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Energieversorgungsunternehmen (EVU)

Ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) ist ein Unternehmen, das Energie – also Strom oder Gas – erzeugt, handelt, über Netze verteilt oder an Kunden liefert (Definition nach dem Energiewirtschaftsgesetz). Der Begriff ist ein Oberbegriff: Er umfasst Erzeuger, Netzbetreiber und Stromlieferanten. Umgangssprachlich meint „EVU" meist den Stromanbieter, der Sie beliefert.

Was ist ein Energieversorgungsunternehmen?

Der Begriff stammt aus dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und ist bewusst weit gefasst: Ein EVU ist jedes Unternehmen, das andere mit Strom oder Gas versorgt – ob durch Erzeugung, Handel, Netzbetrieb oder Belieferung. Deshalb sind sowohl ein großer Kraftwerksbetreiber als auch Ihr örtliches Stadtwerk und Ihr Stromanbieter jeweils ein EVU.

Was macht ein Energieversorgungsunternehmen? Die Aufgaben

  • Erzeugung: Strom aus Kraftwerken oder erneuerbaren Anlagen produzieren.
  • Beschaffung & Handel: Strom an der Börse oder direkt einkaufen.
  • Netzbetrieb: Strom über die Leitungen transportieren und verteilen (durch den Netzbetreiber).
  • Messung: Verbrauch erfassen (über den Messstellenbetreiber).
  • Vertrieb & Belieferung: Tarife verkaufen und Haushalte beliefern – das ist die Rolle Ihres Stromanbieters.

Seit der Marktöffnung müssen Netz und Vertrieb getrennt sein (sogenanntes Unbundling). Große EVU bündeln diese Aufgaben deshalb in getrennten Gesellschaften.

EVU, Stromanbieter, Netzbetreiber, Erzeuger – wer macht was?

BegriffRolleFrei wählbar?
EVU (Oberbegriff)erzeugt, handelt, verteilt oder liefert Energie
Stromanbieter / Lieferantverkauft Ihnen den Tarif und beliefert Sieja
Netzbetreiberbetreibt das Stromnetz vor Ortnein
Stromerzeugererzeugt Strom in Kraftwerken oder EE-Anlagen

Was unterscheidet einen Energieversorger von einem Stromerzeuger?

Ein Stromerzeuger produziert nur Strom – etwa in Kraftwerken, Wind- oder Solarparks. Ein Energieversorger im Sinne des Lieferanten kauft Strom ein (selbst erzeugt oder am Markt beschafft) und verkauft ihn an Endkunden. Viele große EVU tun beides, doch es gibt auch reine Erzeuger ohne Privatkundengeschäft: RWE zum Beispiel ist vor allem Stromerzeuger und Großhändler und beliefert kaum Haushalte direkt.

Wie hat sich der Strommarkt in Deutschland verändert?

Bis Ende der 1990er war der Strommarkt von wenigen Monopolisten geprägt – Erzeugung, Netz und Vertrieb lagen in einer Hand, Kunden hatten keine Wahl. Mit der Liberalisierung 1998 wurde der Markt geöffnet und später durch das Unbundling die Netze vom Vertrieb getrennt. Heute gibt es über 1.000 Stromanbieter, und jeder Haushalt kann frei wählen. Genau das macht den Tarifvergleich so lohnend.

Die vier großen Energiekonzerne – und weitere große EVU

Als „die vier Großen" gelten traditionell:

KonzernSchwerpunkt
E.ONNetze, Vertrieb, Erneuerbare
RWEStromerzeugung & Großhandel (kaum Haushaltsvertrieb)
EnBWErzeugung & Vertrieb
VattenfallErzeugung & Vertrieb (u. a. Grundversorger in Berlin)

Zu den weiteren großen Energieversorgern zählen EWE, Uniper, MVV Energie, LEAG, Mainova, enercity, Stadtwerke München und N-ERGIE. Die genaue Reihenfolge einer „Top 10" hängt davon ab, ob man nach Umsatz, Stromabsatz oder Kundenzahl misst. Eine vollständige Übersicht aller Anbieter finden Sie unter Stromanbieter A–Z.

Welche Rolle spielen ethische Energieversorger wie VeganStrom?

Neben den großen Konzernen gibt es viele spezialisierte und ethisch ausgerichtete Anbieter. VeganStrom etwa liefert ausschließlich Ökostrom aus Solarenergie und Geothermie und verzichtet bewusst auf Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse, um Tiere zu schützen – der Anbieter ist nach eigenen Angaben PETA-zertifiziert. Daneben stehen Ökostrom-Pioniere wie LichtBlick oder Naturstrom. Solche EVU zeigen: Beim Anbieter lässt sich nicht nur der Preis, sondern auch die Herkunft und Haltung wählen – ein günstiger Tarif und Ökostrom schließen sich dabei nicht aus.

Welcher Energieversorger für Ihre Postleitzahl am günstigsten ist, sehen Sie im Stromrechner – auf Wunsch auch gefiltert nach Ökostrom.

Häufige Fragen zu Energieversorgungsunternehmen (EVU)

Was ist ein Energieversorgungsunternehmen (EVU)?
Ein EVU ist ein Unternehmen, das Energie erzeugt, handelt, über Netze verteilt oder an Kunden liefert. Der Begriff aus dem Energiewirtschaftsgesetz umfasst Erzeuger, Netzbetreiber und Stromlieferanten.
Was macht ein Energieversorgungsunternehmen?
Je nach Ausrichtung erzeugt es Strom, beschafft ihn am Markt, betreibt Netze, misst den Verbrauch oder beliefert Haushalte mit einem Tarif. Große EVU bündeln mehrere dieser Aufgaben in getrennten Gesellschaften.
Was bedeutet die Abkürzung EVU?
EVU steht für Energieversorgungsunternehmen. Umgangssprachlich ist damit oft schlicht der Stromanbieter gemeint, der einen Haushalt beliefert.
Ist mein Stromanbieter ein EVU?
Ja. Ein Stromlieferant, der Sie mit einem Tarif beliefert, ist ein Energieversorgungsunternehmen. EVU ist aber der weitere Oberbegriff und schließt auch Erzeuger und Netzbetreiber ein.
Was unterscheidet einen Energieversorger von einem Stromerzeuger?
Ein Stromerzeuger produziert nur Strom, etwa in Kraftwerken oder Solar- und Windparks. Ein Energieversorger im Sinne des Lieferanten kauft Strom ein und verkauft ihn an Endkunden. Manche Unternehmen wie RWE sind vor allem Erzeuger und beliefern kaum Haushalte.
Wer sind die vier großen Energiekonzerne in Deutschland?
Traditionell gelten E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall als die vier großen Energiekonzerne.
Wer sind die größten Energieversorger in Deutschland?
Zu den größten zählen die vier Großen sowie EWE, Uniper, MVV Energie, LEAG, Mainova, enercity, Stadtwerke München und N-ERGIE. Die genaue Reihenfolge einer Top 10 hängt vom Maßstab ab, also ob nach Umsatz, Stromabsatz oder Kundenzahl gemessen wird.
Wie viele Energieversorgungsunternehmen gibt es in Deutschland?
Es gibt über 1.000 Stromanbieter, dazu zahlreiche Erzeuger und rund 800 Verteilnetzbetreiber. Verbraucher können den Lieferanten frei wählen.
Wie hat sich der Strommarkt in Deutschland verändert?
Bis Ende der 1990er war der Markt von Monopolen geprägt. Mit der Liberalisierung 1998 und dem späteren Unbundling wurden Netz und Vertrieb getrennt; heute herrscht Wettbewerb mit freier Anbieterwahl.
Welche Rolle spielen ethische Energieversorger wie VeganStrom?
Sie bedienen eine wachsende Nische. VeganStrom liefert nach eigenen Angaben Ökostrom nur aus Solar und Geothermie, verzichtet aus Tierschutzgründen auf Wind, Wasser und Biomasse und ist PETA-zertifiziert. Daneben gibt es Ökostrom-Pioniere wie LichtBlick oder Naturstrom.
Ist der Netzbetreiber auch ein EVU?
Im weiten Sinne ja, denn auch der Netzbetrieb gehört zur Energieversorgung. Der Netzbetreiber ist aber nicht Ihr Anbieter und nicht frei wählbar, anders als der Stromlieferant.
Wie finde ich den richtigen Energieversorger?
Vergleichen Sie die Anbieter für Ihre Postleitzahl. Im Stromrechner sehen Sie das günstigste Angebot und können bei Bedarf nach Ökostrom filtern.

Verwandte Begriffe

Quellen: Begriff und Rollen: Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Größte Energieversorger: Branchen-/Statista-Angaben, Stand 2024/2025 (Reihenfolge je nach Maßstab Umsatz, Stromabsatz oder Kundenzahl). VeganStrom: Angaben des Anbieters (veganstrom.com) und PETA.

Redaktion stromvermittlung.de