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Leistungspreis (Strom)

Der Leistungspreis ist ein Preisbestandteil bei großen Stromkunden (Gewerbe/Industrie mit Lastgangmessung): Er wird in €/kW pro Jahr auf die höchste gemessene Leistung berechnet – zusätzlich zum mengenabhängigen Arbeitspreis. Haushalte zahlen keinen Leistungspreis. Nicht verwechseln mit der physikalischen Leistung P = U × I.

Einheit€/kW pro Jahr
FormelLeistungskosten = Jahreshöchstleistung (kW) × Leistungspreis (€/kW)
Leistungs- und Arbeitskosten berechnen
Leistungskosten/JahrArbeitskosten/JahrGesamt/Jahr

Leistungskosten = Höchstleistung × Leistungspreis. Gilt für Gewerbe-/Industriekunden mit Lastgangmessung; Haushalte zahlen keinen Leistungspreis.

Was ist der Leistungspreis beim Strom?

Der Leistungspreis deckt die Kosten, die von der bereitgestellten Leistung abhängen – vor allem leistungsabhängige Netzentgelte. Er fällt bei Kunden mit registrierender Leistungsmessung (RLM) an, in der Regel ab rund 100.000 kWh Jahresverbrauch (siehe Lastgang). Grundlage ist die Jahreshöchstleistung – die höchste viertelstündlich gemessene Leistung im Jahr.

Arbeitspreis, Leistungspreis und Grundpreis

BestandteilBezugsgrößeEinheitFür wen
Arbeitspreisverbrauchte Mengect/kWhalle
LeistungspreisJahreshöchstleistung€/kW pro JahrRLM-Kunden (Gewerbe/Industrie)
Grundpreisfix€/Jahrv. a. Haushalte

Während Haushalte einen festen Grundpreis plus Arbeitspreis zahlen, kommt bei großen Verbrauchern der Leistungspreis hinzu – ein Anreiz, hohe Lastspitzen zu vermeiden.

Leistungspreis berechnen

Die jährlichen Leistungskosten ergeben sich einfach aus Höchstleistung und Leistungspreis:

Leistungskosten = Jahreshöchstleistung (kW) × Leistungspreis (€/kW). Beispiel: 50 kW × 100 €/kW = 5.000 € im Jahr – zusätzlich zum Arbeitspreis. Mit dem Rechner oben sehen Sie Leistungs- und Arbeitskosten zusammen.

Leistungspreis in Deutschland und in der Industrie

Eine pauschale Zahl gibt es nicht: Die Höhe des Leistungspreises hängt vom Netzgebiet, der Spannungsebene und der Benutzungsstundenzahl ab und wird vom Netzbetreiber festgelegt. Je gleichmäßiger ein Betrieb Strom bezieht (viele Benutzungsstunden), desto günstiger fällt er ins Gewicht. Industriebetriebe optimieren deshalb gezielt ihre Lastspitzen (Lastmanagement).

Zahlen Haushalte einen Leistungspreis?

Nein. Haushalte werden über ein Standardlastprofil abgerechnet und zahlen nur Arbeitspreis und Grundpreis – keinen Leistungspreis. Den günstigsten Haushaltstarif für Ihre PLZ finden Sie im Stromrechner.

Achtung: „Leistung-Formel" P = U × I ist etwas anderes

Die Frage nach der Leistungs-Formel P = U × I meint die physikalische Leistung in Watt – also Spannung mal Stromstärke. Das ist nicht der Leistungspreis: Der Leistungspreis ist ein Abrechnungsbestandteil in €/kW, die physikalische Leistung eine technische Größe in Watt.

Häufige Fragen zu Leistungspreis (Strom)

Was ist der Leistungspreis beim Strom?
Ein Preisbestandteil bei großen Stromkunden mit Lastgangmessung. Er wird in Euro pro Kilowatt und Jahr auf die höchste gemessene Leistung berechnet, zusätzlich zum Arbeitspreis. Er deckt vor allem leistungsabhängige Netzkosten.
Wie berechnet man den Leistungspreis?
Leistungskosten gleich Jahreshöchstleistung in kW mal Leistungspreis in Euro pro kW. Beispiel: 50 kW mal 100 Euro pro kW ergibt 5.000 Euro im Jahr, zusätzlich zum Arbeitspreis.
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitspreis und Leistungspreis?
Der Arbeitspreis richtet sich nach der verbrauchten Menge in ct/kWh. Der Leistungspreis richtet sich nach der höchsten bezogenen Leistung in Euro pro kW. Den Leistungspreis zahlen nur große Kunden mit Lastgangmessung.
Zahlen Haushalte einen Leistungspreis?
Nein. Haushalte werden über ein Standardlastprofil abgerechnet und zahlen nur Arbeitspreis und Grundpreis, keinen Leistungspreis.
Ab wann fällt ein Leistungspreis an?
In der Regel ab einem Jahresverbrauch von rund 100.000 kWh, wenn der Verbrauch über eine registrierende Leistungsmessung erfasst wird.
Wie hoch ist der Leistungspreis in Deutschland?
Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Er hängt vom Netzgebiet, der Spannungsebene und der Benutzungsstundenzahl ab und wird vom Netzbetreiber festgelegt.
Wie senken Industriebetriebe den Leistungspreis?
Indem sie hohe Lastspitzen vermeiden und den Strombezug gleichmäßiger gestalten. Je mehr Benutzungsstunden, desto geringer fällt der Leistungspreis ins Gewicht.
Was ist die Jahreshöchstleistung?
Die höchste viertelstündlich gemessene Leistung innerhalb eines Jahres. Sie ist die Bemessungsgrundlage für den Leistungspreis.
Was ist die Formel P = U mal I?
Das ist die physikalische Leistung in Watt: Spannung mal Stromstärke. Sie hat nichts mit dem Leistungspreis als Abrechnungsbestandteil zu tun.
Was ist die Leistung-Formel?
Elektrische Leistung berechnet sich als P gleich U mal I, also Spannung mal Stromstärke, und wird in Watt angegeben. Der Leistungspreis dagegen ist ein Preis in Euro pro Kilowatt.
Gilt der Leistungspreis auch für kleines Gewerbe?
Nur wenn eine Lastgangmessung vorliegt. Kleinere Gewerbebetriebe mit Standardlastprofil zahlen wie Haushalte Arbeits- und Grundpreis ohne Leistungspreis.

Verwandte Begriffe

Quellen: Leistungspreis als Bestandteil der Netzentgelt-Systematik bei registrierender Leistungsmessung: Bundesnetzagentur und Netzbetreiber. Physikalische Leistung P = U × I: Grundlagen der Elektrotechnik. Beispielwerte im Rechner sind Richtwerte.

Redaktion stromvermittlung.de