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Nachtstrom

Nachtstrom ist Strom, der in den Nachtstunden zu einem günstigeren Preis abgerechnet wird – klassisch über den Niedertarif eines Doppeltarifzählers. Entstanden ist er für Nachtspeicherheizungen. Sinnvoll ist er heute vor allem, wenn sich viel Verbrauch in die Nacht verlagern lässt – sonst sind ein günstiger Eintarif oder ein dynamischer Tarif oft besser.

Was ist Nachtstrom?

Nachtstrom bezeichnet günstigeren Strom in lastschwachen Nachtzeiten. Technisch ist es der Niedertarif (NT) eines Doppeltarifs: Ein Doppeltarifzähler zählt Tag- und Nachtstrom getrennt. Eingeführt wurde Nachtstrom, um nachts überschüssigen Strom aus Grundlastkraftwerken zu nutzen – vor allem für Nachtspeicherheizungen und Warmwasserboiler.

Wann fängt der Nachtstrom an? (Uhrzeit)

Üblich ist das Fenster etwa von 22 bis 6 Uhr, teils ab 20 Uhr und am Wochenende. Verbindlich sind diese Zeiten aber nicht: Sie werden vom Netzbetreiber festgelegt und sind regional unterschiedlich. Die für Sie gültigen Schaltzeiten stehen im Vertrag oder beim Netzbetreiber.

Ist Nachtstrom billiger als am Tag? Wie hoch ist der Preis?

Ja – der Nachttarif ist günstiger als der Tagtarif (Hochtarif). Aber Vorsicht: Der Hochtarif liegt oft über dem Preis eines normalen Eintarifs. Entscheidend ist deshalb die Gesamtrechnung aus Tag- und Nachtanteil. Mit dem Rechner auf der Seite Hoch- & Niedertarif sehen Sie Ihre HT/NT-Kosten und den durchschnittlichen Preis pro kWh.

Woher weiß ich, ob ich Nachtstrom habe?

Sie haben Nachtstrom, wenn ein Doppeltarifzähler (Nachtstromzähler) verbaut ist. Erkennungszeichen:

  • zwei Zählwerke im Display – Hochtarif 1.8.1 und Niedertarif 1.8.2;
  • zwei Arbeitspreise auf der Stromrechnung (HT und NT).

Beide Stände werden getrennt abgelesen und gemeldet – mehr dazu unter Zählerstand.

Welche Stromanbieter bieten Nachtstrom an?

Nachtstrom- und Heizstromtarife gibt es vor allem bei den örtlichen Grundversorgern sowie bei einigen überregionalen Anbietern wie E.ON, Vattenfall oder EnBW. Das Angebot ist heute aber kleiner als früher und meist an einen Doppeltarif- oder separaten Heizstromzähler gebunden. Ein Vergleich lohnt sich, weil sich Tag- und Nachtpreise stark unterscheiden.

Ist Nachtstrom noch sinnvoll?

Nur unter bestimmten Bedingungen: Wenn Sie eine Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe betreiben oder regelmäßig viel Verbrauch in die Nacht verlagern können (z. B. E-Auto nachts laden). Für normale Haushalte ist ein günstiger Eintarif oft die bessere Wahl. Zunehmend übernehmen Smart Meter und dynamische Tarife die Rolle des klassischen Nachtstroms – sie machen günstige Stunden flexibel nutzbar, nicht nur nachts.

Nachts Strom sparen: Welche Stromfresser sollte man ausschalten?

Unabhängig vom Tarif lässt sich nachts Standby-Verbrauch vermeiden. Diese fünf Geräte lohnt es sich abzuschalten:

  1. Fernseher mit Receiver/Konsole (Standby),
  2. PC, Laptop und Monitor,
  3. Steckernetzteile und Ladegeräte ohne angeschlossenes Gerät,
  4. Geräte mit Display wie Kaffeevollautomat oder Mikrowelle,
  5. WLAN-Router – aber nur, wenn er nachts wirklich nicht gebraucht wird.

Sollte man nachts die Steckdose ausschalten? Bei echten Standby-Verbrauchern ja – eine schaltbare Steckdosenleiste ist praktisch und spart über das Jahr einige bis einige Dutzend Euro. Anbleiben sollten Kühl- und Gefriergeräte sowie Geräte, die Sie nachts brauchen. Womit genau am meisten Strom verloren geht, finden Sie mit einem Strommessgerät heraus.

Den größten Hebel haben Sie aber beim Tarif: Den günstigsten Strompreis für Ihre PLZ zeigt der Stromrechner.

Häufige Fragen zu Nachtstrom

Was ist Nachtstrom?
Nachtstrom ist günstiger abgerechneter Strom in den Nachtstunden, klassisch über den Niedertarif eines Doppeltarifzählers. Er entstand für Nachtspeicherheizungen, um nachts überschüssigen Strom zu nutzen.
Wann fängt der Nachtstrom an?
Üblich ist das Fenster etwa von 22 bis 6 Uhr, teils ab 20 Uhr und am Wochenende. Die genauen Zeiten legt der Netzbetreiber fest und sie sind regional unterschiedlich.
Ist Nachtstrom billiger als am Tag?
Ja, der Nachttarif ist günstiger als der Tagtarif. Allerdings ist der Tagtarif oft teurer als ein normaler Eintarif, daher zählt die Gesamtrechnung aus Tag- und Nachtanteil.
Wie hoch ist der Strompreis mit Nachtstrom?
Das hängt vom Anbieter und Netzgebiet ab. Typisch ist der Niedertarif deutlich günstiger als der Hochtarif. Ihren Durchschnittspreis pro kWh berechnen Sie mit dem HT/NT-Rechner.
Woher weiß ich, ob ich Nachtstrom habe?
Wenn ein Doppeltarifzähler verbaut ist: Er hat zwei Zählwerke mit den Kennzahlen 1.8.1 für den Tag- und 1.8.2 für den Nachtstrom, und auf der Rechnung stehen zwei Arbeitspreise.
Was ist ein Nachtstromzähler?
Ein Doppeltarifzähler, der Tag- und Nachtstrom getrennt erfasst. Bei Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen kann auch ein separater Heizstromzähler verbaut sein.
Welche Stromanbieter bieten Nachtstrom an?
Vor allem die örtlichen Grundversorger sowie einige überregionale Anbieter wie E.ON, Vattenfall oder EnBW. Das Angebot ist kleiner als früher und meist an einen Doppeltarifzähler gebunden.
Ist Nachtstrom noch sinnvoll?
Vor allem mit Nachtspeicherheizung, Wärmepumpe oder wenn man regelmäßig viel Verbrauch in die Nacht verlagern kann, etwa beim Laden eines E-Autos. Sonst ist oft ein günstiger Eintarif oder ein dynamischer Tarif besser.
Welche 5 Stromfresser sollte man nachts ausschalten?
Fernseher mit Receiver oder Konsole, PC mit Monitor, ungenutzte Ladegeräte und Steckernetzteile, Geräte mit Display wie Kaffeevollautomat oder Mikrowelle, und bei Bedarf der WLAN-Router. Das spart Standby-Verbrauch.
Sollte man nachts die Steckdose ausschalten?
Bei echten Standby-Verbrauchern lohnt es sich, am besten mit einer schaltbaren Steckdosenleiste. Kühl- und Gefriergeräte sowie nachts benötigte Geräte sollten dagegen anbleiben.
Was bringt das Abschalten von Standby-Geräten?
Über das Jahr einige bis einige Dutzend Euro, je nach Anzahl der Geräte. Den größten Spareffekt erzielen Sie aber über einen günstigen Stromtarif.
Was ist der Unterschied zwischen Nachtstrom und einem dynamischen Tarif?
Nachtstrom hat feste, günstige Nachtstunden über einen Doppeltarifzähler. Ein dynamischer Tarif folgt stündlich dem Börsenpreis und macht günstige Phasen flexibel nutzbar, setzt aber ein Smart Meter voraus.

Im Ratgeber weiterlesen

Verwandte Begriffe

Quellen: Schaltzeiten für Nachtstrom werden vom Netzbetreiber festgelegt und sind regional unterschiedlich. Angaben zu Standby-Einsparungen sind Richtwerte (eigene Schätzung). Verfügbarkeit von Nachtstrom-/Heizstromtarifen je nach Anbieter und Netzgebiet.

Redaktion stromvermittlung.de