit dem Umzug endet die Belieferung an der alten Adresse, und damit gegebenenfalls der Bonusanspruch. Manche Anbieter führen den Vertrag an der neuen Adresse fort und rechnen die Zeiten zusammen, andere nicht. Steht ein Umzug an, ist das die erste Frage an den Anbieter.

Die sechs Bedingungen, die Anbieter an den Bonus hängen

Die Höhe der Prämie steht im Angebot. Die Bedingungen stehen in den Bonusbedingungen, und dort stehen in der Regel diese sechs:

  • Mindestverbrauch. Der Bonus gilt nur ab einem bestimmten Jahresverbrauch oder wird anteilig gekürzt.
  • Belieferungszeit statt Vertragslaufzeit. Gezählt werden zwölf Monate Lieferung – nicht zwölf Monate Vertrag.
  • Neukunden-Definition. Üblich ist: in den letzten sechs Monaten nicht von diesem Unternehmen beliefert worden. Das schließt oft auch Schwestermarken desselben Konzerns ein.
  • Umzug. Ein Adresswechsel im ersten Jahr kann den Anspruch beenden.
  • Prozentboni auf Teilbeträge. „15 % Bonus" kann sich auf den Arbeitspreis allein beziehen statt auf die Gesamtkosten, und auf den Netto- statt den Bruttobetrag. Rechnen Sie nach, bevor Sie vergleichen.
  • Ausschluss bei eigener Erzeugung. Manche Anbieter schließen Haushalte mit Photovoltaikanlage oder Wärmepumpe aus.

Sachprämien und Bündelangebote: getrennt rechnen

Manche Angebote zahlen keinen Geldbetrag, sondern legen ein Tablet, ein Fahrrad oder ein Abo dazu. Rechnen Sie den Gegenwert nicht mit dem Listenpreis, sondern mit dem, was Sie tatsächlich dafür zahlen würden – oft ist der Einzelkauf günstiger als der Tarifaufschlag. Zwei Dinge sind dabei zu prüfen: Erstens, ob die Prämie bei einer Kündigung zurückgegeben oder bezahlt werden muss. Zweitens, ob am Angebot ein zweiter Vertrag hängt – Haushaltsschutzbrief, Streaming-Abo, Versicherung – mit eigener Laufzeit und eigener Kündigungsfrist, die mit dem Stromvertrag nicht endet. Unser Rechner zeigt Paket- und Kautionstarife deshalb nicht in den Empfehlungen.

Was wir hier nicht leisten können: Unsere Tarifschnittstelle liefert Höhe und Art des Bonus, nicht seine Auflagen. Wir können die Bedingungen erklären, aber nicht für jeden einzelnen Tarif anzeigen. Lesen Sie sie vor dem Abschluss und machen Sie einen Screenshot von Angebot und Bonuszusage – im Streitfall ist das Ihr Nachweis. Eine ausführliche Übersicht der typischen Klauseln führen auch die Verbraucherzentralen.

Laufzeit: warum wir höchstens zwölf Monate empfehlen

„Wir empfehlen grundsätzlich Stromtarife mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit. Wer sich zwei Jahre bindet, muss auch im zweiten Jahr gut fahren. Deshalb empfehlen wir 24-Monats-Bonustarife nur, wenn sie über die gesamte Laufzeit überzeugen und auch ohne Bonus preislich mit guten Alternativen mithalten." — Ron Boschert, Redaktion Strommarkt, Tarife & Anbieter

39 % der Bonustarife binden länger als zwölf Monate. In dieser Zeit kommen Sie nicht an einen neuen Bonus – und zahlen im zweiten Jahr den Preis ohne Prämie. Deshalb gilt für die Zahl in unserer Überschrift dieselbe Regel wie für die Empfehlungen im Rechner: höchstens zwölf Monate Laufzeit, Preisgarantie über die ganze Laufzeit, und der Preis muss in beiden Jahren mit dem Bundesmittel mithalten. Der aktuelle Spitzenwert unter diesen Bedingungen ist 422 € – Stadtwerke München, Tarif M-Strom Fix 12, mit 983 € im ersten und 1.405 € im zweiten Jahr.

Checkliste: vor dem Abschluss

  • Laufzeit höchstens zwölf Monate und Kündigungsfrist von maximal sechs Wochen.
  • Preisgarantie, die die ganze Laufzeit abdeckt – eine Garantie über sechs Monate bei zwölf Monaten Bindung hilft nicht.
  • Preis ohne Bonus prüfen. Im Rechner über „keine Boni einberechnen" – das ist Ihr Preis ab dem zweiten Jahr.
  • Bonusbedingungen lesen: Mindestverbrauch, Belieferungszeit, Neukunden-Definition, Umzug.
  • Keine Vorkasse-, Kautions- oder Pakettarife. Bei Zahlungsausfall des Anbieters ist Ihr Geld weg.
  • Verlängerung prüfen. Wie geht der Vertrag weiter, wenn Sie nichts tun – und zu welchen Konditionen? Eine Verlängerung um zwölf Monate bindet Sie ein zweites Jahr zum Preis ohne Bonus. Der Rechner zeigt die Verlängerungsfrist in den Tarifdetails unter „Konditionen".
  • Abschlag auf Plausibilität prüfen. Rechnet der Anbieter den Bonus in den Monatsbetrag ein, ist der Abschlag zu niedrig und die Jahresrechnung überrascht Sie.
  • Screenshot von Angebot, Bonuszusage und AGB machen und aufbewahren.

Checkliste: nach dem Wechsel

  • Lieferbeginn notieren – nicht das Datum des Vertragsabschlusses. Ab hier läuft die Bonusfrist.
  • Wechseltermin eintragen, elf Monate nach Lieferbeginn. Dann bleibt Zeit für den nächsten Vergleich.
  • Zählerstand zum Lieferbeginn fotografieren.
  • Jahresrechnung prüfen: Steht der Bonus als eigene Position darauf oder wurde er über die Abschläge verrechnet? Beides ist zulässig – fehlen darf er nicht.
  • Unterlagen aufbewahren, bis der Bonus gutgeschrieben und die Jahresrechnung abgerechnet ist.

Bonus nicht erhalten – was jetzt?

  1. Auszahlungstermin prüfen. Wann der Bonus fällig wird, steht in Ihren Vertragsunterlagen. Ein Neukundenbonus wird häufig mit der Jahresrechnung verrechnet, ein Sofortbonus meist separat ausgezahlt – prüfen Sie deshalb auch Ihre Kontoauszüge.
  2. Bonusbedingungen abgleichen. Ist die erforderliche Belieferungszeit erreicht? Vertragsbeginn und Lieferbeginn können auseinanderliegen. Prüfen Sie außerdem Mindestverbrauch, Neukundenstatus und Umzug. Halten Sie Vertragsbestätigung, Bonuszusage und Rechnung bereit.
  3. Bonus schriftlich einfordern. Ist er fällig und fehlt, reklamieren Sie beim Anbieter, zum Beispiel per E-Mail. Nennen Sie Kundennummer und Bonusbetrag, fügen Sie die Nachweise bei und setzen Sie eine Frist von 14 Tagen. Bewahren Sie Beschwerde und Versandnachweis auf.
  4. Eine Ablehnung wegen Kündigung prüfen lassen. Eine Kündigung bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Bonus entfällt. Bei einer berechtigten Sonderkündigung wegen einer Preiserhöhung halten die Verbraucherzentralen einen Bonusausschluss für unwirksam. Widersprechen Sie mit Verweis auf Ihre Bonusbedingungen und den Kündigungsgrund. Hinweise der Verbraucherzentralen
  5. Bei ungelöstem Streit Hilfe holen. Lehnt der Anbieter Ihre Beschwerde ab oder antwortet er innerhalb von vier Wochen nicht, können Sie die Schlichtungsstelle Energie einschalten. Das Verfahren ist für private Verbraucher kostenlos. Fügen Sie Ihre Unterlagen, die Beschwerde und eine mögliche Antwort bei. Die Verbraucherzentrale kann Sie auch vorher beraten. Zur Schlichtungsstelle Energie

Lohnt sich ein Stromwechsel mit Prämie regelmäßig?

Rechnen wir es durch, statt es zu behaupten. Grundlage ist je Postleitzahl derselbe Tarif: der günstigste Bonustarif, der unsere Empfehlungskriterien erfüllt. Im ersten Jahr kostet er im Schnitt 1.046 €, im zweiten – wenn Sie bleiben – 1.389 €.

Fünf Jahre, jedes Jahr zum nächsten Bonustarif5.230 €
Fünf Jahre, einmal wechseln und dann bleiben6.602 €
Unterschied1.372 €
Zum Vergleich: fünf Jahre Grundversorgung (Ø 1.445 €/Jahr)7.225 €

Das ist eine Modellrechnung: sie unterstellt, dass die Preise bleiben, wo sie heute sind. Das werden sie nicht – die Größenordnung bleibt aber. Wer einmal gewechselt hat, kennt den Aufwand: Postleitzahl, Verbrauch, Zählernummer, IBAN. Der neue Anbieter kündigt beim alten, die Versorgung läuft ohne Unterbrechung weiter, das ist gesetzlich abgesichert. Beim zweiten Mal dauert es ein paar Minuten – und genau darum lohnt sich die Wiederholung: Der Unterschied oben entsteht nicht durch Glück, sondern durch einen Termin im Kalender.

Was unser Stromtarif-Rechner anders macht

Wir verdienen an Vertragsabschlüssen. Deshalb hier offen, was der Rechner tut – und was er nicht kann.

  • Jeder Bonus einzeln ausgewiesen, mit Bezeichnung und Betrag. Angerechnet wird nur, was der Anbieter auch tatsächlich in die Jahreskosten einrechnet.
  • Umschalter „keine Boni einberechnen". Ein Klick, und die Liste sortiert nach dem Dauerpreis statt nach dem Lockpreis. Das ist die Ansicht, die Verbraucherschützer empfehlen.
  • Erstes Jahr mit und ohne Bonus getrennt in den Tarifdetails, dazu der geschätzte Abschlag – berechnet auf den Preis ohne Bonus, damit die Jahresrechnung nicht überrascht.
  • Tarife, deren zweites Jahr mehr als 10 % über dem ersten liegt, fliegen aus den Empfehlungen. Sichtbar bleiben sie unter „alle Tarife" – die Liste bleibt vollständig, die Empfehlung wird es nicht.
  • Doppelangebote werden aussortiert: Bietet ein Anbieter zweimal denselben Tarif an, einmal mit und einmal ohne Bonus, zeigen wir nur den günstigeren. Ab dem zweiten Jahr kosten beide gleich.

Die Grenze: Wir sehen Höhe und Art des Bonus, nicht seine Auflagen. Mindestverbrauch, Auszahlungsfrist, Umzugs- oder Erzeugerausschluss liefert die Tarifschnittstelle nicht – die stehen nur in den Bonusbedingungen des Anbieters. Verbindlich sind immer dessen Angaben beim Abschluss. Und es sind nicht alle Tarife des Marktes darstellbar: einzelne Anbieter lassen sich in Vergleichsrechnern grundsätzlich nicht abbilden.

Eine Frage an unsere Redaktion?

Steht Ihre Frage hier nicht? Dann schreiben Sie sie uns. Wir gehen Sachverhalten auch nach, wenn die Antwort nicht auf der Hand liegt – bei Bedarf fragen wir beim Anbieter nach. Wir antworten innerhalb von zwei Werktagen.

Ohne E-Mail-Adresse können wir nicht persönlich antworten – die Frage lesen wir trotzdem. Wir verwenden Ihre Angaben ausschließlich zur Beantwortung und melden Sie zu keinem Newsletter an. Datenschutz

Häufige Fragen zu Strom mit Prämie

Wie hoch ist der Bonus beim Stromwechsel im Schnitt?

Über alle von uns ausgewerteten Tarife liegt der Bonus bei durchschnittlich 250 € – im Mittel 118 € Sofortbonus und 177 € Neukundenbonus. 37 % aller Haushaltstarife zahlen überhaupt einen Bonus. Wie viel in Ihrem Netzgebiet möglich ist, zeigt der Stromtarif-Rechner nach Eingabe der Postleitzahl.

Was ist der Unterschied zwischen Sofortbonus und Neukundenbonus?

Der Sofortbonus wird kurz nach Lieferbeginn ausgezahlt, in der Praxis meist innerhalb von etwa 60 Tagen. Der Neukundenbonus kommt in der Regel erst nach dem ersten vollen Lieferjahr und wird häufig mit der Jahresrechnung verrechnet. 64 % der Bonustarife zahlen beides.

Wann wird der Bonus ausgezahlt?

Das steht in den Bonusbedingungen des Anbieters, nicht in den Tarifdaten. Als Regel gilt: Sofortbonus wenige Wochen nach Lieferbeginn, Neukundenbonus nach zwölf Monaten Belieferung. Entscheidend ist das Lieferjahr, nicht die Vertragslaufzeit – beides beginnt oft sechs bis acht Wochen auseinander.

Warum ist mein Stromtarif im zweiten Jahr teurer?

Weil der Bonus einmalig ist, der Arbeitspreis aber bleibt. Über alle Bonustarife gerechnet kostet das erste Jahr durchschnittlich 1.158 € und das zweite 1.408 € bei 3.500 kWh – ein Aufschlag von 250 € oder 22 %. Bei 85 % der Bonustarife liegt das zweite Jahr mehr als 10 % über dem ersten, bei 19 % mehr als 30 %.

Bekomme ich den Bonus auch, wenn ich nach einem Jahr wechsle?

Ja, sofern die vereinbarte Belieferungszeit erreicht ist. Genau hier liegt der häufigste Fehler: Wer zum Ende der Vertragslaufzeit kündigt, hat das Lieferjahr oft noch nicht voll, weil die Lieferung später begann als der Vertrag. Rechnen Sie den Kündigungstermin vom Lieferbeginn aus, nicht vom Vertragsabschluss.

Verliere ich den Bonus, wenn ich kündige?

Nicht automatisch. Bei einer berechtigten Sonderkündigung, etwa wegen einer Preiserhöhung, halten die Verbraucherzentralen einen Bonusausschluss für unwirksam. Das gilt nicht für jeden Kündigungsfall – bei einer gewöhnlichen Kündigung vor Ablauf der Belieferungszeit kann der Anspruch entfallen.

Was passiert mit dem Bonus, wenn ich umziehe?

Ein Umzug im ersten Lieferjahr kann den Bonus kosten, weil die Belieferung an der alten Adresse endet. Manche Anbieter führen den Vertrag an der neuen Adresse fort und rechnen die Zeit zusammen, andere nicht. Das steht in den Bonusbedingungen und ist vor dem Abschluss zu prüfen, wenn ein Umzug absehbar ist.

Kann ich den Bonus verlieren, wenn ich weniger Strom verbrauche als angegeben?

Möglich, wenn der Bonus an einen Mindestverbrauch gekoppelt ist. Dann kann er gekürzt werden, und ein bereits ausgezahlter Sofortbonus auch nachträglich verrechnet werden. Geben Sie deshalb den Verbrauch Ihrer letzten Jahresrechnung an und nicht einen Wunschwert.

Lohnt sich ein Bonustarif mit 24 Monaten Laufzeit?

Nur, wenn er auch im zweiten Jahr überzeugt. 39 % der Bonustarife binden länger als zwölf Monate; in dieser Zeit kommen Sie nicht an einen neuen Bonus. Wir empfehlen solche Tarife nur, wenn ihr Preis ohne Bonus noch mit guten Zwölf-Monats-Alternativen mithält.

Wie oft sollte ich den Stromanbieter wechseln?

Etwa jährlich, zum Ende der Belieferungszeit. Beim günstigsten von uns empfohlenen Bonustarif kostet das erste Jahr im Schnitt 1.046 € und dasselbe Angebot im zweiten Jahr 1.389 €. Über fünf Jahre macht das einen Unterschied von rund 1.372 €, wenn die Preise so bleiben.

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Ron Boschert Redaktion Strommarkt, Tarife & Anbieter · Stromvergleich seit 2007

Wir gehören zu keinem Stromanbieter, sortieren nach Preis und nicht nach Provision und legen offen, woher unsere Zahlen kommen. Fehler korrigieren wir zeitnah – auch auf dieser Seite. Über uns und unsere Grundsätze