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Strompreisentwicklung

Die Strompreisentwicklung zeigt, wie sich der Strompreis über die Zeit verändert. Aktuell liegt der Standardtarif der Grundversorgung bei rund 41 ct/kWh, ein günstiger Neukundentarif bei etwa 23–24 ct/kWh. Treiber sind vor allem die Beschaffungskosten an der Börse, die Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben.

Eine ausführliche Auswertung mit Langzeitdaten finden Sie in unserer Studie Strompreisentwicklung in Deutschland. Dieser Lexikon-Eintrag fasst die wichtigsten Punkte zusammen und zeigt aktuelle Werte aus unserer eigenen Tarifabfrage.

Was kostet 1 kWh Strom? Preisentwicklung seit 2025

Der Unterschied zwischen dem teuren Standardtarif der Grundversorgung und einem günstigen Neukundentarif ist groß – Monat für Monat:

MonatØ GrundversorgungNeukundentarif
Jun 2026
41,1 ct
23,5 ct
Mai 2026
41,1 ct
23,6 ct
Apr 2026
41,1 ct
24,2 ct
Mär 2026
41,1 ct
26,2 ct
Feb 2026
41,1 ct
23,6 ct
Jan 2026
41,5 ct
23,0 ct
Dez 2025
45,2 ct
22,7 ct
Nov 2025
45,4 ct
22,6 ct
Okt 2025
46,1 ct
24,6 ct
Sep 2025
46,1 ct
26,3 ct
Aug 2025
46,2 ct
26,7 ct
Jul 2025
46,2 ct
26,9 ct

Durchschnittlicher Strompreis (all-in, bezogen auf 3.500 kWh/Jahr) je Monat aus unserer bundesweiten Tarifabfrage: Grundversorgung (Standardtarif) gegenüber dem günstigsten Neukundentarif. Quelle: eigene Auswertung, stromvermittlung.de.

Wer in der Grundversorgung bleibt, zahlt also dauerhaft deutlich mehr als nötig. Ein Sondervertrag ist fast immer günstiger.

Strompreisentwicklung seit der Energiekrise 2022

Bis 2021 lag der durchschnittliche Strompreis bei rund 32 ct/kWh. Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und der Gaskrise 2022 schossen die Beschaffungskosten in die Höhe, die Börsenpreise erreichten Rekordwerte und die Standardtarife stiegen über 40 ct/kWh. Seit 2024 haben sich die Großhandelspreise wieder entspannt – günstige Neukundentarife liegen heute deutlich unter den Krisenwerten.

Warum schwankt der Strompreis so stark?

Vor allem der Beschaffungsanteil bewegt sich: Er folgt dem Börsenpreis, der wiederum von Gaspreis, Wetter (viel oder wenig Wind und Sonne) und Nachfrage abhängt. In einer Dunkelflaute steigen die Preise kurzfristig stark, bei viel Ökostrom fallen sie. Die anderen Bestandteile – Netzentgelte, Steuern, Abgaben – ändern sich dagegen meist nur einmal im Jahr.

Einfluss von Krisen und Geopolitik

Geopolitische Krisen wirken sich über die Energierohstoffe aus: Konflikte wie der Ukraine-Krieg oder Spannungen im Nahen Osten (etwa um den Iran) treiben die Gas- und Ölpreise. Da Gaskraftwerke oft den Börsenpreis bestimmen, schlägt das auf den Strompreis durch. Steigende Rohstoffpreise bedeuten daher meist auch höhere Beschaffungskosten beim Strom.

Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strompreis besteht aus drei großen Blöcken – Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben:

  • Beschaffung & Vertrieb14,48 ct/kWh · 40 %
  • Netzentgelte10,72 ct/kWh · 30 %
  • Steuern, Abgaben & Umlagen5,21 ct/kWh · 14 %
  • Mehrwertsteuer (19 %)5,78 ct/kWh · 16 %

Strompreis gesamt: 36,19 ct/kWh (Durchschnitt Grundversorgung)

Eigene Berechnung, stromvermittlung.de – Basis: Netzentgelte (Bundesnetzagentur), gesetzliche Steuern/Abgaben/Umlagen (Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umlagen) und durchschnittlicher Strompreis. Stand 2025, gerundet.

Mehr dazu unter Strommix & Stromkennzeichnung und Grundpreis.

Einfluss der Netzentgelte

Die Netzentgelte machen einen erheblichen Teil des Strompreises aus und sind zuletzt gestiegen – auch wegen des Netzausbaus. So haben sie sich für Haushaltskunden entwickelt:

JahrNetzentgelt für Haushalte
2020
7,10 ct/kWh
2021
7,31 ct/kWh
2022
7,57 ct/kWh
2023
8,84 ct/kWh
2024
10,95 ct/kWh
2025
10,72 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur (durchschnittliche Netznutzungsentgelte, Haushaltskunden); stromvermittlung.de

Einfluss von Steuern, Abgaben und Umlagen

Ein fester Teil des Preises sind staatlich veranlasste Bestandteile: die Stromsteuer (2,05 ct/kWh), die Konzessionsabgabe und die Mehrwertsteuer. Die früher hohe EEG-Umlage wurde 2022 abgeschafft und hat die Preise spürbar entlastet.

Strompreisentwicklung seit 1998

Seit der Liberalisierung des Strommarkts 1998 ist der Strompreis langfristig deutlich gestiegen – von rund 14 ct/kWh auf über 30 ct/kWh vor der Energiekrise. Der Anstieg ging vor allem auf Steuern, Abgaben und Netzentgelte zurück, nicht auf den reinen Energiepreis. Gleichzeitig sorgt der Wettbewerb dafür, dass Wechsler stets deutlich günstiger fahren als Kunden in der Grundversorgung.

Was können Haushalte gegen hohe Stromkosten tun?

Den größten Hebel haben Sie selbst – über den frei wählbaren Teil des Preises:

  • Aus der Grundversorgung wechseln: Ein Sondervertrag mit Neukundenbonus spart oft mehrere Hundert Euro im Jahr.
  • Regelmäßig vergleichen und jährlich wechseln, um Bonus und günstige Preise mitzunehmen.
  • Verbrauch senken und mit einem dynamischen Tarif in günstige Stunden verschieben.

Lassen Sie sich die aktuellen Tarife für Ihre Postleitzahl anzeigen:

Tarife für Ihre Postleitzahl vergleichen
So funktioniert esSie sehen im Stromrechner alle Tarife für Ihre PLZ – mit und ohne Bonus, Effektivpreis im 1. Jahr inklusive (Standard: 3.500 kWh/Jahr).

Hat Ihre PLZ mehrere Orte oder Ortsteile, wählen Sie ihn vor dem Vergleich aus.

Die vollständige Langzeit-Auswertung lesen Sie in unserer Studie Strompreisentwicklung in Deutschland.

Häufige Fragen zu Strompreisentwicklung

Was kostet aktuell 1 kWh Strom?
Der Standardtarif der Grundversorgung liegt aktuell bei rund 41 ct/kWh, ein günstiger Neukundentarif bei etwa 23 bis 24 ct/kWh. Den genauen Preis für Ihre Postleitzahl zeigt der Stromrechner.
Wie hat sich der Strompreis seit 2022 entwickelt?
Mit der Gaskrise 2022 stiegen die Beschaffungskosten stark, die Standardtarife kletterten über 40 ct/kWh. Seit 2024 haben sich die Großhandelspreise entspannt, günstige Neukundentarife liegen deutlich unter den Krisenwerten.
Warum schwankt der Strompreis so stark?
Vor allem der Beschaffungsanteil bewegt sich, da er dem Börsenpreis folgt. Dieser hängt von Gaspreis, Wetter und Nachfrage ab. Netzentgelte, Steuern und Abgaben ändern sich dagegen meist nur einmal im Jahr.
Beeinflussen Kriege und Geopolitik den Strompreis?
Ja, über die Energierohstoffe. Konflikte treiben Gas- und Ölpreise, und da Gaskraftwerke oft den Börsenpreis bestimmen, schlägt das auf den Strompreis durch.
Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?
Aus Beschaffung und Vertrieb, den Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben einschließlich Mehrwertsteuer. Die Energiebeschaffung ist der schwankendste Teil.
Steigen die Netzentgelte?
Ja, sie sind zuletzt gestiegen, unter anderem wegen des Netzausbaus. Sie machen einen erheblichen Teil des Strompreises aus.
Was ist mit der EEG-Umlage passiert?
Die EEG-Umlage wurde zum 1. Juli 2022 abgeschafft und hat den Strompreis spürbar entlastet. Die Förderung erneuerbarer Energien läuft seither über den Bundeshaushalt.
Wie hoch ist die Stromsteuer?
Sie liegt seit 2003 unverändert bei 2,05 ct/kWh. Für Privathaushalte bleibt sie auch 2026 bei diesem Wert.
Wie hat sich der Strompreis seit 1998 entwickelt?
Seit der Liberalisierung 1998 ist er von rund 14 ct/kWh langfristig auf über 30 ct/kWh vor der Energiekrise gestiegen, vor allem durch höhere Steuern, Abgaben und Netzentgelte.
Warum zahlen Neukunden weniger als Bestandskunden?
Weil günstige Tarife mit Boni gezielt Neukunden anlocken und die Grundversorgung der teure Standardtarif ist. Wer regelmäßig wechselt, sichert sich die niedrigen Preise.
Was können Haushalte gegen hohe Stromkosten tun?
Aus der Grundversorgung in einen günstigen Sondervertrag wechseln, regelmäßig vergleichen, den Verbrauch senken und mit einem dynamischen Tarif in günstige Stunden verschieben.
Wird Strom 2026 günstiger?
Die Großhandelspreise haben sich nach der Krise entspannt, gleichzeitig steigen Netzentgelte. Für Haushalte zählt vor allem, ob sie in der teuren Grundversorgung bleiben oder zu einem günstigen Tarif wechseln.

Im Ratgeber weiterlesen

Verwandte Begriffe

Quellen: Monatliche Preiswerte (Grundversorgung und günstigster Neukundentarif): eigene Auswertung der bundesweiten Tarifabfrage, stromvermittlung.de, sowie die Studie Strompreisentwicklung in Deutschland. Netzentgelte-Entwicklung: Bundesnetzagentur. Strompreis-Zusammensetzung: eigene Berechnung.

Redaktion stromvermittlung.de